Bild des Monats

Bild des Monats August 2021

In diesem Jahr hat die Saison der leuchtenden Nachtwolken hier in Norddeutschland recht zögerlich begonnen. Erst Mitte Juni zeigten sich die ersten zaghaften Displays am nächtlichen Himmel. Durch das recht wechselhafte Wetter hielten sich die Beobachtungsmöglichkeiten leider auch ziemlich in Grenzen. Bei klarer Sicht lohnt sich jedoch rund zwei Stunden nach Sonnenuntergang der Blick an den Nordwesthimmel. Wenn die Sonne etwa 6° unter dem Horizont steht, ist der Streulichtanteil in Bodennähe so stark reduziert, dass leuchtende Nachtwolken (NLC – noctilucend clouds) sichtbar werden. Diese stehen in ca. 82 km Höhe dann noch in direktem Sonnenlicht, das durch die dünne Luft der mittleren Atmosphäre nur wenig gestreut wird. Für die Entstehung der Leuchtenden Nachtwolken muss die Temperatur der Mesopause sehr niedrig sein. Diese tiefe Temperatur stellt sich zwischen Mitte Mai und Mitte August ein.

Am 4. Juli 2021 zeigte sich ein sehr intensives Display bis hoch in den Zenit. Aufgrund der guten Wetterbedingungen in Dänemark, hatte unser Sternwartenmitglied Peter Zemlin die Möglichkeit einige Aufnahmen hiervon über Kirkholm zu machen.

Aufnahmen und Zusammenstellung als Kollage: Peter Zemlin

 

Bild des Monats Juli 2021

Am 10.06.2021 konnte man über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis vom 11.28 Uhr bis 13.41 Uhr beobachten. Das Maximum war um 12.33 Uhr erreicht. Selbst im Bereich der größten Bedeckung durch den Mond, diesmal in Teilen Grönlands, Kanadas und Russlands sichtbar, blieb es bei einer ringförmigen Finsternis. Grund dafür war, dass sich der Mond in Erdferne befand und dadurch die Sonne nicht komplett abgedeckt werden konnte. Bei uns in Tornesch lag die Bedeckung bei fast 18%, siehe Aufnahme.

Aufgenommen mit einer Brennweite von 2200mm, 1/50s, ISO 100, EOS 6D

Aufnahme: Peter Zemlin

 

Bild des Monats Juni 2021

Startrails über dem Wollnysee in Pinneberg. Bei dieser Aufnahme wurde der Vorder- und der Hintergrund separat aufgenommen mit unterschiedlichen Objektiven. Eine Nachführung ist bei Startrailaufnahmen nicht erforderlich, lediglich ein programmierbarer Timer und ca. 2 Stunden Zeit. Aufgenommen am 30.05.2021

Vordergrund aufgenommen mit Canon 6D, Sigma Art 40 mm f/1.4 (f/2.5), ISO-800, 13 Sek.
Hintergrund aufgenommen mit Canon 6D, LRTimelapse PRO Timer 2.5 Kamera Intervallauslöser, Sigma Art 14 mm f/1.8 (f/2.8), ISO-800, 200 Aufnahmen á 25 Sek., zusammengefügt in Sequator und anschließend als Composit in Photoshop zusammengefügt und nachbearbeitet.

Aufnahme: Annette Sieggrön

 

Bild des Monats Mai 2021

Crepuskularstrahlen (auch Lichtbüschel, Wolkenstrahlen oder bei sehr tiefem Sonnenstand auch Dämmerungsstrahlen genannt) über der Elbe in Wedel.

Diese Wolkenstrahlen sind ein Phänomen der atmosphärischen Optik, welche vor allem bei tief stehender Sonne zu beobachten sind. Dabei wird das direkte Licht der Sonne meist durch Wolken verdeckt, so dass an den Wolkenrändern das gestreute Licht zum Vorschein kommt. Die Streuung findet in einem kleinen Winkel an den Aerosolen statt. Die Abhebung vom Wolkenschatten ist dann vom Beobachter als Strahleneffekt zu erkennen.

Aufgenommen am 27.03.2021 um 17.50 Uhr in der Wedeler Au mit Blick über die Elbe (1 Stunde vor Sonnenuntergang)

Aufnahme: Annette Sieggrön

 

Bild des Monats April 2021

Die Andromedagalaxie ist das am weitesten von uns entfernte mit bloßem Auge sichtbare Objekt. Mit einer Entfernung von rund 2.5 Millionen Lichtjahren ist es die uns nächste Spiralgalaxie, im Messier Katalog unter M31 und im NGC Katalog unter NGC224 zu finden.

Mit bloßem Auge, sowie auch im Fernglas oder kleinen Teleskop mit großem Gesichtsfeld erscheint sie uns als diffuses längliches Gebilde. Erst langbelichtete Fotografien, zeigen die Galaxie in ihrer ganzen Schönheit. Sie hat eine scheinbare Ausdehnung von mehr als 3° am Himmel, dies entspricht etwa dem 6-fachen scheinbaren Durchesser des Vollmondes. Die Andromedagalaxie ist auch sehr gut geeignet für die Aufnahme mit Teleobjektiven und kleiner Reisemontierung.

Die Aufnahme wurde am 07.10.2019 mit einem William Optics Redcat 51/250 gemacht. Es wurden 30 Aufnahmen á 30 Sek. und 30 Aufnahmen á 60 Sek., jeweils mit ISO-800 im Deep Sky Stacker mit der Adaptive Average Methode gestackt und anschließend in Pixinsight und Photoshop nachbearbeitet.

Aufnahme: Annette Sieggrön

 

Bild des Monats März 2021

Der Orionnebel, Katalogbezeichnung M 42 oder NGC 1976, befindet sich im gleichnamigen Sternbild Orion. Er ist einer der hellsten und schönsten Gasnebel am Winterhimmel. Mit seiner Entfernung von 1300 Lichtjahren und einem Durchmesser von 15 Lichtjahren erscheint er größer als der Vollmond am Himmel und ist mit freiem Auge auch noch bei recht dunklem Stadthimmel sichtbar. Die Region ist Geburtsstätte eines neuen offenen Sternhaufens und enthält viele sehr junge Sterne. Im Zentrum des Orionnebels liegt das Trapez, eine Gruppe von vier kürzlich entstandenen Sternen, die das Leuchten des Nebels verursachen, indem sie das umliegende Gas ionisieren. Das Sternbild Orion ist ab Anfang September am Morgenhimmel bis Mitte April am Abendhimmel sichtbar. Für die Beobachtung reicht ein Fernglas z.B. 10×50 aus, um bereits den Nebel als diffusen Fleck wahrnehmen zu können.

Die Aufnahme wurde am 13.02.2021 mit einem TS-Optics 61EDPH II in der Sternwarte Tornesch ausgenommen. Belichtungszeit 15 Aufnahmen á 15 Sekunden.

Aufnahme: Tanja Zeitel

 

Bild des Monats Februar 2021

Mars, der zweitkleinste Planet in unserem Sonnensystem, wird aufgrund seiner rötlichen Oberfläche auch der „Rote Planet“ genannt. Seine typisch rötliche Farbe hat er durch die Oxidation seiner Oberfläche erhalten. Er hat eine dünne Atmosphäre und aktives Wetter mit Wolken, Schnee, Nebel und Sandstürmen. Die Oberfläche ist sehr reich an unterschiedlichen Gebieten und ein interessanter Anblick im kleinen Teleskop. Bei Teleskopen mit größerer Öffnung oder auf gut aufgelösten Fotos kann man sogar die Polkappen erkennen. Derzeit ist der Mars gut am Abendhimmel mit bloßem Auge sichtbar. Gegen 17 Uhr kann man ihn im Süden beobachten bis er gegen 1 Uhr im Westen (WNW) untergeht.

Am 07.11.2020 hatte unser Sternwartenmitglied Peter Havemeister die Gelegenheit den Mars von seiner Dachsternwarte in Elmshorn aus, aufzunehmen. Aufgenommen mit einer Planetenkamera ZWO ASI 178 MC am Skywatcher ED Refraktor (120/900) mit 3fach Barlow, Kamerasteuerung: Firecapture / Stacking und Bildbearbeitung: Registax. Um klare Bilder eines Planeten zu erhalten, nimmt man in der Regel eine kurze Filmsequenz (hier im AVI-Format) auf. Mit gezielten Stackingprogrammen werden dann die besten Aufnahmen einer Filmsequenz zum fertigen Bild verarbeitet.

Aufnahme und Bearbeitung: Peter Havemeister

 

Bild des Monats Januar 2021

Der Orion – mythischer Himmelsjäger, ist ein markantes und faszinierendes Sternbild des Wintersternhimmels, leicht auffindbar durch die drei Gürtelsterne. Die Sterne Beteigeuze (u.a. Bestandteil des Winterdreiecks) sowie Bellatrix (Eckpunkt des Wintersechsecks) bilden die Schulter und die Sterne Rigel (Eckpunkt des Wintersechsecks) und Saiph die Füße des Orions. Die Gürtelsterne Alnitak, Alnilam und Mintaka werden auch die drei Könige oder Jakobsleiter genannt. Im Sternbild Orion befindet sich, der auch mit bloßem Auge sichtbare Orionnebel (M42), der seine ganze Farbpracht jedoch erst durch Langzeitbelichtungen zeigt. Auf dem Foto wird durch die Langzeitbelichtung auch der große Emissionsnebel Barnard’s Loop bzw. Sh2-276, der sich über das gesamte Sternbild erstreckt, sichtbar. Er zieht sich entlang nördlich der Gürtelsterne als fast halbkreisförmiger Bogen bis hinunter zu den markenten Sternen Saiph und Rigel. Der Orion ist noch bis Mitte April am Abendhimmel beobachtbar.

Aufnahmedaten:

Koroni (Griechenland), Oktober 2018 – Sony A7R, 30 mm, nachgeführt mit iOptron Skytracker Pro, 23 x 120 Sek., ISO-2500, f/4.0, gestackt in Fitswork, Nachbearbeitung Lightroom

Aufnahme: Finn Pietruska

 

Bild des Monats Dezember 2020

Sternwarte Tornesch bei Nacht, aufgenommen am 22.07.2020. Wie bei zahlreichen öffentlichen Astroabenden, spielte auch an diesem Abend das Wetter für Deep Sky Aufnahmen nicht mit. Inspiriert vom Durchzug der doch recht hell leuchtenden Wolken, durch die vorhandene Lichtverschmutzung in Tornesch, entstand diese Aufnahme.

Auch wenn in diesem Jahr durch die vielen Corona Beschränkungen nicht alle Astronächte stattfinden konnten, hoffen wir auf auf ein neues und besseres Jahr 2021 mit vielen interessanten Beobachtungsabenden und Gesprächen.

Canon 6D, 30 mm, f4.5, ISO 400, 15 Sekunden, Aufnahme: Annette Sieggrön

 

Bild des Monats November 2020

Teil des Cirrus Nebels, ein Supernovaüberrest im Schwan. Sichtbar das ganze Jahr über, beste Beobachtungszeit zwischen Juli und Dezember.

Der Cirrusnebel (auch als Schleier-Nebel, englisch Veil nebula bezeichnet) ist der im optischen Spektrum sichtbare Teil des Cygnusbogens, einer Ansammlung on Emissions- und Reflexions-nebeln, die sich in einer Entfernung von rund 2400 Lichtjahren im Sternbild Schwan befinden. Sie sind zusammen der Überrest einer Supernova, die vor ca. 8.000 Jahren stattfand. Diverse Teile des Überrests haben verschiedene NGC– und IC-Nummern. So gehören die Objekte NGC 6960NGC 6974NGC 6979NGC 6992NGC 6995 und IC 1340 alle zur selben Struktur. (Quelle: Wikipedia)

Aufgenommen am 15.10.2017 in der Sternwarte Tornesch mit einem Borg 76/500.

Aufnahme: Peter Zemlin

 

Bild des Monats Oktober 2020

Am 26.4.2020 gelang es unserem Sternwartenmitglied Andreas Proth gegen 21.30 Uhr den zunehmenden Mond; 1. Viertel, mit seiner Kleinbildkamera Sony DSR-RX100 (auf 100mm gezoomt) durch ein 12,5mm Okular an seinem Tasco-Newton (4,5“ mit 900mm Brennweite) aufzunehmen.

Da bei einem Reflektor durch das Okular der Mond auf dem Kopf und spiegelverkehrt zu sehen ist und die Kamera an das Okular gehalten wurde entsteht der Eindruck, das Bild eines abnehmenden Mondes zu sehen.

In dieser Nacht stand der Mond im Sternbild Zwillinge. Schön zu sehen im unteren Bereich das Mare Fecunditatis (auch: „Meer der Fruchtbarkeit) mit dem Krater Langrenus, ein Einschlagkrater auf der südöstlichen Seite des sichtbaren Teils des Mondes.

Aufnahme: Andreas Proth

 

Bild des Monats September 2020

Abendrot mit schönem Altocumulus Wolkenfeld gegen 21.15 Uhr am 06.08.2020 in der Marsch (53°42’25.3″N 9°38’24.6″E)

Bekannte Bauernregeln besagen “Morgenrot-Schlechtwetter droht; Abendrot-Gutwetterbot“.

Da in Mitteleuropa die Wetterfronten in der Regel aus Richtung Westen kommen, bewahrheiten sich diese Bauernregel oft. Eine intensive Morgenröte ist Zeichen für herannahende Wolkenfelder aus dem Westen und wir daher oft als Niederschlagsvorbote gedeutet. Wenn dazu noch starker Dunst kommt, setzt der Niederschlag oft schon in den Mittagsstunden ein. Bei der Abendröte ist dies genau andersherum, da der Westhimmel klar ist und sich die beleuchteten Wolkenfelder im Osten befinden.

Aber warum ist nur manchmal das Abendrot so schön intensiv?

Dieses optische Phänomen eines ausgeprägten Abendrots kann man nur sehen, wenn der Himmel im Westen klar ist und sich im Osten noch einige Wolkenfelder befinden. Die Rotfärbung der Wolken kommt dadurch zustande, dass sich das Sonnenlicht der gerade hinter dem Horizont verschwundenen Sonne an den verschiedenen Bestandteilen der Atmosphäre streut. Da die Luftmoleküle das blaue Licht stärker als das Rote streuen, bekommt die Sonne die orange Farbe beim Sonnenuntergang. Je mehr Feuchtigkeit in der Luft ist, desto intensiver kommt das Himmelsrot zur Geltung. Neben Wassertropfen können auch Staubteilchen z.B. aus der Sahara oder von einem Vulkanausbruch zur intensiven Farbgebung beitragen.

Canon EOS 6D, 70mm (f 6,3), ISO 100, 1/80 Sek. – Aufnahme: Annette Sieggrön

 

Bild des Monats August 2020

Komet C/2020 F3 (NEOWISE), der bereits Anfang Juli mit bloßem Auge am Morgenhimmel im Nordosten zu sehen war nimmt jetzt Abschied von uns. Am 23. Juli hatte er seinen geringsten Abstand zur Erde. Zu diesem Zeitpunkt konnte man ihn noch am Nachthimmel im Sternbild Ursa Maior (Großer Bär) mit einem Fernglas finden.

Die Aufnahme entstand am 11.07.2020 um 2.57 Uhr in Prisdorf an der Bilsbek.
Canon 6D, Samyang 135 mm f2.0 abgeblendet auf f4.0, ISO 400, 4 Sek.

In dieser Nacht war zusätzlich zum Kometen ein sehr schönes Display Leuchtender Nachtwolken (engl. noctilucent clouds – NLC) zu sehen, welche in den Sommermonaten unter bestimmten Voraussetzungen entstehen.

Aufnahme: Annette Sieggrön

 

Bild des Monats Juli 2020

Die Aufnahme der Sommermilchstraße mit dem Sternbild Skorpion entstand am 26.05.2017 um 23.28 Uhr auf der Emberger Alm in Österreich. Der Skorpion ist eines der imposantesten Sternbilder am südlichen Nachthimmel der Nordhalbkugel. Aufgrund seiner südlichen Lage ist es in unseren Regionen leider nur bei geringer Lichtverschmutzung am knapp über dem Südhorizont in den Sommermonaten zu beobachten. Aufnahme mit Canon EOS 6D, 47 mm, f 5.6, 6 Sekunden

Aufnahme: Peter Zemlin

 

Bild des Monats Juni 2020

In den Sommermonaten von Mitte Mai bis Mitte August hat man die Möglichkeit Leuchtende Nachtwolken (engl. noctilucent clouds – NLC) in Nordrichtung am Horizont zu sehen. Im Gegensatz zu anderen Wolken, treten diese in einer Höhe von 83 km auf und können nur gesehen werden, wenn die Sonne zwischen 6° und 16° unter dem Horizont steht. Die Leuchtenden Nachwolken werden dann noch von der Sonne angestrahlt und leuchten silbrig-weiß am bereits dunklen Nachthimmel. Auch in diesem Jahr wurden bereits die ersten Nachtleuchtenden Wolken gesichtet. Die Aufnahme entstand im letzten Jahr, am 21.06.2019 gegen 23.20 Uhr in der Sternwarte Tornesch und war in dieser Nacht sehr gut und großflächig zu sehen.

Aufnahme: Peter Zemlin

 

Bild des Monats Mai 2020

Die Aufnahme der Milchstraße entstand am 29.09.2019 während eines Urlaubes in Finikounda, Messenien, Griechenland. Schön zu sehen sind die beiden Emissions- und Reflexionsnebel im Sternbild Schütze M 8 (Lagunennebel) sowie M 20 (Trifidnebel), Aufnahme mit Sony A7R, Samyang 135mm f2.0, IOptron Skytracker Pro, gestackt in Fitswork und Lightroom bearbeitet

Aufnahme Finn Pietruska

 

Bild des Monats April 2020

Das erste Tornescher Astrofoto wurde von Olaf Tamschick am 26.03.1996 gemacht. Es zeigt den Kometen Hyakutake. Der Komet hatte einen besonders langen Schweif, dieser reichte vom Polarstern bis zum großen Wagen. Leider hatten wir wenig Gelegenheit, ihn zu beobachten, eigentlich nur an dem Tag, an dem das Foto entstand.

Aufnahme Olaf Tamschick




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