Monatsvorschau

Info zur Seite Vorschau

Auf dieser Seite werden die Monatsvorschauen so vorgestellt, wie sie im UENA-Tip erscheinen. Ältere Vorschauen findet man weiter unten auf dieser Seite. Bei den Vorschauen findet man auch jeden Monat ein Sachthema über astronomisches Grundwissen; diese Sachthemen werden pro Kalenderjahr zusammengefasst. Dazu gibt es eine Übersicht aller bisher veröffentlichten Sachthemen, abzurufen rechts im Menü. Zur Bild Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.

 

Der Sternenhimmel im April

Die Kreisbahngeschwindigkeit eines Raumflugkörpers um die Erde nennt man auch die erste kosmische Geschwindigkeit. Sie ist von der Größe und Masse des zu umkreisenden Körpers abhängig und beträgt bei der Erde in 180 km Höhe etwa 7,8 km/Sek. Damit könnte man die Entfernung Uetersen-Elmshorn in einer Sekunde zurücklegen. Die Internationale Raumstation ISS fliegt in 400 km Höhe mit dieser Geschwindigkeit – die umgerechnet 28.000 km/h entspricht – in etwa 90 Minuten um die Erde. Um den Anziehungsbereich der Erde verlassen zu können, wie es z.B. für Mondflugkörper oder Planetensonden erforderlich ist, muss die Geschwindigkeit weiter erhöht werden. Diese sog. Fluchtgeschwindigkeit nennt man auch die zweite kosmische Geschwindigkeit. Sie beträgt 11,2 km/Sek. D.h. von Uetersen nach Wedel brauchte es nur eine Sekunde. Die dritte kosmische Geschwindigkeit bezeichnet die Fluchtgeschwindigkeit aus dem Anziehungsbereich der Sonne. Sie beträgt am Ort der Erde 42,1 km/Sek. Startet ein Flugkörper mit der Flugrichtung der Erde um die Sonne, die ihrerseits mit 29,8 km/Sek die Sonne umkreist, so muss der Flugkörper auf 12,3 km/Sek. (42,1 km/Sek. – 29,8 km/Sek.) beschleunigt werden, damit er das Sonnensystem verlassen kann.

Am 19. April tritt die Sonne in das Sternbild Widder und am 20. April in das Tierkreiszeichen Stier. Den Mond sehen wir im April folgendermaßen: am 8. April als abnehmenden Halbmond, am 16. April als Neumond, am 22. April als zunehmenden Halbmond und am 30. April als Vollmond. Der flinke Merkur bleibt den ganzen Monat über unter dem Horizont und ist daher nicht zu sehen. Die helle Venus ist zur Zeit Abendstern. Sie geht im Monatsverlauf zwischen 21:00 Uhr und 23:00 Uhr unter. Der rote Mars ist ein Objekt für die Morgenstunden, allerdings steht er sehr tief am Südosthorizont. Am 8. April treffen sich Mars, Saturn und der Mond zu einem Stelldichein. Der Gasriese Jupiter ist in der zweiten Nachthälfte am tiefen Südosthimmel zu sehen, am 4. April trifft der Planet mit dem Mond zusammen. Der Ringplanet Saturn ist den ganzen Monat über immer in Marsnähe zu sehen.

Die bekannteste Fixsternkonstellation des Nordhimmels, der Große Wagen als Teil des Sternbildes Große Bärin (Ursa Major), steht um die Monatsmitte genau im Zenit. Folgt man dem Bogen der Wagendeichsel um die doppelte Länge, trifft man auf den hellen Arktur, Hauptstern im Sternbild Bärenhüter (Bootes). Unterhalb des Wagenkastens finden wir das Frühlingssternbild Löwe (Leo). Das Sternbild Zwillinge (Gemini) ziert den Westhimmel, während am tiefen Nordosthimmel die Sternbilder Leier (Lyra) und Schwan (Cygnus) den heranziehenden Sommer ankündigen.

(Alle Uhrzeiten in MESZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag,  im Beig Verlag:

 

Der Sternenhimmel im März

Die Meteorologen haben den Frühlingsanfang auf den 1. März festgelegt. Der astronomische Frühlingsbeginn hingegen, von dem u.a. auch der Zeitpunkt des Osterfestes abhängt, wird mit der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche definiert. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator von Süd nach Nord überquert. Diese Stelle nennt man auch den Frühlingspunkt. Das Ereignis findet dieses Jahr am 20. März um 17:15 Uhr statt. Von nun an werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Nach einem Umlauf der Erde um die Sonne, also nach einem Jahr, passiert die Sonne erneut den Frühlingspunkt. Im Kalender zählen wir in sog. Gemeinjahren für diese Zeitspanne 365 Tage. Weil die Zeit von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt aber nicht genau 365 Tage dauert, sondern 365,2422 Tage, verspätet sich der astronomische Frühlingsbeginn von Jahr zu Jahr um etwa sechs Stunden gegenüber dem Vorjahr. Damit das Ereignis im Kalender nicht immer weiter nach hinten wandert, wird in jedem vierten Jahr ein zusätzlicher Tag eingeschoben, der 29. Februar als Schalttag. Kleine Eselsbrücke: Die olympischen Sommerspiele finden stets in einem Schaltjahr statt.

Am 12. März tritt die Sonne in das Sternbild Fische und am 20. März um 17:15 Uhr (s.o.) in das Tierkreiszeichen Widder. Am 25. März beginnt die Sommerzeit, die Uhren werden eine Stunde vorgestellt. Am 2. März haben wir Vollmond, am 9. März abnehmenden Halbmond, am 17. März Neumond, am 24. März zunehmenden Halbmond und am 31. März wieder Vollmond. Am 22. März um Mitternacht bedeckt der Mond Aldebaran, den Hauptstern im Stier. Zwischen dem 7. und 20. März ist der flinke Merkur eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang gegen 19:00 Uhr etwa 30 Minuten lang am tiefen Westhimmel zu sehen. Venus erhebt sich um 5 Grad knapp über den abendlichen Westhorizont. Am 15. März trifft sie dabei auf Merkur. Der rote Mars ist ein Objekt des Morgenhimmels, seine Aufgänge am Osthorizont verschieben sich von 3:00 Uhr im Monatslauf auf 2:15 Uhr (3:15 Uhr MESZ). Die Jupiteraufgänge am Südosthimmel verfrühen sich im Monatslauf von 0:30 Uhr auf 22:30 Uhr (23:30 Uhr MESZ). Der Ringplanet Saturn ist wie Mars ein Objekt des Morgenhimmels, seine Aufgänge erfolgen im Monatslauf zwischen 4:10 Uhr und 2:10 Uhr (3:10 Uhr MESZ).

Den Löwen als dominierendes Frühlingssternbild sehen wir am hohen Südosthimmel. Dort finden wir auch das Sternbild Zwillinge, und am tiefen Westhimmel verschwindet allmählich das Wintersternbild Orion. Der Große Wagen steht fast im Zenit, und über den Himmelsnordpol hinweg am Nordhorizont kann man noch das Himmels-W, die Kassiopeia, ausmachen.

(Alle Uhrzeiten in MEZ, ab 25.3. in MESZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag,  im Beig Verlag:

Der Sternenhimmel im Februar

Schaut man in einen Himmelsatlas oder auf eine drehbare Sternenkarte, so stellt man fest, dass neben den Namen der Sternbilder auch einzelne Sterne mit Eigennamen genannt werden. So sind fast alle hellen bzw. Hauptsterne vieler Sternbilder mit Eigennamen versehen, wie z.B. Sirius im Großen Hund, Beteigeuze im Orion, Aldebaran im Stier u.v.a. mehr. Alle diese Namen haben einen zumeist arabischen, griechischen oder lateinischen Ursprung. Bei der Internationalen Astronomischen Union IAU gibt es eine Arbeitsgruppe für Sternnamen, die Working Group of Star Names WGSN. Diese Gruppe hat kürzlich 86 neue Einträge in die Namensliste aufgenommen. Am Himmel gibt es nun 313 Sterne mit Eigennamen. Neu ist, dass nun auch Namen aus anderen Kulturkreisen und Sprachräumen aufgenommen wurden. So gibt es jetzt im Sternbild Skorpion z.B. die Namen Xamidimura und Pipirima. Der erste Name stammt aus einer südafrikanischen Sprache und bedeutet „die Augen des Löwen“. Der zweite Name kommt aus einer tahitianischen Erzählung über zwei unzertrennliche Zwillinge.

Am 16. Februar tritt die Sonne in das Sternbild Wassermann, und am 18. Februar geht sie für die Horoskopleser in das Tierkreiszeichen Fische. Am 7. Februar haben wir abnehmenden Halbmond, am 15. Februar Neumond und am 23. Februar zunehmenden Halbmond. An eben diesem Tag um 17:55 Uhr bedeckt der Mond mit seinem dunklen Ostrand Aldebaran, den Hauptstern im Stier, und gibt ihn nach einer Stunde um 18:55 Uhr am hellen Westrand wieder frei. Der flinke Merkur steht am Tageshimmel in Sonnennachbarschaft und ist daher unsichtbar. Venus ist im letzten Monatsdrittel am tiefen Westhimmel wieder als Abendstern auszumachen. Der rote Mars ist gegen 6:30 Uhr am tiefen Südosthimmel zu sehen; am 9. Februar trifft er auf Antares, den Hauptstern im Skorpion, mit dem er wegen seiner roten Farbe leicht verwechselt werden kann. Der Gasriese Jupiter geht kurz vor Mitternacht im Sternbild Waage am Südosthimmel auf; er bleibt den ganzen Monat über Objekt der zweiten Nachthälfte. Den Ringplaneten Saturn finden wir ebenfalls ab Monatsmitte in den Morgenstunden am tiefen Südosthimmel.

Das Wintersternbild Orion wandert allmählich in den Südwesthimmel, während am Südosthimmel das Frühlingssternbild Löwe nicht zu übersehen ist. Fast im Zenit senkrecht über dem Beobachter sieht man die Zwillinge mit ihren beiden Hauptsternen Kastor und Pollux. Am Nordosthimmel zieht der Große Wagen, Teil des Sternbildes Großer Bär, seinen Weg. Ihm gegenüber am Nordwesthimmel finden wir das Himmels-W, die Kassiopeia.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

 

Der Sternenhimmel im Januar

Bis gegen Ende des 16. Jhdts. glaubte man, dass die Sterne an der Innenseite einer undurchsichtigen Kugelschale, der sog. Sternensphäre, unveränderlich „fixiert“ seien. Diese Sphäre umschloß alle sichtbaren Objekte am Himmel, jenseits dieser Sphäre war Gott. Über die Entfernung bis zu dieser Weltengrenze gab es keine Vorstellung, aber sie befand sich auf jeden Fall jenseits der Umlaufbahn des entferntesten Planeten Saturn. Als Galileo Galilei (1564-1642) als erster Astronom mit dem gerade erfundenen Teleskop zu Beginn des 17. Jhdts. die Milchstraße betrachtete, sah er zu seinem Erstaunen Myriaden von Sternen. Die allumfassende geschlossene Sternensphäre wurde damit hinfällig; er blickte in die Tiefe unserer Galaxis, denn alle Sterne, die man am nächtlichen Himmel sieht, gehören ausnahmslos zur Milchstraße. Unter der Annahme, dass alle Sterne gleich groß und gleich hell seien, betrachteten die damaligen Astronomen die leuchtkräftigsten Sterne als nahe stehend, während die schwächer leuchtenden weiter entfernt seien. Heute wissen wir, dass es sowohl leuchtschwache sog. Zwergsterne wie auch leuchtkräftige Riesensterne in unserer Milchstraße gibt.

Am 20. Januar tritt die Sonne in das Sternbild Steinbock und am gleichen Tag in das Tierkreiszeichen Wassermann. Am 2. Januar haben wir Vollmond, am 8. Januar abnehmenden Halbmond, am 17. Januar Neumond, am 24. Januar zunehmenden Halbmond und am 31. Januar wieder Vollmond. Die Planetensichtbarkeit findet in diesem Monat ausschließlich in den frühen Morgenstunden statt. Am 11. Januar gegen 7:00 Uhr trifft am Südhimmel in einer auffälligen Dreiecksformation die schmale Mondsichel mit den Planeten Jupiter und Mars zusammen. Merkur ist zusammen mit dem – allerdings nur schwach leuchtenden – Ringplaneten Saturn um den 15. Januar ab 7:45 Uhr am tiefen Südosthorizont bis zum Ende der Dämmerung gegen 8:00 Uhr zu sehen. Venus steht hinter der Sonne am Tageshimmel und ist daher nicht zu sehen. Mit Aufgängen zwischen 4:00 Uhr am Monatsanfang und bereits 2:00 Uhr am Monatsende ist der Gasriese Jupiter ein Objekt für die Frühaufsteher. Die Sichtbarkeit des Saturn verschwindet in der östlichen Morgendämmerung.

Der Himmelsjäger Orion steht nun als Wintersternbild in beeindruckender Pracht am Südhimmel. Links neben seinem linken Fußstern strahlt Sirius als der hellste Fixstern des ganzen Himmels. Oberhalb des Orion ein Stück nach Südost sieht man die Zwillinge mit den Hauptsternen Kastor und Pollux, während ebenfalls oberhalb, jedoch nach Südwest der Stier mit seinem hellen Hauptstern Aldebaran zu sehen ist.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

 

 

 

 



Comments are closed.