Monatsvorschau

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Auf dieser Seite werden die Monatsvorschauen so vorgestellt, wie sie im UENA-Tip erscheinen. Ältere Vorschauen findet man weiter unten auf dieser Seite. Bei den Vorschauen findet man auch jeden Monat ein Sachthema über astronomisches Grundwissen; diese Sachthemen werden pro Kalenderjahr zusammengefasst. Dazu gibt es eine Übersicht aller bisher veröffentlichten Sachthemen, abzurufen rechts im Menü. Zur Bild Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.

 

Der Sternenhimmel im August

Der August ist der Monat der Perseïden-Sternschnuppen. In der Nacht vom 12. auf den 13. August kreuzt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Staubspur, die der Komet Swift/Tuttle auf seiner 130 Jahre währenden Umlaufzeit um die Sonne hinterläßt. Die Staubteilchen treffen mit etwa 60 bis 70 km/Sek. auf die irdische Atmosphäre und bringen dabei mit ihrer Reibungshitze die Luftmoleküle zum Leuchten. Diese Lichtspuren sehen wir dann als Sternschnuppen. Weil sie scheinbar aus dem Sternbild Perseus kommen, nennt man sie auch Perseïden. Das namengebende Sternbild Perseus ist am 12. August am Nordosthimmel gut zu sehen. Ab etwa 22:00 Uhr ist es für erste Sternschnuppen bereits dunkel genug. Weil tagszuvor, am 11. August, Neumond ist, stört auch kein Mondlicht die Beobachtungsfreude. Das Sternbild klettert im Laufe der Nacht am Nordosthimmel auf etwa 50 Grad über den Horizont und ist damit weit genug von der Horizontaufhellung entfernt. Das Maximum der Sternschnuppen wird im Laufe der zweiten Nachthälfte erwartet, weil wir dann als Beobachter genau in die Flugrichtung der Erde und damit in die Staubspur des Kometen schauen.

Am 11. August tritt die Sonne in das Sternbild Löwe, und die Horoskopleser verzeichnen am 23. August den Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Am 4. August haben wir abnehmenden Halbmond, am 11. August Neumond, am 18. August zunehmenden Halbmond und am 26. August Vollmond. Zum Monatsende ist der flinke Merkur gegen 5:30 Uhr am tiefen östlichen Nordosthimmel kurz zu sehen. Die Untergänge des Abendsterns Venus am Westhorizont verfrühen sich im Laufe des Monats von 22:30 Uhr auf 21:00 Uhr. Bei Einbruch der Dunkelheit sieht man den roten Mars am Südosthimmel als hellstes Gestirn des gesamten Himmels. Am 23. August zieht der fast volle Mond nördlich an Mars vorbei. Die Untergänge des Gasriesen Jupiter verfrühen sich ebenfalls im Laufe des Monats: von 00:15 Uhr auf 22:15 Uhr. Der Ringplanet Saturn wird zum Objekt der ersten Nachthälfte. Am 23. August gesellt er sich als drittes Objekt dem Paar Mond-Mars hinzu.

Das Sommerdreieck, bestehend aus Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler steht hoch am Südhimmel. Der Schwan, wegen seiner Form auch Kreuz des Nordens genannt, „durchfliegt“ das silbrig schimmernde Milchstraßenband. Am Nordosthimmel, unterhalb des Himmels-W‘s Kassiopeia, läßt sich bei dunklem Himmel unsere Nachbargalaxie Andromeda als diffuses Nebelfleckchen erkennen. Verlängert man am Nordosthimmel den Schwung der Deichsel des Großen Wagens, so trift man auf den hellen Arktur, Hauptstern im Rinderhirten (lat.: Bootes).

(Alle Uhrzeiten in MESZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V.; www.sternwarte-tornesch.de

Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag,  im Beig Verlag:

Der Sternenhimmel im Juli

Am 3. Dezember 2014 startete die japanische Weltraumbehörde JAXA die 600 kg schwere und 2 x 1,6 x 1,25 Meter große Sonde Hayabusa-2 (japanisch für: Wanderfalke). Sie soll nach dreieinhalb Jahren Flugzeit ab Mitte 2018 den rund 850 Meter großen Asteroiden (162173) Ryugu erforschen. Die Sonde enthält eine 10 kg schwere Landeeinheit, welche mit einem Infrarotspektrometer, einem Magnetometer, einem Radiometer und einer Kamera bestückt ist. Diese Module wurden im Auftrag der deutschen und französischen Raumfahrtbehörden entwickelt und gebaut. Mit einem zwei Kilogramm schweren Kupferprojektil soll ein künstlicher Krater in den Kleinplaneten geschossen werden, der dann einen Blick in seine oberflächennahen Schichten erlaubt. Hayabusa-2 nähert sich dem Boden Ryugus bis auf ein paar Zentimeter, und mit einem speziellen Ausleger soll dabei eine Probe von mindestens 100 Milligramm Oberflächenmaterial gewonnen werden. Im Dezember 2019 ist der Rückflug zur Erde vorgesehen, und Mitte 2020 soll dann über Australien die Kapsel mit der Bodenprobe abgeworfen und geborgen werden.

Am 21. Juli tritt die Sonne in das Sternbild Krebs, und einen Tag später erreicht sie das Tierkreiszeichen Löwe. Am 6. Juli haben wir abnehmenden Halbmond, am 13. Juli Neumond, am 19. Juli zunehmenden Halbmond und am 27. Juli Vollmond. An diesem Abend tritt der Mond um 21:30 Uhr in den Kernschatten der Erde, und wir haben eine Mondfinsternis, die um 23:15 Uhr endet. Gegen 22:45 Uhr kann man unterhalb des verfinsterten Mondes den roten Mars gut erkennen. Der flinke Merkur hat zwar einen großen Sonnenabstand, befindet sich aber unter unserem Horizont und ist daher unsichtbar. Die helle Venus ist nach wie vor am westlichen Abendhimmel nicht zu übersehen. Mars steht in Opposition zur Sonne, und er wandert daher während der Nacht von Südost bis Südwest über den horizontnahen Himmel. Der Gasriese Jupiter zeigt sich bis gegen Mitternacht am Südwesthimmel. Den Ringplaneten Saturn kann man bis gegen 3:00 Uhr am Südhimmel verfolgen.

Die richtig dunklen Nachtstunden liegen im Juli so etwa zwischen 23:00 Uhr und 4:00 Uhr. Um die Monatsmitte, wenn der Neumond den Himmel nicht erhellt, läßt sich vom Südhorizont über den Zenit hinweg bis zum Nordhorizont das silbrige Band der Milchstraße ausmachen. Sie geht mitten durch die Sternbilder Adler und Schwan. Die drei hellen Sterne Atair im Adler, Deneb im Schwan und Wega in der Leier kennzeichnen das Sommerdreieck. Die Wega steht dabei exakt im Zenit senkrecht über dem Beobachter. Am Nordwesthimmel sehen wir den Großen Wagen und am Nordosthimmel ist das Himmels-W, die Kassiopeia zu sehen.

(Alle Uhrzeiten in MESZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V.

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Der Sternenhimmel im Juni

Zur Zeit (2018) sind etwa 3.500 Exoplaneten, d.h. Planeten, die nicht zu unserem Sonnensystem gehören, bekannt. Die Mehrzahl dieser Funde ist hauptsächlich auf die 2009 von der US-Raumfahrtbehörde NASA gestartete Sonde KEPLER zurückzuführen. Die Messinstrumente dieser Sonde registrierten dabei die Helligkeitsschwankungen, die ein Planet beim Vorüberziehen, eines sog. Transits, vor dem hellen Hintergrund seines Muttersterns verursacht. Die Astronomen können aus diesem Vorgang Rückschlüsse auf einige physikalische Eigenschaften  des vorüberziehenden Objektes ziehen (z.B. ob es sich u.a. um Gesteins- oder Gasplaneten handelt). Am 19. April 2018 startete die NASA einen neuen Exoplanetenjäger namens TESS, den „Transiting Exoplanet Survey Satellite“, dessen vier 10-cm-Teleskope etwa 200.000 Sterne auf einem Areal von annähernd 85% des gesamten Himmels nach Exoplaneten durchmustern soll. Auf seiner endgültigen Bahnposition, die TESS nach einem Swing-by-Manöver um den Mond erreicht hat, soll die Sonde im Juni dieses Jahres seine Beobachtungen aufnehmen. Die NASA hofft, dass in den nächsten zwei Jahren etwa 20.000 neue bislang unbekannte Exoplaneten aufgefunden werden.

Am 21. Juni um 12:07 Uhr tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Krebs. Gleichzeitig erreicht sie damit ihren höchsten Stand über dem Südhorizont, es beginnt der astronomische Sommer. Die Sonne steht an diesem Tag etwa 16 Stunden über dem Horizont. Am 6. Juni haben wir abnehmenden Halbmond, am 13. Juni Neumond, am 20. Juni zunehmenden Halbmond und am 28. Juni Vollmond. Für die Merkurbeobachtung benötigt man ein Fernglas, um den flinken Planeten am Monatsende gegen 22:30 Uhr für eine Viertelstunde am tiefen Westhorizont zu beobachten. Venus steht am abendlichen Westhimmel und ist als helles Objekt bereits in der Dämmerung nicht zu übersehen. Den roten Mars kann man etwa eine Stunde nach Mitternacht bis zur Morgendämmerung am Südosthorizont ausmachen. Den Gasriesen Jupiter sieht man nach seinem Aufgang am abendlichen Osthimmel während der ganzen Nacht. Am 23. Juni gegen 23:00 Uhr begegnet er am Südhimmel dem zunehmenden Mond. Der Ringplanet Saturn ist ebenfalls ein Objekt für die ganze Nacht, man findet ihn am Südosthimmel. Auch er hat am 28. Juni gegen 4:00 Uhr ein Rendezvous mit dem Mond.

Wegen der kurzen und teils hellen Juninächte kann der Beobachter am Sternenhimmel relativ wenige Sterne sehen. Auffallend ist am hohen Südosthimmel das sog. Sommerdreieck, bestehend aus den drei hellen Hauptsternen Wega im Sternbild Leier, Deneb im Sternbild Schwan und Atair im Sternbild Adler.

(Alle Uhrzeiten MESZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V.

 

 

www.sternwarte-tornesch.deDer Sternenhimmel im Mai

Bald nach der Entdeckung der vier großen Jupiter-Monde durch Galileo Galilei (1564-1642) gelang es den Astronomen des 17. Jahrhunderts ziemlich schnell – und auch präzise – die Umlaufzeiten der Monde zu berechnen und damit auch ihre gleichförmig ablaufenden Erscheinungszeiten vorherzusagen. Als der dänische Astronom Ole Römer (1644-1710) die  Ein- und Austrittspunkte des Jupiter-Mondes Io aus dem Schatten des Planeten beobachtete, stellte er fest, dass diese Ereignisse nicht immer zum vorausberechneten Zeitpunkt eintraten. Es beobachtete es mal früher, mal später, je nachdem, in welchem Abstand sich Erde und Jupiter in Abhängigkeit ihres Ortes auf ihrer Umlaufbahn befanden. War der Abstand zwischen beiden Planeten relativ klein, sah Römer die Ereignisse früher als berechnet, bei relativ großem Abstand entsprechend später. Ole Römer zog daraus den richtigen Schluss: Die unterschiedlichen Zeitpunkte entstehen, weil die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes nicht unendlich und damit augenblicklich, sondern endlich groß ist. 1676 gab er dies der Fachwelt bekannt. Aus Römers Angaben errechnete der niederländische Astronom Christiaan Huygens (1629-1695) unter Berücksichtigung der damaligen Messgenauigkeit einen Wert von umgerechnet 212.000 km/Sek. Der wahre Wert beträgt knapp 300.000 km/Sek.

Am 14. Mai tritt die Sonne in das Sternbild Stier, und für die Horoskopleser wechselt die Sonne am 21. Mai in das Tierkreiszeichen Zwillinge. Am 8. Mai haben wir abnehmenden Halbmond, am 15. Mai Neumond, am 22. Mai zunehmenden Halbmond und am 29. Mai Vollmond. Der flinke Merkur bleibt den ganzen Monat unter dem Horizont und ist somit nicht sichtbar. Venus ist am tiefen abendlichen Nordwesthorizont zunächst im Sternbild Stier, ab dem 19. Mai im Sternbild Zwillinge zu sehen. Der rote Mars ist ein Objekt für Frühaufsteher. Er ist gegen 4:00 Uhr morgens im tiefen Südosten zu sehen. Er wechselt am 15. Mai vom Schützen in den Steinbock. Der Gasriese Jupiter ist ein Objekt für die ganze Nacht. Wir finden ihn am Südhimmel 20 Grad über dem Horizont im Sternbild Waage. Am 27. Mai trifft er sich mit dem fast vollen Mond. Der Ringplanet Saturn ist in den Morgenstunden am tiefen Südosthimmel zu sehen. Am 5. Mai steht er nahe beim Mond.

Das Sternbild Zwillinge geht am Nordwesthorizont unter, während das Frühlingssternbild Löwe hoch am Südwesthimmel zu sehen ist. Die Deichselspitze des Großen Wagens zeigt genau auf den Zenit. Am Südosthimmel sind bereits die Sommersternbilder Schwan und Leier vollständig zu sehen, und am tiefen Nordhorizont sehen wir das Himmels-W, das Sternbild Kassiopeia.

(Alle Uhrzeiten in MESZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag,  im Beig Verlag:

Der Sternenhimmel im April

Die Kreisbahngeschwindigkeit eines Raumflugkörpers um die Erde nennt man auch die erste kosmische Geschwindigkeit. Sie ist von der Größe und Masse des zu umkreisenden Körpers abhängig und beträgt bei der Erde in 180 km Höhe etwa 7,8 km/Sek. Damit könnte man die Entfernung Uetersen-Elmshorn in einer Sekunde zurücklegen. Die Internationale Raumstation ISS fliegt in 400 km Höhe mit dieser Geschwindigkeit – die umgerechnet 28.000 km/h entspricht – in etwa 90 Minuten um die Erde. Um den Anziehungsbereich der Erde verlassen zu können, wie es z.B. für Mondflugkörper oder Planetensonden erforderlich ist, muss die Geschwindigkeit weiter erhöht werden. Diese sog. Fluchtgeschwindigkeit nennt man auch die zweite kosmische Geschwindigkeit. Sie beträgt 11,2 km/Sek. D.h. von Uetersen nach Wedel brauchte es nur eine Sekunde. Die dritte kosmische Geschwindigkeit bezeichnet die Fluchtgeschwindigkeit aus dem Anziehungsbereich der Sonne. Sie beträgt am Ort der Erde 42,1 km/Sek. Startet ein Flugkörper mit der Flugrichtung der Erde um die Sonne, die ihrerseits mit 29,8 km/Sek die Sonne umkreist, so muss der Flugkörper auf 12,3 km/Sek. (42,1 km/Sek. – 29,8 km/Sek.) beschleunigt werden, damit er das Sonnensystem verlassen kann.

Am 19. April tritt die Sonne in das Sternbild Widder und am 20. April in das Tierkreiszeichen Stier. Den Mond sehen wir im April folgendermaßen: am 8. April als abnehmenden Halbmond, am 16. April als Neumond, am 22. April als zunehmenden Halbmond und am 30. April als Vollmond. Der flinke Merkur bleibt den ganzen Monat über unter dem Horizont und ist daher nicht zu sehen. Die helle Venus ist zur Zeit Abendstern. Sie geht im Monatsverlauf zwischen 21:00 Uhr und 23:00 Uhr unter. Der rote Mars ist ein Objekt für die Morgenstunden, allerdings steht er sehr tief am Südosthorizont. Am 8. April treffen sich Mars, Saturn und der Mond zu einem Stelldichein. Der Gasriese Jupiter ist in der zweiten Nachthälfte am tiefen Südosthimmel zu sehen, am 4. April trifft der Planet mit dem Mond zusammen. Der Ringplanet Saturn ist den ganzen Monat über immer in Marsnähe zu sehen.

Die bekannteste Fixsternkonstellation des Nordhimmels, der Große Wagen als Teil des Sternbildes Große Bärin (Ursa Major), steht um die Monatsmitte genau im Zenit. Folgt man dem Bogen der Wagendeichsel um die doppelte Länge, trifft man auf den hellen Arktur, Hauptstern im Sternbild Bärenhüter (Bootes). Unterhalb des Wagenkastens finden wir das Frühlingssternbild Löwe (Leo). Das Sternbild Zwillinge (Gemini) ziert den Westhimmel, während am tiefen Nordosthimmel die Sternbilder Leier (Lyra) und Schwan (Cygnus) den heranziehenden Sommer ankündigen.

(Alle Uhrzeiten in MESZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

 

 

Der Sternenhimmel im März

Die Meteorologen haben den Frühlingsanfang auf den 1. März festgelegt. Der astronomische Frühlingsbeginn hingegen, von dem u.a. auch der Zeitpunkt des Osterfestes abhängt, wird mit der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche definiert. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator von Süd nach Nord überquert. Diese Stelle nennt man auch den Frühlingspunkt. Das Ereignis findet dieses Jahr am 20. März um 17:15 Uhr statt. Von nun an werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Nach einem Umlauf der Erde um die Sonne, also nach einem Jahr, passiert die Sonne erneut den Frühlingspunkt. Im Kalender zählen wir in sog. Gemeinjahren für diese Zeitspanne 365 Tage. Weil die Zeit von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt aber nicht genau 365 Tage dauert, sondern 365,2422 Tage, verspätet sich der astronomische Frühlingsbeginn von Jahr zu Jahr um etwa sechs Stunden gegenüber dem Vorjahr. Damit das Ereignis im Kalender nicht immer weiter nach hinten wandert, wird in jedem vierten Jahr ein zusätzlicher Tag eingeschoben, der 29. Februar als Schalttag. Kleine Eselsbrücke: Die olympischen Sommerspiele finden stets in einem Schaltjahr statt.

Am 12. März tritt die Sonne in das Sternbild Fische und am 20. März um 17:15 Uhr (s.o.) in das Tierkreiszeichen Widder. Am 25. März beginnt die Sommerzeit, die Uhren werden eine Stunde vorgestellt. Am 2. März haben wir Vollmond, am 9. März abnehmenden Halbmond, am 17. März Neumond, am 24. März zunehmenden Halbmond und am 31. März wieder Vollmond. Am 22. März um Mitternacht bedeckt der Mond Aldebaran, den Hauptstern im Stier. Zwischen dem 7. und 20. März ist der flinke Merkur eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang gegen 19:00 Uhr etwa 30 Minuten lang am tiefen Westhimmel zu sehen. Venus erhebt sich um 5 Grad knapp über den abendlichen Westhorizont. Am 15. März trifft sie dabei auf Merkur. Der rote Mars ist ein Objekt des Morgenhimmels, seine Aufgänge am Osthorizont verschieben sich von 3:00 Uhr im Monatslauf auf 2:15 Uhr (3:15 Uhr MESZ). Die Jupiteraufgänge am Südosthimmel verfrühen sich im Monatslauf von 0:30 Uhr auf 22:30 Uhr (23:30 Uhr MESZ). Der Ringplanet Saturn ist wie Mars ein Objekt des Morgenhimmels, seine Aufgänge erfolgen im Monatslauf zwischen 4:10 Uhr und 2:10 Uhr (3:10 Uhr MESZ).

Den Löwen als dominierendes Frühlingssternbild sehen wir am hohen Südosthimmel. Dort finden wir auch das Sternbild Zwillinge, und am tiefen Westhimmel verschwindet allmählich das Wintersternbild Orion. Der Große Wagen steht fast im Zenit, und über den Himmelsnordpol hinweg am Nordhorizont kann man noch das Himmels-W, die Kassiopeia, ausmachen.

(Alle Uhrzeiten in MEZ, ab 25.3. in MESZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

 

Der Sternenhimmel im Februar

Schaut man in einen Himmelsatlas oder auf eine drehbare Sternenkarte, so stellt man fest, dass neben den Namen der Sternbilder auch einzelne Sterne mit Eigennamen genannt werden. So sind fast alle hellen bzw. Hauptsterne vieler Sternbilder mit Eigennamen versehen, wie z.B. Sirius im Großen Hund, Beteigeuze im Orion, Aldebaran im Stier u.v.a. mehr. Alle diese Namen haben einen zumeist arabischen, griechischen oder lateinischen Ursprung. Bei der Internationalen Astronomischen Union IAU gibt es eine Arbeitsgruppe für Sternnamen, die Working Group of Star Names WGSN. Diese Gruppe hat kürzlich 86 neue Einträge in die Namensliste aufgenommen. Am Himmel gibt es nun 313 Sterne mit Eigennamen. Neu ist, dass nun auch Namen aus anderen Kulturkreisen und Sprachräumen aufgenommen wurden. So gibt es jetzt im Sternbild Skorpion z.B. die Namen Xamidimura und Pipirima. Der erste Name stammt aus einer südafrikanischen Sprache und bedeutet „die Augen des Löwen“. Der zweite Name kommt aus einer tahitianischen Erzählung über zwei unzertrennliche Zwillinge.

Am 16. Februar tritt die Sonne in das Sternbild Wassermann, und am 18. Februar geht sie für die Horoskopleser in das Tierkreiszeichen Fische. Am 7. Februar haben wir abnehmenden Halbmond, am 15. Februar Neumond und am 23. Februar zunehmenden Halbmond. An eben diesem Tag um 17:55 Uhr bedeckt der Mond mit seinem dunklen Ostrand Aldebaran, den Hauptstern im Stier, und gibt ihn nach einer Stunde um 18:55 Uhr am hellen Westrand wieder frei. Der flinke Merkur steht am Tageshimmel in Sonnennachbarschaft und ist daher unsichtbar. Venus ist im letzten Monatsdrittel am tiefen Westhimmel wieder als Abendstern auszumachen. Der rote Mars ist gegen 6:30 Uhr am tiefen Südosthimmel zu sehen; am 9. Februar trifft er auf Antares, den Hauptstern im Skorpion, mit dem er wegen seiner roten Farbe leicht verwechselt werden kann. Der Gasriese Jupiter geht kurz vor Mitternacht im Sternbild Waage am Südosthimmel auf; er bleibt den ganzen Monat über Objekt der zweiten Nachthälfte. Den Ringplaneten Saturn finden wir ebenfalls ab Monatsmitte in den Morgenstunden am tiefen Südosthimmel.

Das Wintersternbild Orion wandert allmählich in den Südwesthimmel, während am Südosthimmel das Frühlingssternbild Löwe nicht zu übersehen ist. Fast im Zenit senkrecht über dem Beobachter sieht man die Zwillinge mit ihren beiden Hauptsternen Kastor und Pollux. Am Nordosthimmel zieht der Große Wagen, Teil des Sternbildes Großer Bär, seinen Weg. Ihm gegenüber am Nordwesthimmel finden wir das Himmels-W, die Kassiopeia.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

 

Der Sternenhimmel im Januar

Bis gegen Ende des 16. Jhdts. glaubte man, dass die Sterne an der Innenseite einer undurchsichtigen Kugelschale, der sog. Sternensphäre, unveränderlich „fixiert“ seien. Diese Sphäre umschloß alle sichtbaren Objekte am Himmel, jenseits dieser Sphäre war Gott. Über die Entfernung bis zu dieser Weltengrenze gab es keine Vorstellung, aber sie befand sich auf jeden Fall jenseits der Umlaufbahn des entferntesten Planeten Saturn. Als Galileo Galilei (1564-1642) als erster Astronom mit dem gerade erfundenen Teleskop zu Beginn des 17. Jhdts. die Milchstraße betrachtete, sah er zu seinem Erstaunen Myriaden von Sternen. Die allumfassende geschlossene Sternensphäre wurde damit hinfällig; er blickte in die Tiefe unserer Galaxis, denn alle Sterne, die man am nächtlichen Himmel sieht, gehören ausnahmslos zur Milchstraße. Unter der Annahme, dass alle Sterne gleich groß und gleich hell seien, betrachteten die damaligen Astronomen die leuchtkräftigsten Sterne als nahe stehend, während die schwächer leuchtenden weiter entfernt seien. Heute wissen wir, dass es sowohl leuchtschwache sog. Zwergsterne wie auch leuchtkräftige Riesensterne in unserer Milchstraße gibt.

Am 20. Januar tritt die Sonne in das Sternbild Steinbock und am gleichen Tag in das Tierkreiszeichen Wassermann. Am 2. Januar haben wir Vollmond, am 8. Januar abnehmenden Halbmond, am 17. Januar Neumond, am 24. Januar zunehmenden Halbmond und am 31. Januar wieder Vollmond. Die Planetensichtbarkeit findet in diesem Monat ausschließlich in den frühen Morgenstunden statt. Am 11. Januar gegen 7:00 Uhr trifft am Südhimmel in einer auffälligen Dreiecksformation die schmale Mondsichel mit den Planeten Jupiter und Mars zusammen. Merkur ist zusammen mit dem – allerdings nur schwach leuchtenden – Ringplaneten Saturn um den 15. Januar ab 7:45 Uhr am tiefen Südosthorizont bis zum Ende der Dämmerung gegen 8:00 Uhr zu sehen. Venus steht hinter der Sonne am Tageshimmel und ist daher nicht zu sehen. Mit Aufgängen zwischen 4:00 Uhr am Monatsanfang und bereits 2:00 Uhr am Monatsende ist der Gasriese Jupiter ein Objekt für die Frühaufsteher. Die Sichtbarkeit des Saturn verschwindet in der östlichen Morgendämmerung.

Der Himmelsjäger Orion steht nun als Wintersternbild in beeindruckender Pracht am Südhimmel. Links neben seinem linken Fußstern strahlt Sirius als der hellste Fixstern des ganzen Himmels. Oberhalb des Orion ein Stück nach Südost sieht man die Zwillinge mit den Hauptsternen Kastor und Pollux, während ebenfalls oberhalb, jedoch nach Südwest der Stier mit seinem hellen Hauptstern Aldebaran zu sehen ist.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. www.sternwarte-tornesch.de

 

 

 

 



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