Monatsvorschau

Info zur Seite Vorschau

Auf dieser Seite werden die Monatsvorschauen so vorgestellt, wie sie im UENA-Tip erscheinen. Ältere Vorschauen findet man weiter unten auf dieser Seite. Bei den Vorschauen findet man auch jeden Monat ein Sachthema über astronomisches Grundwissen; diese Sachthemen werden pro Kalenderjahr zusammengefasst. Dazu gibt es eine Übersicht aller bisher veröffentlichten Sachthemen, abzurufen rechts im Menü.

 

Der Sternenhimmel im November

Das Vorhaben der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, die Sonde „Schiaparelli“ auf dem roten Planeten Mars weich zu landen, fand am 16. Oktober 2016 ein jähes Ende. Nach der Trennung von der Muttersonde entfaltete sich in elf Kilometer Höhe der Bremsfallschirm, und kurz danach wurden die beiden Hitzeschilder abgesprengt. Leider schalteten die Bremstriebwerke zu früh ab. Schiaparelli schlug mit 540 km/h Fallgeschwindigkeit aus 3.700 Meter Höhe auf der Oberfläche auf und zerschellte. Der Lander war während der gesamten Abstiegsphase per Funk mit der Muttersonde verbunden, die die empfangenen Daten speichern und zur Erde funken konnte. Daher war es möglich, den Verlauf der mißglückten Landung sekundengenau nachzuvollziehen. Eine Untersuchungskommission fand als Ursache einen Programmierfehler in der Software des Bordrechners. Schiaparelli hatte zwar zusätzlich Messgeräte für Temperatur, Druck und Reinheit der Marsatmospäre an Bord, war aber in der Hauptsache als Testobjekt vorgesehen, welches die Möglichkeit von weichen Landungen für spätere Missionen ausloten sollte.

Am 22. November verzeichnen die Horoskopleser den Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Schütze. Einen Tag später wechselt sie real in das Sternbild Skorpion und am 29. November in das Sternbild Schlangenträger. Den Mond sehen wir am 4. November als Vollmond, am 10. November als abnehmenden Halbmond, am 18. November als Neumond und am 26. November als zunehmenden Halbmond. Der flinke Merkur hat zwar seinen größten östlichen Sonnenabstand, aber seine Bahn verläuft unterhalb des Horizonts, er ist daher nicht zu sehen. Venus verläßt im Laufe des Monats den Morgenhimmel. Am 13. November gegen 7:00 Uhr trifft sie knapp über dem Südosthorizont mit nur einer halben Vollmondbreite Abstand auf den Riesenplaneten Jupiter. Der rote Mars ist ebenfalls am tiefen Südosthimmel ein Morgenobjekt. Seine Aufgänge gegen 4:00 Uhr verändern sich den ganzen Monat über nur unwesentlich. Den Gasriesen Jupiter findet man ebenfalls als ein Objekt der frühen Morgenstunden am tiefen Südosthimmel. Der Ringplanet Saturn kommt in Sonnennähe und verabschiedet sich als Abendobjekt am tiefen Südwesthimmel.

Am Osthimmel erscheinen die Wintersternbilder Orion, Stier und Zwillinge, während am Westhimmel die Sommersternbilder Schwan und Leier das Firmament verlassen. Die Deichsel des Großen Wagens zeigt ziemlich genau auf den Nordpunkt. Das Himmels-W Kassiopeia finden wir senkrecht über uns im Zenit. Am hohen Südwesthimmel ist das Herbstviereck des Sternbildes Pegasus gut zu sehen.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V.

 Der Sternenhimmel im Oktober

Das Sternbild Walfisch ist ein großflächiges Herbststernbild. Man findet das unscheinbare, aber dennoch viertgrößte Sternbild am tiefen Südhimmel. Am 13. August 1596 entdeckte der ostfriesische Pfarrer und Amateurastronom David Fabricius (1564-1617), dass der Stern Omikron Ceti (o Ceti) im Sternbild Walfisch langfristige Helligkeitsänderungen zeigte. 43 Jahre später fand der friesische Astronom Johann Holwarda (1618-1651) heraus, dass Omikron Ceti mit einer Periode von etwa 11 Monaten seine Helligkeit veränderte. Wegen dieser Eigenschaft verlieh ihm der Danziger Astronom Johann Hevelius (1611-1687) den Namen „Mira“, d.h. „die Wundersame“. Die Helligkeit des 300 Lichtjahre entfernten roten Riesensterns, der vierhundertmal größer als die Sonne ist, schwankt mit einer Periode von 331 Tagen zwischen fast unsichtbar und auffallender Helligkeit. Mira wurde zum Prototyp einer Klasse von langperiodisch veränderlichen Sternen. Man kennt Mira-Sterne mit  Helligkeitsperioden zwischen rund 80 und 1000 Tagen.

Am 23. Oktober tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion und am 30. Oktober in das Sternbild Waage. In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober werden um 3:00 Uhr MESZ die Uhren um eine Stunde zurückgestellt, es beginnt die Winterzeit. Der Mond zeigt sich folgendermaßen: am 6. Oktober als Vollmond, am 12. Oktober als abnehmender Halbmond, am 19. Oktober als unsichtbarer Neumond und am 27. Oktober als zunehmender Halbmond. Der flinke Merkur steht in Sonnennähe bzw. hinter der Sonne und ist daher unsichtbar. Die morgendlichen Aufgänge der Venus wandern allmählich in die aufkommende Morgendämmerung, ab Monatsmitte ist der Planet nicht mehr zu sehen. Der rote Mars geht am tiefen Osthorizont den ganzen Monat gleichbleibend gegen 5:15 Uhr auf und wandert wie die Venus in den heller werdenden Morgenhimmel. Am 5. Oktober gegen 6:00 Uhr treffen sich Venus und Mars genau am Ostpunkt knapp über dem Horizont im Abstand von etwa einer Vollmondbreite. Der Gasriese Jupiter steht in Sonnennähe und ist daher unsichtbar. Die Abendsichtbarkeit des Saturn verkürzt sich ebenfalls, seine Untergänge am Westhimmel verändern sich im Monatsverlauf von 22:10 Uhr (MESZ) auf 19:20 Uhr (MEZ).

Am Osthimmel rücken allmählich die Wintersternbilder herauf; um den 15. Oktober ist der Himmelsjäger Orion voll sichtbar, ihm voran Richtung Süden läuft der Stier. Am Nordosthimmel tauchen die Zwillinge auf, während senkrecht über uns das Himmels-W, die Kassiopeia, zu sehen ist. In der dunklen Neumondnacht am 19. Oktober kann man mit Glück unsere Nachbargalaxie, den Andromedanebel, im Zenit sehen.

(Alle Uhrzeiten MESZ, ab 29.10. MEZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V. sternwarte-tornesch.de

Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag, Uetersener Zeitung im Beig Verlag:

 

Der Sternenhimmel im September

Helium ist nach Wasserstoff das zweithäufigste Element im Universum. Erzeugt wird es im Inneren von Sternen durch Fusion von vier Wasserstoffkernen zu einem Heliumkern. Bei diesem Prozess verliert z.B. unsere Sonne pro Sekunde vier Millionen Tonnen Materie, die in reine Strahlungsenergie umgewandelt wird. Auf der Erde entsteht Helium durch radioaktive Vorgänge in den Elementen Uran und Radium. Es sammelt sich in Erdgasvorkommen und kann somit gewonnen werden. Bis zum Jahr 1868 war Helium den Chemikern völlig unbekannt. Der französische Astronom Pierre Jules C. Janssen (1824-1907) entdeckte während der totalen Sonnenfinsternis am 18. August 1868 in Indien im Spektrum der Sonnenchromosphäre eine Spektrallinie, die bis dahin in Laborexperimenten noch nie gesehen worden war. Spektrallinien sind gewissermaßen die Fingerabdrücke der chemischen Elemente. Weil diese Spektrallinie – und damit das neue Element – zunächst nur in der Sonnenchromosphäre nachgewiesen werden konnte, bekam es auf Vorschlag zweier britischer Astronomen den Namen Helium, abgeleitet von Helios, dem griechischen Sonnengott.

Am 16.09. wechselt die Sonne vom Sternbild Löwe in das Sternbild Jungfrau. Mit ihrem Eintritt in das Tierkreiszeichen Waage am 22.09. um 22:02 Uhr (MESZ) beginnt mit der Tagundnachgleiche der astronomische Herbst. Von nun an werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Am 06.09. haben wir Vollmond, am 13.09. abnehmenden Halbmond, am 20.09. Neumond und am 28.09. zunehmenden Halbmond. Zwischen dem 12.09. und 17.09. kann man am tiefen Osthimmel etwa von 4:45 Uhr bis 5:15 Uhr den flinken Merkur erspähen. Venus bleibt nach wie vor Morgenstern. Am 19.09. bildet sie am Osthorizont mit den drei M-Objekten Mond, Merkur und Mars eine senkrechte Kette. Einen Tag später passiert sie mit nur einer Vollmondbreite Abstand Regulus, den Hauptstern im Löwen. Den roten Mars kann man ab dem 20.09. knapp über dem Osthorizont in der Morgendämmerung erspähen. Der Gasriese Jupiter ist bis zum 12.09. noch am tiefen abendlichen Westhorizont zu sehen, danach ist er unsichtbar. Der Ringplanet Saturn ist den ganzen Monat über am tiefen Südhimmel zu sehen. Am 26.09. trifft er auf die Sichel des zunehmenden Mondes.

Das Sommerdreieck, gebildet von Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler, wandert zum Westhimmel. Am hohen Südhimmel steht das Pegasus-Quadrat als dominantes Herbststernbild. Im Osten klettert der Stier über den Horizont, während senkrecht über dem Beobachter das Himmels-W, die Kassiopeia, zu sehen ist. Den Großen Wagen findet man am tiefen Nordhimmel.

Lutz Zimmermann, RVST e.V. sternwarte-tornesch.de (Alle Uhrzeiten in MESZ)

 

 

Der Sternenhimmel im August

Am 21. August findet ein spektakuläres Himmelsereignis statt: eine totale Sonnenfinsternis. Leider ist dieses eindrucksvolle Naturschauspiel bei uns in Europa nicht zu sehen. Wer die schwarze Sonne dennoch sehen will, muß sich in die USA begeben. Gegen 10:15 Uhr Ortszeit (19:15 Uhr MESZ) berührt der Mondschatten vom Pazific kommend im nordwestlichen Bundesstaat Oregon den nordamerikanischen Kontinent. In 90 Minuten rast der etwa 100 km breite Mondschatten 4.000 km weiter über 14 Bundesstaaten hinweg nach Südosten, wo er gegen 14:45 Uhr Ortszeit (20:45 Uhr MESZ) in South Carolina das Festland zum Atlantic hin verläßt. Man spricht zwar von einer Sonnenfinsternis, astrophysikalisch betrachtet ist es jedoch eine Sternbedeckung, denn die Sonne ist ja ein Fixstern, der während dieses Ereignisses von der Erde aus gesehen vom Mond bedeckt wird. Die amerikanischen Beobachter können innerhalb der Kernschattenzone mit durchschnittlich zwei Minuten Totalitätsdauer die schwarze Sonne sehen. In der Bundesrepublik ist erst im Jahre 2081 im äußersten Südwesten wieder eine totale Sonnenfinsternis zu sehen.

Am 10. August tritt die Sonne in das Sternbild Löwe, und für die Horoskopleser wechselt sie am 22. August in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Am 7. August haben wir Vollmond, am 15. August abnehmenden Halbmond, am 21. August Neumond (Sonnenfinsternis) und am 29. August zunehmenden Halbmond. Der kleine Merkur steht vor der Sonne und ist während des gesamten Augusts nicht zu sehen. Unser Nachbarplanet Venus ist Morgenstern. Ihr Aufgang verlagert sich von 2:45 Uhr am Monatsanfang auf 3:30 Uhr zum Monatsende. Der rote Mars steht in Sonnennähe am Tageshimmel und ist daher nicht zu sehen. Der Riesenplanet Jupiter ist ein Objekt für die Zeit nach Sonnenuntergang. Er verläßt den Westhimmel zwischen 23:15 Uhr am Monatsanfang und 21:30 Uhr am Monatsende. Die Untergänge des Ringplaneten Saturn ändern sich vom Monatsanfang von 2:15 Uhr auf die Zeit vor Mitternacht gegen 23:10 Uhr zum Monatsende.

Das Sommerdreieck, gebildet von Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler ist die beherrschende Konfiguration am hohen Südhimmel. Die sieben hellen Sterne des Großen Wagens, Teil des Sternbildes Großer Bär, sehen wir am Nordwesthimmel, während am Nordosthimmel das Himmels-W, die Kassiopeia zu sehen ist. Etwas östlich davon sind um die Monatsmitte etwa zwischen 2:00 Uhr und 4:00 Uhr im Sternbild Perseus Sternschnuppen, die sog Perseïden, zu bewundern. Man nennt sie auch die Tränen des Laurentius.

Lutz Zimmermann, RVST e.V.   sternwarte-tornesch.de (Alle Uhrzeiten in MESZ)

 

Der Sternenhimmel im Juli

Fixsterne heißen Fixsterne, weil sie am Himmel „fixiert“ sind, d.h. weil sie ihre Position zueinander nicht verändern. Ein babylonischer Himmelsbeobachter würde heute die gleichen Sternbilder erkennen wie zu seiner Zeit vor 4.000 Jahren. Diese scheinbare Unbeweglichkeit ist jedoch eine optische Täuschung, denn die Fixsterne bewegen sich durchaus, und zwar ziemlich schnell. Aber die enormen Entfernungen und unsere relativ kurze Lebenszeit verhindern, dass wir diese Bewegungen wahrnehmen können. Es gibt z.B. im Sternbild Schlangenträger den mit 5,9 Lichtjahren Entfernung relativ nahen mit bloßem Auge jedoch nicht sichtbaren „Barnards Pfeilstern“, benannt nach dem amerikanischen Astronom Edward Emerson Barnard (1857-1923), der im Jahre 1916 die schnelle Bewegung des Sterns entdeckte. Dieser rote Zwergstern bewegt sich in ca. 170 Jahren um eine Vollmondbreite am Himmel weiter. Die schnellsten bislang gemessenen Sternbewegungen liegen bei etwa 500 km pro Sekunde. Auch unsere Sonne zieht zusammen mit ihren Planeten und allen zum Sonnensystem gehörenden Objekten mit etwa 20 km pro Sekunde an ihren Nachbarsternen vorbei.

Am 20. Juli tritt die Sonne in das Sternbild Krebs und am 22. Juli wechselt sie in das Tierkreiszeichen Löwe. Am 1. Juli sehen wir den zunehmenden Halbmond, am 9. Juli den Vollmond, am 16. Juli den abnehmenden Halbmond, und am 23. Juli haben wir Neumond. Am 30. Juli gibt es wieder einen zunehmenden Halbmond. Merkur erreicht seinen größten östlichen Sonnenabstand, ist aber dennoch nicht am abendlichen Westhimmel zu sehen, weil er um 10 Grad südlicher als die Sonne steht und daher am hellen Himmel nicht sichtbar ist. Unser Nachbarplanet Venus ist Morgenstern, sie geht im Laufe des Monats zwischen 3:00 Uhr und 2:45 Uhr am Osthimmel auf. Der rote Planet Mars steht in Sonnennähe und ist daher nicht zu sehen. Der Riesenplanet Jupiter ist ein Vormitternachtsobjekt, am Monatsende geht er gegen 23:20 Uhr am Westhimmel unter. Auch die Untergänge des Ringplaneten Saturn ereignen sich immer früher: am Monatsanfang gegen 4:15 Uhr, am Monatsende gegen 2:15 Uhr.

Wir sehen im Zenit mit den drei Sternen Deneb im Sternbild Schwan, Wega im Sternbild Leier und Atair im Sternbild Adler das sog. Sommerdreieck. Am Osthimmel ist das Pegasusquadrat zu sehen, und im Nordosten kann man bei dunklem und mondfreiem Nachthimmel unsere Nachbargalaxie, den Andromedaspiralnebel erkennen. Am Nordwesthimmel glänzt der Große Wagen, gegenüber am Nordosthimmel erkennt man das Himmels-W, das Sternbild Kassiopeia.

Lutz Zimmermann, RVST e.V.   sternwarte-tornesch.de (Alle Uhrzeiten in MESZ)

Dazu veröffentlicht im TIP am Sonntag, Beig Verlag:

Der Sternenhimmel im Juni

Unsere über 100.000 Lichtjahre durchmessende Galaxis, die Milchstraße, enthält Schätzungen zufolge ungefähr 200 bis 300 Milliarden Sterne. Diese riesige Menge datenmäßig in Tabellen oder Katalogen zu erfassen, ist unmöglich. Trotz dieser myriadenhaften Anzahl waren die Astronomen zu allen Zeiten bemüht, einzelne Sterne zur Wiederauffindung am Firmament mit möglichst genauen Koordinaten zu versehen. Die ältesten derartigen Erfassungsversuche stammen von den Babyloniern. Im zweiten vorchristlichen Jahrhundert schuf der griechische Astronom Hipparchos daraus einen Sternkatalog mit cirka 900 Sternen. 300 Jahre später erschien ein Katalog des Alexandriners Claudius Ptolemäus mit 1.055 von Alexandria aus sichtbaren Sternen. Die Kataloge von Johann Bayer (1572-1625) von 1603 und John Flamsteed (1646-1719) von 1712 enthielten bereits jeweils ein paar tausend Sterne. Im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts wurden mit der sog. Bonner Durchmusterung und der Cordoba Durchmusterung etwa 939.000 Sterne katalogisiert. Heutzutage gibt es Spezialkataloge u.a. für Doppelsterne, für Sternhelligkeiten, über Röntgenstrahler und Infrarot-Objekte. Der Katalog des Satellitenteleskopes Kepler von 2009 zählt 13 Millionen Sterne und der Katalog des US-Naval-Instituts verzeichnet gar über eine Milliarde Sterne.

Am 21. Juni um 6:24 Uhr MESZ tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Krebs. Dies ist zugleich der astronomische Sommeranfang. Wir haben dann mit sechs Stunden die kürzeste Nacht des Jahres. Am 1. Juni haben wir zunehmenden Halbmond, am 9. Juni Vollmond, am 17. Juni abnehmenden Halbmond und am 24. Juni Neumond. Merkur befindet sich den ganzen Monat über am Tageshimmel und ist somit nicht zu sehen. Unser Nachbarplanet Venus ist etwas für Frühaufsteher. Ihr Aufgang von 3:30 Uhr am Monatsanfang verfrüht sich auf 2:50 Uhr zum Monatsende. Mars hat seine Abendsichtbarkeit beendet und bleibt vorerst unsichtbar. Die bisherige Ganze-Nacht-Präsenz des Riesenplaneten Jupiter geht allmählich zurück. Am Monatsende geht er bereits gegen 1: 20 Uhr unter. Der Ringplanet Saturn ist ein Objekt für die ganze Nacht. Am 9. und 10. Juni begegnen sich am Südhimmel Vollmond und Saturn.

Da die Juni-Nächte relativ kurz sind, sehen wir nur die markantesten Sternbilder an unserem hellen städtischen Nachthimmel. Das Frühlingssternbild Löwe verläßt am Westhorizont den Himmel, während über den Osthorizont die markanten Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler heraufziehen. Die Deichsel des Großen Wagens zeigt fast genau auf den Südpunkt, und am Nordhimmel sehen wir das Himmels-W, die Kassiopeia.

 Lutz Zimmermann, RVST e.V.   sternwarte-tornesch.de  (Alle Uhrzeiten in MESZ)

 

Der Sternenhimmel im Mai

Die Naturwissenschaften waren seit Jahrhunderten überwiegend eine Domäne der Männer. Weil Frauen erst zum Ende des 19. Jhdts. vereinzelt zum fachlichen Universitätsstudium zugelassen wurden, waren sie bis dahin ziemlich rar vertreten. Dies gilt ganz besonders für die Astronomie. In den vorangegangenen 300 Jahren kommt man höchstens auf ein Dutzend von ihnen, wahrscheinlich sind es weniger. Eine herausragende Frau in dieser kleinen Schar war die Schwester des Uranus-Entdeckers William Herrschel (1738-1822), Karoline Herschel (1750-1848). Neben ihrer Tätigkeit als Hauswirtschafterin ihres Bruders assistierte sie ihm immer mehr bei seinen astronomischen Studien. Dadurch erarbeitete sie sich im Laufe der Zeit viel astronomisches Fachwissen. Sie beobachtete den Himmel, entdeckte mehrere Kometen, und sie befreite die Beobachtungsdaten ihres Bruders von systematischen Fehlern. Sie schuf den ersten Zonenkatalog der Astronomie. Dabei handelt es sich um ein Tabellenwerk, welches die sehr genauen Positionen einer Reihe von Sternen enthält, die im Sichtbereich einer Sternwarte zu sehen sind. Bis zum Schluß ihres 97-jährigen Lebens war sie astronomisch tätig und pflegte intensive Kontakte zu anderen Fachastronomen des 19. Jhdts.

Am 14. Mai wandert die Sonne in das Sternbild Stier und für die Horoskopleser am 20. Mai in das Tierkreiszeichen Zwillinge. Am 3. Mai haben wir zunehmenden Halbmond, am 10. Mai Vollmond, am 19. Mai abnehmenden Halbmond und am 25. Mai Neumond. Obwohl Merkur einen großen Sonnenabstand von 25 Grad hat, bleibt er im Mai in unseren Breiten dennoch unsichtbar, weil seine Bahn unter dem Horizont verläuft. Venus geht am Monatsanfang gegen 4:30 Uhr auf, am Monatsende steigt sie bereits gegen 3:30 Uhr über den morgendlichen Osthorizont. Mars ist noch bis zur Monatsmitte am abendlichen tiefen Westhimmel auszumachen. Der Riesenplanet Jupiter zieht sich aus der zweiten Nachthälfte zurück, am Monatsende geht er gegen 3:20 Uhr unter. Zum Monatsanfang geht der Ringplanet Saturn eine halbe Stunde nach Mitternacht auf, zum Monatsende erfolgt sein Aufgang bereits gegen 22:15 Uhr.

Die Wintersternbilder verlassen den Westhimmel, vom Sternbild Zwillinge sind nur noch die Hauptsterne Kastor und Pollux am tiefen Westhimmel zu sehen. Der Löwe wird Sternbild des Nordwesthimmels, und im Osten zieht das Sommersternbild Schwan herauf, das manchmal wegen seiner Form auch Kreuz des Nordens genannt wird. Ihm voran geht das Sternbild Leier mit der hell glänzenden Wega. Den Großen Wagen, Teil des Sternbildes Großer Bär, finden wir oberhalb des Löwen etwas westlich vom Zenit.

 Lutz Zimmermann, RVST e.V.   sternwarte-tornesch.de (Alle Uhrzeiten in MESZ)

Der Sternenhimmel im April

Am 15. September 2017 geht mit dem gezielten Absturz und Verglühen in der Saturnatmosphäre die Doppelmission Cassini-Huygens zur Erkundung des Saturnsystems als eines der erfolgreichsten Unternehmen der Raumfahrtgeschichte zu Ende. Mit einer Startmasse von 2350 kg und zwölf wissenschaftlichen Instrumenten bestückt hob am 15. Oktober 1997 mit einer Titan-Rakete die NASA/ESA-Sonde in Cap Canaveral (Florida/USA) ab.  Sie passierte zweimal – im April 1998 und im Juni 1999 – die Venus, anschließend im August 1999 die Erde, näherte sich im Januar 2000 dem Asteroiden (2685) Masursky, holte im Dezember 2000 beim Jupiter erneuten Schwung und erreichte im Juni 2004 nach 3,5 Mrd km Flugstrecke und knapp sieben Jahren Flugzeit ihr Ziel, den Ringplaneten Saturn. Das im Huckepack mitgeführte ESA-Landermodul Huygens landete nach fehlerloser Trennung von Cassini im Januar 2005 erfolgreich auf dem Saturnmond Titan. Er ist der einzige Mond im Sonnensystem, der über eine dichte Atmosphäre verfügt. Cassini hat bis zum Missionsende den Saturn 294mal auf unterschiedlichen Bahnen umrundet, hat 160mal die großen Monde angeflogen und in der ganzen Missionszeit mehr als 370.000 Bilder zur Erde gefunkt.

Am 18.April tritt die Sonne in das Sternbild Widder und einen Tag später in das Tierkreiszeichen Stier. Am 3. April sehen wir den zunehmenden Halbmond, am 11. April haben wir Vollmond, am 19. April abnehmenden Halbmond und am 26. April Neumond. Merkur ist am Monatsbeginn ab etwa 20:45 Uhr für eine halbe Stunde am tiefen Westhorizont sichtbar. Venus ist Morgenstern und geht gegen 6:00 Uhr am Osthimmel auf. Sie wird im heller werdenden Morgenhimmel gegen 6:45 Uhr unsichtbar. Der rote Mars ist am tiefen abendlichen Westhimmel bis etwa 23:00 Uhr zu sehen. Jupiter ist als dominierender Planet nach seinen Aufgängen gegen 19:45 Uhr die ganze Nacht über zu sehen. Am 10. April zieht der Vollmond in nur 1,4° Abstand (etwa zweieinhalb Vollmonddurchmesser) an dem Riesenplaneten vorbei. Der Ringplanet Saturn ist zwischen 2:30 Uhr und 6:00 Uhr als Objekt der letzten Nachtstunden am Südosthimmel zu sehen.

Das Frühlingssternbild Löwe steht hoch am Südhimmel. Sein 77 Lichtjahre entfernter Hauptstern Regulus befindet sich ziemlich genau auf der Ekliptik, der scheinbaren Sonnenbahn. Am Nordosthimmel melden sich bereits die Sommersternbilder Leier und Schwan an, während am Nordwesthimmel das Wintersternbild Zwillinge allmählich das Firmament verläßt. Im Zenit, senkrecht über dem Beobachter, steht der Große Wagen, ihm gegenüber am Nordhimmel ist das Himmels-W, die Kassiopeia, zu sehen.

Lutz Zimmermann, RVST e.V.   sternwarte-tornesch.de (Alle Uhrzeiten in MESZ)

Der Sternenhimmel im März

Der Name Elisabetha Hevelius wird vermutlich den wenigsten von uns etwas sagen. Die Tochter eines Danziger Kaufmanns lebte von 1647-1693 und wurde mit 16 Jahren die zweite Ehefrau des 52-jährigen verwitweten kinderlosen Bierbrauers, Astronomen, Ratsherrn und Bürgermeisters Johannes Hevelius. 1641 baute sich Hevelius auf dem Dach seines großen Hauses eine Sternwarte. Er veröffentlichte 1647 ein zweihundert Jahre lang geltendes Standardwerk für die Mondforschung. Er beobachtete Sonnenflecken, entdeckte 1652, 1661, 1672 und 1677 vier Kometen und kam zu dem Schluß, dass die Kometenbahnen parabelförmig sein müssen. Er korrespondierte mit englischen Astronomen und wurde 1679 von Edmond Halley, Namensgeber des Kometen Halley, besucht. All diese astronomischen Tätigkeiten erforderten viel Hilfe und Assistenz, und die fand er in seiner jungen Frau Elisabetha, die dadurch mit der Zeit zur Fachastronomin wurde. Nach dem Tod ihres Mannes 1687 veröffentlichte sie einen Sternenkatalog. Nebenbei pflegte sie Kontakte zu führenden europäischen Astronomen. Sie war die erste Frau, deren astronomische Leistung von den damaligen Fachleuten anerkannt wurde.

Am 12. März tritt die Sonne in das Sternbild Fische und am 20. März mit Beginn des Frühlings in das Tierkreiszeichen Widder. Am 5. März haben wir zunehmenden Halbmond, am 12. März Vollmond, am 20. März abnehmenden Halbmond und am 28. März Neumond. Am 26. März werden die Uhren von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorgestellt, wir haben dann bis zum 29. Oktober Sommerzeit. Merkur ist am Monatsende gegen 19:30 Uhr für 30 bis 45 Minuten am tiefen Westhorizont auszumachen. Es ist dies die einzige Sichtmöglichkeit des flinken Planeten in diesem Jahr. Die strahlende Venus verläßt um die Monatsmitte den westlichen Abendhimmel, und gegen Monatsende taucht sie als Morgenstern wieder am Osthimmel auf. Die Helligkeit des Mars wird am tiefen Westhimmel unauffälliger, er geht gegen 23:00 Uhr ganz unter. Der Riesenplanet Jupiter geht gegen 20:30 Uhr am Osthimmel auf und ist dann die ganze Nacht über zu sehen. Der Ringplanet Saturn geht immer früher auf: seine Aufgänge verlagern sich allmählich von der zweiten Nachthälfte auf die Zeit um Mitternacht.

Das Frühlingssternbild Löwe rückt an den hohen Südhimmel, während am Südosthimmel das Sternbild Jungfrau heraufzieht. Am Südwesthimmel sind die Zwillinge gut zu sehen. Der Himmelsjäger Orion, beherrschendes Sternbild des Winters, verabschiedet sich am tiefen Westhimmel. Der Große Wagen steht senkrecht über dem Beobachter im Zenit, das Himmels-W, die Kassiopeia, kann man am Nordwesthimmel erkennen.

Der Sternenhimmel im Februar

Das Spezialgebiet der amerikanischen Astronomin Henrietta S. Leavitt (1868-1921) war die Untersuchung von pulsationsveränderlichen Sternen. Das sind Sterne, deren Durchmesser aufgrund von inneren gravitativ-physikalischen Prozessen mit der Präzision eines Uhrwerkes regelmäßig schwankt. Man nennt sie Cepheiden, nach ihrem Prototyp, dem 887 Lichtjahre entfernten Stern Delta Cephei im Sternbild Kepheus. Im Jahre 1912 entdeckte Miss Leavitt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Dauer einer Schwankung und der damit einhergehenden Helligkeitsveränderung des Sterns. Beide Parameter lassen sich ziemlich genau messen. Man kann über diese sog. Perioden-Leuchtkraft-Beziehung die Entfernungen von Cepheiden ermitteln. Als Edwin P. Hubble (1889-1953) die Randbereiche des Andromedanebels, die bereits 1917 in Einzelsterne aufgelöst worden waren, im Jahre 1923 näher untersuchte, fanden sich darunter auch Cepheiden. Mit ihnen ermittelte er über die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung eine Entfernung des Andromedanebels von (zunächst noch fehlerbehafteten) 900.000 Lichtjahren. 2005 wurde dieser Wert auf 2,5 Mill. Lichtjahre korrigiert.

Am 16.2. wandert die Sonne in das Sternbild Wassermann, und am 18.2. tritt sie in das Tierkreiszeichen Fische. Den Mond sehen wir folgendermaßen: am 4.2. als zunehmenden Halbmond, am 11.2. als Vollmond, am 18.2. als abnehmenden Halbmond, und am 25.2. haben wir Neumond. Am 5.2. um 23:30 Uhr kommt es zu einer streifenden Berührung zwischen Mond und Aldebaran, dem Hauptstern im Stier. Merkur bleibt im Februar unsichtbar. Venus ist wie in den vorangegangenen Monaten strahlender Abendstern, am 17.2. erreicht sie ihre größte Helligkeit. Sie geht gegen 21:15 Uhr zusammen mit dem in ihrer unmittelbaren östlichen Nachbarschaft stehenden Mars im Westen unter. Die Aufgänge des Jupiter verlagern sich allmählich in die erste Nachthälfte: gegen Monatsanfang von 23:30 Uhr auf 21:40 Uhr zum Monatsende. Am 15.2. begegnet er dem abnehmenden Mond. Der Ringplanet Saturn wird Objekt des Morgenhimmels, seine Aufgänge am Osthorizont verfrühen sich im Monatsverlauf von 5:00 Uhr auf 4:15 Uhr.

Obwohl um die Monatsmitte im Südosten bereits das Frühlingssternbild Löwe gut zu sehen ist, so dominieren doch nach wie vor die Wintersternbilder den Himmel. Der Südwesthimmel wird vom Himmelsjäger Orion beherrscht, während fast im Zenit die Zwillinge mit Kastor und Pollux zu sehen sind. Westlich von ihnen steht der Stier. Am hohen Nordosthimmel glänzt der große Wagen, ihm gegenüber am Nordwesthimmel ist das Himmels-W, die Kassiopeia, nicht zu übersehen.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Der Sternenhimmel im Januar

Alle Sterne, die wir am nächtlichen Himmel mit dem bloßen Auge sehen können, gehören ausnahmslos zu unserer Galaxis, der Milchstraße. Als Galileo Galilei (1564-1642) das gerade erfundene Teleskop 1610 als erster auf die Milchstraße richtete, stellte er erstaunt fest, dass sich das silbrige Band in Wirklichkeit aus einer Unzahl von Sternen zusammensetzt. Mit der Verbesserung der Optiken in den nachfolgenden Jahrhunderten sahen die Beobachter neben den Sternen auch nebelhafte flächige Gebilde. Erst vor gut neunzig Jahren gelang es Edwin Hubble (1889-1953), ein solches Gebilde, den Andromeda-Nebel, in Einzelsterne aufzulösen. Damit wurde bewiesen, dass dieser Nebel eine eigenständige und gleichzeitig unsere nächstgelegene Galaxie ist und nicht zu unserer Milchstraße gehört. Ein mit dem Hubble-Weltraumteleskop erzeugtes Foto aus dem Jahr 2012 zeigt einen winzigen Himmelsausschnitt, der etwa dem dreizehnmillionsten Teil des gesamten Himmels entspricht. Darauf sind über 5500 Galaxien zu sehen. Die daraus resultierenden 71,5 Milliarden Galaxien für den gesamten Himmel sind vermutlich auch nur ein Bruchteil aller Galaxien des Universums.

Am 19.1. tritt die Sonne in das Sternbild Steinbock und gleichzeitig für die Horoskopleser in das Tierkreiszeichen Wassermann. Am 5.1. sehen wir den zunehmenden Halbmond; am 12.1. haben wir Vollmond, am 19.1. abnehmenden Halbmond und am 28.1. Neumond. Merkur kann um den 14.1. herum mit viel Glück am tiefen Südosthimmel gegen 7:00 Uhr morgens gesehen werden. Im Gegensatz dazu zeigt sich die Venus als strahlender Abendstern am Südwesthimmel. Im Laufe des Monats geht sie zwischen 20:30 Uhr und 21:30 Uhr im Westen unter. Den roten Mars sieht man ebenfalls im Westen am frühen Abendhimmel. Er geht gegen 21:50 Uhr unter. Am 31.1. gegen 20:00 Uhr treffen sich Mars und Venus zusammen mit der schmalen zunehmenden Mondsichel am Südwesthimmel. Der Riesenplanet Jupiter wird Objekt der zweiten Nachthälfte. Er geht gegen Mitternacht im Osten auf und ist bis zur Morgendämmerung zu sehen. Der Ringplanet Saturn taucht nach einem Monat Sichtpause wieder gegen 6:00 Uhr morgens am Osthorizont auf.

Der Winterhimmel zeigt nun seine schönsten Sternbilder: Den Himmelsjäger Orion und den Stier mit seinem roten Auge, dem Stern Aldebaran, sehen wir am hohen Südhimmel, östlich vom Stier die Zwillinge mit Kastor und Pollux, und noch weiter östlich klettert mit dem Löwen bereits das erste Frühlingssternbild über den Horizont. Nördlich vom Stier in Zenitnähe sieht man Perseus, und am Westhimmel nähert sich das Pegasus-Quadrat dem Horizont.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

                             Der Sternenhimmel im Dezember (4.12. – 1.1.)

Weil die Sterne für uns unerreichbar sind, umgibt sie etwas geheimnisvoll-mythisches, etwas, das man mit real-irdischen Erscheinungen nicht so recht vergleichen kann. Die Menschen können das sichtbare Geschehen am Firmament nicht beeinflussen, daher wurde der Sternenhimmel in fast allen Kulturen zum Sitz der Götter erkoren. Das scheinbare astronomische Erscheinungsbild wurde dabei für real gehalten, d.h. die Erde – und mit ihr der Beobachter – ist der Mittelpunkt der Welt, um die sich das gesamte Firmament scheinbar dreht und bewegt. Als Nikolaus Kopernikus (1473-1543) an Stelle der Erde die Sonne in den Mittelpunkt der Welt stellte, hat er diese Jahrtausende alte tragende astronomische Säule umgestoßen. Astronomie, die älteste aller Naturwissenschaften, war bis Kopernikus die Hüterin und Bewahrerin des scheinbaren Himmelsgeschehens. Durch den revolutionären Schritt des Kopernikus wurde sie somit die erste Naturwissenschaft, die etwas Unvorstellbares – nämlich die Sonne als Mittelpunkt der Welt – als Realität darstellte. Galileo Galilei (1564-1642), Physiker und Anhänger des heliozentrischen Weltbildes, öffnete mit seinen Experimenten das Tor zur realen Sichtweise. Aus Metaphysik wurde echte Physik.

Am 18.12. tritt die Sonne in das Sternbild Schütze, und am 21.12. wechselt sie in das Tierkreiszeichen Steinbock. An diesem Tag beginnt um 11:44 Uhr auch der astronomische Winter. Den Mond sehen wir folgendermaßen: am 7.12. zunehmenden Halbmond, am 14.12. Vollmond, am 21.12. abnehmenden Halbmond und am 29.12. Neumond. Merkur schafft es den ganzen Monat lang nicht über die Horizontlinie, er ist somit unsichtbar. Unser Nachbarplanet, die Venus, strahlt unübersehbar hell am tiefen Westhimmel. Ihre Untergänge verändern sich im Monatslauf von 19:15 Uhr bis 20:30 Uhr. Mars ist ebenfalls den ganzen Monat über am abendlichen Südwesthimmel zu sehen, er geht so gegen 21:40 Uhr unter. Jupiter finden wir in der zweiten Nachthälfte ab 2:00 Uhr morgens bis gegen 7:30 Uhr am Südhimmel. Der Ringplanet Saturn steht in Sonnennähe und ist daher nachts nicht zu sehen.

Die Wintersternbilder zeigen nun ihre ganze Pracht. Sechs helle Sterne bilden das sog. Wintersechseck: beginnend am tiefen Südosthimmel mit Sirius im Großen Hund, weiter im Uhrzeigersinn mit Procyon im Kleinen Hund, am hohen Südosthimmel mit Pollux in den Zwillingen, weiter am Südhimmel bis fast zum Zenit mit Capella im Fuhrmann, sodann wieder abwärts am halbhohen Südhimmel Aldebaran im Stier und zuletzt am tiefen Südosthimmel Rigel im Orion und von da aus wieder nach Osten zum Sirius.

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Der Sternenhimmel im November (2.11. – 7.12.)

Es gibt heutzutage so gut wie keine privaten Berufsastronomen. Das war nicht immer so. Bevor die astronomische Forschung gegen Ende des 19. Jhdts. von Instituten übernommen wurde, fand sie größtenteils durch frei wirkende Astronomen statt. Eine herausragende Person auf diesem Gebiet war der von etwa 1780 bis 1816 in Lilienthal bei Bremen wirkende Oberamtmann Johann Hieronymus Schroeter (1745-1816). Der Freizeitastronom baute sich mit eigenen Mitteln eine Privatsternwarte, die sich seinerzeit nach und nach zum größten und leistungsfähigsten Observatorium in Europa entwickelte. Die dazu erforderlichen Geräte wurden in eigenen Werkstätten hergestellt. Neben vielen anderen Beobachtungsinstrumenten entstand so 1793 u.a. auch ein acht Meter langes, mit einem 49 cm großen Metallspiegel ausgestattetes Riesenteleskop. In Schroeters Privatsternwarte wurde 1800 die „Vereinigte Astronomische Gesellschaft“ mit ihm als ersten Präsidenten gegründet. Sie gilt als Vorläuferin der 1863 gegründeten Astronomischen Gesellschaft mit Sitz in Hamburg.

Am 21.11. tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Schütze. Vom 23.11. bis zum 29.11. befindet sie sich im Sternbild Skorpion, danach im Sternbild Schlangenträger (lat.: Ophiuchus). Der Mond zeigt folgende Phasen: am 7.11. zunehmenden Halbmond, am 14.11. Vollmond, am 21.11. abnehmenden Halbmond und am 29.11. Neumond. Merkurs Abstand zur Sonne wächst zwar bis zu 18 Grad an, er ist aber wegen seiner geringen Höhe über dem Westhorizont in der Abenddämmerung nicht zu sehen. Venus ist von etwa 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr am tiefen Südwesthimmel als Abendstern zu sehen. Der rote Mars ist ebenfalls ein Objekt des südlichen Abendhimmel; dort geht er gegen 21:15 Uhr unter. Jupiter ist ein Objekt für Frühaufsteher. Er kann ab etwa 4:00 Uhr bis Sonnenaufgang am Osthimmel gesehen werden. Am 25.11. trifft er sich gegen 4:00 Uhr mit der schmalen abnehmenden Mondsichel. Der Ringplanet Saturn verläßt den Abendhimmel und ist in diesem Monat nicht mehr zu sehen.

Mit zunehmender Nachtlänge zeigen nun auch die Wintersternbilder ihre Pracht. Fast senkrecht über dem Beobachter steht das Himmels-W, die Kassiopeia. Etwas darunter Richtung Süd, genau im Zenit, kann man in einer mondlosen dunklen Nacht unsere Nachbargalaxie, den Andromeda-Nebel ausmachen. Am Osthimmel zieht der Himmelsjäger Orion herauf; über ihm glänzen Kastor und Pollux im Sternbild Zwillinge. Etwas weiter westlich zieht der Stier mit dem Siebengestirn Plejaden über den Himmel. Am hohen Südwesthimmel ist das Quadrat des Pegasus zu sehen, während am tiefen Nordhimmel die sieben Sterne des Großen Wagens zu bewundern sind.

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Der Sternenhimmel im Oktober (5.10. – 2.11.)

Wenn wir in unserer Region zum Sternenhimmel schauen, dann sehen wir wegen der Lichterflut der umliegenden Städte und Ortschaften selbst in einer klaren mondlosen Nacht nur ein paar Dutzend Sterne. Befindet man sich auf dem offenen Ozean oder im Hochgebirge, dann können es schon zwei- bis dreitausend sein. Professionelle Großteleskope, wie sie beispielsweise in der trockenen chilenischen Atacama-Hochebene in 2.600 Meter Höhe von der Europäischen Südsternwarte (European Southern Observatory ESO) betrieben werden, lichten auf ihren Fotos etliche zig-Millionen ab. Die im Dezember 2013 gestartete Weltraumsonde „Gaia“ der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency ESA), welche die Sterne unserer Galaxis, der Milchstraße, vermessen soll, erreichte im Januar 2014 ihre vorgesehene Position. Mit ihren z.Zt. vorliegenden Ergebnissen hat Gaia u.a. die Standorte von etwa 1,5 Milliarden Sterne erfaßt. Diese enorme Sternenmenge repräsentiert aber nur ca. ein Prozent der gesamten Sterne unserer Galaxis.

Für die Horoskopleser tritt die Sonne am 23.10. in das Tierkreiszeichen Skorpion, für die Astronomen wechselt sie am 31.10. in das Sternbild Waage. In der Nacht vom 29. auf den 30.10. werden die Uhren von MESZ für die nun wieder gültige MEZ um eine Stunde zurückgesetzt. Am 9.10. haben wir zunehmenden Halbmond, am 16.10. Vollmond, am 22.10. abnehmenden Halbmond und am 30.10. Neumond. Der sichtscheue Merkur ist am Monatsanfang in den frühen Morgenstunden gegen 5:50 Uhr am tiefen Osthorizont zu sehen. Am 11.10. trifft er sich knapp über dem Osthorizont gegen 7:00 Uhr mit Jupiter. Venus ist wegen der Abenddämmerung mit Glück am tiefen Westhimmel auszumachen, ihre Untergänge erfolgen zwischen 19:00 Uhr und 20:00 Uhr. Am tiefen Südwesthimmel, unterhalb des Sternbildes Adler, finden wir den roten Mars. Gegen 22:30 Uhr verläßt der Wüstenplanet den sichtbaren Himmel. Der Gasplanet Jupiter taucht in der zweiten Monatshälfte gegen 7:00 Uhr wieder am tiefen Osthimmel auf. Zum Beobachten der Begegnung Jupiter-Merkur am 11.10. (s. Merkur) ist ein Fernglas zu empfehlen. Am 6.10. gegen 19:30 Uhr begegnen sich am tiefen abendlichen Südwesthimmel der Ringplanet Saturn und die schmale Mondsichel.

Jede Jahreszeit hat eine dominante Sternkonstellation, so auch der Herbst. Zieht man vom Polarstern durch den äußersten rechten Stern des Himmels-W, der Kassiopeia, eine Linie und verlängert diese weiter nach Süden, so trifft man auf das sog. Herbstviereck. Es handelt sich um die vier hellsten Sterne des Sternbildes Pegasus, die zusammen das Pegasusquadrat bilden.

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Der Sternenhimmel im September (7.9. – 5.10.)

Ein Tag dauert 24 Stunden, und in dieser Zeit dreht sich die Erde einmal um ihre Achse. Das lernen wir schon in der Schule. Aber das stimmt nicht so ganz. Ein 24-Stunden-Tag wird nicht als eine Erdumdrehung definiert, sondern als die Zeitspanne zwischen zwei Sonnenhöchstständen oder – anders gesagt – von Mittag bis Mittag; man spricht dann auch von einem Sonnentag. Die richtige Zeitspanne einer Umdrehung mißt man mit einem Stern. Man peilt in einem Teleskop einen Stern an, notiert sich den Zeitpunkt und läßt anschließend das unbewegte Teleskop mit der Erdumdrehung einen vollen Kreis von 360 Grad beschreiben, bis der angepeilte Stern in der nächsten Nacht wieder im Zentrum des Teleskopes erscheint. Diese Zeitspanne dauert ziemlich genau 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden. Das nennt man dann einen Sterntag. Wo bleiben die fehlenden 3 Minuten und 56 Sekunden? Die Erde dreht sich nicht nur um sich selbst, sie umrundet auch die Sonne auf einer annähernden Kreisbahn. Das dauert etwa 365,25 Tage, d.h. sie wandert innerhalb eines vollen Tages etwa um ein Grad weiter. Damit die Sonne wieder in ihrem Höchststand zu sehen ist, muß sich die Erde noch ein Strück weiter um ihre Achse drehen, und das dauert genau 3 Minuten und 56 Sekunden.

Am 16.9. wandert die Sonne in das Sternbild Jungfrau, und für die Horoskopleser geht sie am 22.9. in das Tierkreiszeichen Waage. An diesem Tag beginnt um 16:21 Uhr der astronomische Herbst, die Tage werden wieder kürzer und die Nächte länger. Am 9.9. haben wir zunehmenden Halbmond, am 16.9. Vollmond, am 23.9. abnehmenden Halbmond und am 1.10. Neumond. Merkur kann mit etwas Glück um den 24.9. morgens gegen 6:30 Uhr am tiefen Osthimmel gesehen werden. Venus steht um die Monatsmitte am tiefen Westhimmel, sie ist aber wegen der hellen Dämmerung nur sehr schwer auszumachen. Den roten Mars finden wir abends am tiefen Südwesthimmel; um den 17.9. trifft er sich mit dem Mond und dem Ringplaneten Saturn. Der Gasriese Jupiter befindet sich am Himmel in Sonnennähe und ist daher nicht zu sehen. Der Ringplanet Saturn geht im Laufe des Monats immer früher in den Vormitternachtsstunden am Westhimmel unter. Am Monatsende wandert er gegen 21:30 Uhr unter den Westhorizont.

Das Sommerdreieck, bestehend aus den Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler verlagert sich allmählich zum Westhimmel, während am Osthimmel bereits das Herbststernbild Stier heraufzieht. Das Himmels-W Kassiopeia befindet sich senkrecht über dem Beobachter. Am Nordhimmel sehen wir den Großen Wagen. Seine sieben hellen Sterne gehören zum Sternbild Großer Bär.

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Der Sternenhimmel im August (3.8. – 7.9.)

Den Gasplaneten Saturn nennt man auch den Herrn der Ringe. Es ist immer wieder ein faszinierender Anblick, den die rund 120.000 km durchmessende Planetenkugel mit ihrem schimmernden, annähernd eine Million Kilometer durchmessenden Ringsystem in einem Teleskop dem Beobachter bietet. Seit 400 Jahren wissen die Astronomen von der Existenz des Ringes, aber bis heute gibt es keine eindeutige Erklärung über seine Entstehung. Er setzt sich scheinbar aus über 100.000 konzentrischen Einzelringen zusammen. Die Dicke des aus staubkorn- bis hausgroßen Eis- und Felsstücken bestehenden Ringsystems, die den Planetenkörper exakt in dessen Äquatorebene in etwa sieben bis vierzehn Stunden umkreisen, beträgt  nur ein paar Dutzend Kilometer. Man vermutet, dass die Ringe die Reste eines oder mehrerer Monde sind, die dem Planeten zu nahe gekommen und dadurch von dessen Schwerkraft zerrissen worden sind. Eine andere These besagt, dass die enorme Schwerkraft des Planeten vorüberziehende Kometen oder Asteroide eingefangen und zerrissen und die Trümmerreste in eine äquatoriale Umlaufbahn gezwungen hat.

Am 10.8. wandert die Sonne in das Sternbild Löwe, und für die Horoskopleser wechselt sie am 22.8. in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Den Mond sehen wir in folgenden Phasen: am 10.8. als zunehmenden Halbmond, am 18.8. als Vollmond, am 25.8. als abnehmenden Halbmond und am 1.9. als Neumond. Merkur hat um die Monatsmitte für eine Abendsichtbarkeit den größten östlichen Abstand von der Sonne, aber sein Untergang erfolgt in der hellen Abenddämmerung, und er ist daher nicht zu sehen. Venus erscheint unterhalb des Sternbildes Löwe allmählich am Abendhimmel, sie geht aber bereits gegen 21:00 Uhr ziemlich genau im Westen unter. Mars finden wir um die Monatsmitte im Sternbild Skorpion etwa 10 Grad über dem Horizont am tiefen Südhimmel. Vom 22.8. bis 26.8. zieht er am rötlichen Skorpion-Hauptstern Antares vorbei. Gegen 22:00 Uhr geht er im Südwesten unter. Der Gasriese Jupiter verabschiedet sich vom Abendhimmel; ab dem 10.8. ist er in der Abenddämmerung mit bloßem Auge nicht mehr auszumachen. Mit etwas Wetterglück kann man am 27.8. knapp über dem Westpunkt mit einem Fernglas die äußerst enge Begegnung zwischen Jupiter und Venus sehen. Den Ringplaneten Saturn findet man am tiefen Südhimmel im Sternbild Skorpion.

August-Zeit ist Perseiden-Zeit. Das Maximum der Sternschnuppen, die aus dem namensgebenden Sternbild Perseus zu kommen scheinen, ist etwa um die Monatsmitte zwischen zwei Stunden vor und vier Stunden nach Mitternacht zu sehen.

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Der Sternenhimmel im Juli (6.7. – 3.8.)

Lichtstrahlen waren bis Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts die einzige Möglichkeit, etwas über die Physik der Sterne zu erfahren. 1932 fand der amerikanische Physiker und Radioingenieur Karl Guthe Jansky (1905-1950) auf der Suche nach störenden Ursachen im Funkverkehr heraus, dass die Milchstraße Radiostrahlen emittiert, und zwar vorzugsweise aus Richtung des Sternbildes Sagittarius (Schütze). Er gilt damit als Begründer der Radioastronomie. Dieser Zweig der Astronomie eröffnete den Astronomen ein weites Feld neuer Forschungsmöglichkeiten. Nennt man die optischen Teleskope gern „Augen“ ins Weltall, so kann man die Radioteleskope als „Ohren“ bezeichnen, denn ihre empfangenen Strahlen kann man nicht sehen. Dennoch sind viele bahnbrechende Erkenntnisse der Astronomie auf die Radioastronomie zurückzuführen. So lokalisierten 1974 zwei amerikanische Astronomen im Sternbild Schütze eine starke Radioquelle, Sagittarius A* (Stern). Heute ist bekannt, dass ausnahmslos alle Sterne neben Lichtstrahlen auch Radiostrahlen aussenden. So ist auch unsere Sonne ein Radiostrahler.

Am 20. tritt die Sonne in das Sternbild Krebs und am 21. in das Tierkreiszeichen Löwe. Am 4. hatte sie mit 153,1 Mill. km den größten Erdabstand (Mittlerer Wert: 149,6 Mill. km). Der Mond zeigt uns folgende Phasen: am 12. zunehmenden Halbmond, am 19. Vollmond, am 27. abnehmenden Halbmond und am 2.8. Neumond. Merkur steht am Monatsanfang am Tageshimmel hinter der Sonne und ist daher unsichtbar. Sein östlicher Sonnenabstand wächst zwar zum Monatsende auf 23 Grad, er bleibt aber abends dennoch unsichtbar, weil er sich unter dem Horizont bewegt. Venus steht ebenfalls am Monatsanfang unsichtbar hinter der Sonne; sie gewinnt zwar wie Merkur östlichen Abstand von ihr, bleibt aber bis Monatsende unsichtbar am Tageshimmel. Der rote Mars wird im Laufe des Monats Planet der ersten Nachthälfte, am Monatsende geht er gegen 0:30 Uhr am Westhorizont unter. Der Gasriese Jupiter ist im Sternbild Löwe ebenfalls ein Objekt der ersten Nachthälfte; er verläßt den westlichen Abendhimmel gegen 22:40 Uhr. Die Untergänge des Ringplaneten Saturn verlagern sich im Laufe des Monats von 3:40 Uhr auf 1:40 Uhr; er wird ebenfalls ein Objekt der ersten Nachthälfte.

Eine nicht zu übersehende Sternenkonstellation ist das sog. Sommerdreieck. Es wird mit der im Zenit stehenden Wega, Hauptstern der Leier, dem östlich davon stehenden Deneb, Hauptstern des Schwans, und dem südlich von diesen beiden stehenden Atair, Hauptstern des Adler, gebildet.

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Der Sternenhimmel im Juni

Blickt man zum nächtlichen Himmel, so sieht man die Sterne als einzelne, silbrig-weiß leuchtende Punkte. Nach dem heutigen Kenntnisstand sind aber 60 – 70% aller sichtbaren Sterne Doppel- oder sogar Mehrfachsternsysteme mit bis zu sechs Komponenten. Erst der Einsatz des Teleskopes ab Beginn des 17. Jhdts. machte diese Erkenntnis möglich. Es gibt sehr unterschiedliche Typen dieser Mehrfachsterne. Optische Doppelsterne nennt man die Systeme, deren Komponenten scheinbar am Himmel nahe beieinander stehen, in Wirklichkeit aber unterschiedliche Entfernungen haben. Physische Doppelsterne sind solche, die – ähnlich wie das Erde-Mond-System – zusammen  um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Ferner gibt es sog. photometrische Systeme. Hierbei bedeckt eine umlaufende kleinere Komponente eine größere in der Weise, dass uns der Stern mal als Einzel- und mal als Doppelstern erscheint. Diesen Typ nennt man auch Bedeckungsveränderlicher. Daneben gibt es noch spektroskopische Doppelsterne. Sie stehen so eng aneinander, dass sie am Teleskop nicht mehr als Einzelkomponenten aufgelöst werden können. Sie verraten sich durch periodische Verschiebungen der Spektrallinien in ihren Farbspektren.

Am 21.6. um 0:34 Uhr tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Krebs. Dies ist zugleich der Beginn des astronomischen Sommers. Wir haben dann die kürzeste Nacht und den längsten Tag des Jahres. Am 5.6. haben wir Neumond, am 12.6. zunehmenden Halbmond, am 20.6. Vollmond und am 27.6. abnehmenden Halbmond. Merkur hat zwar am 5.6. einen großen westlichen Winkelabstand von der Sonne, aber er steht unter dem Horizont und ist daher in unseren Breiten nicht zu sehen. Venus steht am Tageshimmel in Sonnennähe und ist somit nicht sichtbar. Am 6.6. befindet sie sich aus Erdsicht gesehen genau hinter der Sonne, wir haben dann eine Venusbedeckung durch die Sonne. Der rote Mars ist am Monatsanfang im Sternbild Waage noch bis in die frühen Morgenstunden zu sehen. Zum Monatsende geht er bereits gegen 2:20 Uhr unter. Der Riesenplanet Jupiter wird ebenfalls ein Objekt der ersten Nachthälfte. Seine Untergänge verlagern sich im Monatsverlauf von 2:20 Uhr zurück bis 1:30 Uhr. Der Ringplanet Saturn ist im Sternbild Schlangenträger die ganze Nacht über zu sehen.

Am hohen Osthimmel steht das Sternbild Schwan, dem sich in Richtung Süden die Leier mit dem hellen Stern Wega anschließt. Am Südhimmel glänzt im Sternbild Bootes, auch Rinderhirt oder Ochsentreiber genannt, der helle Stern Arktur, während am Wersthimmel das Frühlingssternbild Löwe allmählich den sommerlichen Himmel verläßt.

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Der Sternenhimmel im Mai

Herausragendes astronomisches Ereignis ist in diesem Monat der Merkurtransit am 9. Mai. Innerhalb der Erdbahn kreisen die Planeten Merkur und Venus um die Sonne. Es kann daher vorkommen, dass sie, von der Erde aus gesehen, über die Sonnenscheibe ziehen. Bei der Venus geschah dies zuletzt am 6. Juni 2012. Der nächste Venustransit findet erst wieder am 11. Dezember 2117 statt. Merkurtransite sind öfter, in hundert Jahren sind es etwa 13 bis 15. Wegen der Kleinheit des Merkurs vor der Sonnenscheibe (1/150stel des Sonnendurchmessers) kann man ihn ohne entsprechende Optik nicht sehen. Der diesjährige Transit läßt sich in voller Länge in ganz Europa beobachten. Er dauert von 13:12 Uhr bis 20:40 Uhr. Dies ist die einzigste Möglichkeit, den wegen seiner Sonnennähe sonst nur sehr schwer zu beobachtenden Planeten (im günstigsten Fall 15 – 30 Minuten vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang) länger sehen zu können. Er wandert in siebeneinhalb Stunden als gestochen scharfes schwarzes Pünktchen über die helle Sonnenscheibe. Aber niemals (!!) ohne Augenschutz in die Sonne schauen! Erblindungsgefahr!! Der nächste Merkurtransit findet am 11. November 2019 statt und ist auch in voller Länge von etwa fünfeinhalb Stunden zu sehen.

Am 14.5. tritt die Sonne in das Sternbild Stier und für die Horoskopleser am 20.5. in das Tierkreiszeichen Zwillinge. Der Mond zeigt sich uns folgendermaßen: am 6.5. als Neumond, am 13.5. als zunehmender Halbmond, am 21.5. als Vollmond und am 29.5. als abnehmender Halbmond. Merkur ist nur während des Transits am 9.5. zu sehen. Unser Nachbarplanet Venus steht am Tageshimmel und ist somit unsichtbar. Der rote Planet Mars wird im Laufe des Monats ein Objekt für die ganze Nacht. Am 30.5. ist er mit 75,3 Mill. km Abstand der Erde am nächsten. Der Gasriese Jupiter verläßt allmählich den Morgenhimmel, am Monatsende geht er bereits gegen 2:30 Uhr unter. Der Ringplanet Saturn wird im Laufe des Monats im Sternbild Schlangenträger ein Objekt für die ganze Nacht. Er begegnet dabei am 22.5. gegen Mitternacht dem Vollmond in nur 3° (ca. sechs Vollmonddurchmesser) Abstand.

Mitte Mai steht der vordere Deichselstern des Großen Wagens, Alkaid, senkrecht über dem Beobachter genau im Zenit. Eine Verbindungslinie Polarstern – Alkaid und weiter bis hinunter zum Horizont markiert dort exakt den Südpunkt des Himmels. Das Frühlingssternbild Löwe wandert nach Südwesten; am Nordhorizont gehen die Zwillinge unter. Nördliche Krone und Herkules stehen am Südosthimmel, und am Osthimmel kommen die Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler über die Horizontlinie.

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Der Sternenhimmel im April

Die Planeten des Sonnensystems werden im allgemeinen in zwei Gruppen aufgeteilt: In die innere Gruppe mit den Mitgliedern Merkur, Venus, Erde und Mars, den sog. felsigen Planeten, und in die äußere Gruppe mit den Mitgliedern Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, den sog. Gasplaneten. Auffallend ist, dass es in der inneren Gruppe nur drei Monde gibt, während sich in der äußeren z.Zt. 170 bekannte Monde tummeln. Der größte von ihnen und gleichzeitig der größte im Sonnensystem ist der Jupitermond Ganymed. Er ist mit einem Durchmesser von 5.262 km um 382 km größer als der Planet Merkur (4.880 km). Bis 1877 hatte die innere Gruppe nur einen Mond, unseren Erdmond. In jenem Jahr entdeckte der amerikanische Astronom Asaph Hall (1829-1907) die zwei winzigen Monde des Mars. Der größere mit etwa 22,5 km Durchmesser bekam den Namen Phobos (griech. = Furcht), und der kleinere mit 12,5 km Durchmesser den Namen Deimos (griech. = Schrecken), passend zum Namen des Kriegsgottes Mars. Phobos umkreist den Mars in nur 7,6 Stunden, ist somit schneller als die Rotation des Mars mit 24,6 Stunden. Er geht für einen Beobachter auf dem Mars zweimal pro Marsnacht am Westhimmel auf. Deimos umläuft den Mars in etwas mehr als 30 Stunden.

Am 18.4. tritt die Sonne in das Sternbild Widder und am 19.4. für die Horoskopleser in das Tierkreiszeichen Stier. Am 7.4. haben wir Neumond, am 14.4. zunehmenden Halbmond, am 22.4. Vollmond und am 30.4. abnehmenden Halbmond. Der April bietet die beste Abendsichtbarkeit des Merkur in diesem Jahr. Vom 8.4. bis 28.4. ist er abends am tiefen Westhimmel eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang gut zu sehen. Venus steht am Tageshimmel und ist damit unsichtbar. Dennoch kann mit einem Teleskop am 6.4. von 9:30 Uhr bis 10:40 Uhr die Venusbedeckung durch den abnehmenden Mond beobachtet werden. (Vorsicht mit Teleskopen wegen der Sonnennähe. Erblindungsgefahr!). Mars geht nach Mitternacht auf. Am 25.4. um 5:00 Uhr trifft er sich am tiefen Osthimmel mit Saturn und dem Mond, wozu sich noch unterhalb des Mars der Hauptstern des Skorpion, Antares, gesellt. Jupiter ist nach wie vor die ganze Nacht zu sehen. Der Ringplanet Saturn zieht parallel mit Mars in der zweiten Nachthälfte über den Südosthimmel.

Das Wintersternbild Orion verläßt den Westhimmel, im Südwesten sind die Zwillinge noch gut zu sehen. Hoch am Südhimmel dominiert das Frühlingssternbild Löwe, während am Osthimmel der Herkules heraufzieht. Der Große Wagen steht senlrecht über dem Beobachter im Zenit. Am Nordosthimmel begrüßen uns Leier und Schwan als Sommervorboten.

(Alle Uhrzeiten in MESZ)

Der Sternenhimmel im März

Uetersen ist bekanntermaßen eine sehr gefragte Hochzeitsstadt. Paare, die sich hier trauen lassen, schweben nicht nur im siebten Himmel, nein, sie können sich unter Umständen auch am Himmel wiederfinden, und zwar in Form eines kleinen Himmelskörpers, einem sog. Asteroiden. In der Reihenfolge der acht Planeten unseres Sonnensystems ist der Abstand zwischen dem vierten und fünften Planeten, nämlich Mars und dem Gasriesen Jupiter, relativ groß. Er wird von mehreren hunderttausend Kleinkörpern gefüllt, dem sog. Asteroidengürtel. Es sind Restobjekte, die bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben sind. Etliche zigtausend von ihnen sind namentlich und mit einer in Klammern gesetzten Nummer katalogisiert. Man findet sie bei Wikipedia unter dem Stichwort „Alphabetische Liste der Asteroiden“. Mit dem ersten Buchstaben des Vornamens öffnet sich eine Liste, in der man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seinen Namen finden wird. Und so kann man seiner oder seinem Liebsten wahrhaftig einen echten Stern am Himmel schenken. Leider kann man sie mit dem bloßen Auge nicht sehen, dafür sind sie einfach zu klein.

Am 23.3. tritt die Sonne in das Sternbild Fische, und für die Horoskopleser beginnt am 20.3. das Tierkreiszeichen Widder. In der Nacht vom 26. zum 27.3. werden die Uhren zum Beginn der Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt. Am 2.3. sehen wir den abnehmenden Halbmond; am 9.3. haben wir Neumond, am 15.3. zunehmenden Halbmond und am 23.3. Vollmond. Merkur wandert, von der Erde aus gesehen, in Ostrichtung hinter die Sonne, er steht somit unsichtbar am Tageshimmel. Venus verläßt den östlichen Morgenhimmel und kommt während der im Laufe des Monats immer früher einsetzenden Dämmerung der Sonne immer näher; im letzten Monatsdrittel ist sie dann am Tageshimmel unsichtbar. Mars wird zu einem hellen Objekt der zweiten Nachthälfte. Am 1.3. geht er gegen 0:55 Uhr MEZ auf und am 31.3. gegen 23:50 Uhr MEZ (= 0:50 Uhr MESZ). Jupiter kommt im Sternbild Löwe zu seiner Oppositionsstellung. Er steht dann am Himmel der Sonne gegenüber, wir sehen ihn daher die ganze Nacht als hellstes Himmelsobjekt. Der Ringplanet Saturn ist wie Mars ein Objekt der zweiten Nachthälfte. Die beiden Planeten treffen sich am tiefen Südhimmel im Sternbild Skorpion.

Das Frühlingssternbild Löwe steht hoch am Südhimmel, und darüber im Zenit sehen wir den Großen Wagen. Am Westhimmel verabschiedet sich das Wintersternbild Orion, während etwas östlich davon das Sternbild Zwillinge gut zu sehen ist. Am Nordosthimmel kommt schon als erster Sommervorbote der Schwan über den Horizont.

(Alle Uhrzeiten bis 26.3. MEZ, danach MESZ)

Der Sternenhimmel im Februar

Als im Jahre 1877 die sog. „Marskanäle“ des italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835-1910) publiziert wurden, konnte niemand ahnen, dass diese Erscheinung die Fachwelt rund 80 Jahre lang beschäftigen würde. Dabei handelte es sich bloß um einen Übersetzungsfehler in den englisch-sprachigen Medien: das italienische Wort „Canali“ wurde mit „canals“ (z.B. künstliche Wasserstraßen oder Grachten) statt korrekt mit „channels“ (z.B. natürlich vorkommende Wasserstraßen) übersetzt. Der äußerst scharfäugige Schiaparelli hatte auf der Marsoberfläche – hart an der menschlichen Wahrnehmungsgrenze – feine geradlinige Strukturen gesehen, die er als natürliche, einstmals durch Wasserfluß entstandene und mehrere tausend Kilometer lange Rinnen („Canali“) interpretierte. Die vermeintliche Künstlichkeit hatte einen jahrzehntelangen Glauben an Marsmenschen zur Folge, dessen Höhepunkt ein 1938 von dem amerikanischen Schauspieler und Regisseur Orson Welles (1915-1985) im Reportagestil gesendetes Hörspiel über eine Marsinvasion Panik unter den Zuhörern hervorrief. Erst die Fotos der Mariner-Marssonden aus den 1960er Jahren zeigten, dass sich die „Kanäle“ als Unzulänglichkeiten damaliger Teleskope und optische Täuschungen entpuppten.

Am 17.2. tritt die Sonne in das Sternbild Wassermann und am 19.2. in das Tierkreiszeichen Fische. Der Mond zeigt sich in folgenden Phasen: am 1.2. als abnehmender Halbmond, am 8.2. als Neumond, am 15.2. als zunehmender Halbmond und am 22.2. als Vollmond. Anfang Februar kann gegen 7:00 Uhr am östlichen Morgenhimmel mit etwas Glück Merkur für eine knappe halbe Stunde erspäht werden. Venus bleibt am tiefen Osthimmel Morgenstern, ist aber im Laufe des Monats ab etwa 7:30 Uhr wegen der aufgehenden Sonne nicht mehr zu sehen. Mars geht nach Mitternacht auf und ist somit während der zweiten Nachthälfte bis zum Sonnenaufgang ein helles Objekt am Himmel. Er begegnet am 1. und 29.2. dem abnehmenden Halbmond. Der Gasriese Jupiter ist fast die ganze Nacht über zu sehen, seine Aufgänge verlagern sich im Monatslauf von 20:50 Uhr am 1.2. auf 18:40 am 29.2. Die Sichtbarkeit des Ringplaneten Saturn ist etwas für Frühaufsteher: zum Monatsanfang geht er gegen 4:20 Uhr auf, am Monatsende bereits gegen 2:40 Uhr.

Die Wintersternbilder Orion, Stier und Zwillinge stehen hoch am Süd- und Südwesthimmel, am unteren Südhimmel glänzt der hellste Stern des gesamten Himmels, der 8,6 Lichtjahre entfernte Sirius im Großen Hund. Am Monatsende steht bereits das dominierende Frühlingssternbild Löwe hoch am Südosthimmel und kündigt damit den nahenden Frühling an.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

                                                 Der Sternenhimmel im Januar

Die Spezies Mensch ist äußerst neugierig. Unser Intellekt akzeptiert keine Grenze, stets wollen wir wissen, was sich jenseits einer Grenze verbirgt. Viele Menschen nehmen für einen Blick über den Zaun und die Zukunft die Astrologie zu Hilfe. Da die Sterne ja angeblich nicht lügen, soll eine astrologische Vorschau die Glanzpunkte und die Hürden des Lebens sichtbar machen – und das ganz besonders am Jahresanfang. Wenn man dann noch seine guten Vorsätze mit einem positiven Jahreshoroskop zusammenwirft, ist man gegen alles gewappnet. Ein Horoskop aus der Zeitung kostet nichts, und man bekommt eine Jahresprognose. Aber Astrologie ist, wenn es trotzdem anders kommt. Es gibt ganze Bibliotheken pro Astrologie, aber es gibt kein einziges Blatt Papier, auf dem auch das bewiesen wird, was die Astrologen voraussagen. „Professionelle“ Horoskope kosten viel Geld, doch der Nutzeffekt ist gleich Null. Wirft man zwei Hundert-Euro-Scheine in die Elbe, ist der Spaß, sie davonschwimmen zu sehen, wesentlich größer als der Wahrheitsgehalt der Aussagen und Deutungen eines Horoskopes, bei dem nur der gut bezahlte Astrologe der Gewinner ist.

Am 20.1. tritt die Sonne in das Sternbild Steinbock und gleichzeitig in das Tierkreiszeichen Wassermann. Der Mond ist in folgenden Phasen zu sehen: am 2.1. abnehmender Halbmond, am 10.1. Neumond, am 17.1. zunehmender Halbmond und am 24.1. Vollmond. Der scheue Merkur entzieht sich auch in diesem Monat wegen Sonnennähe der Beobachtung. Unser innerer Nachbarplanet Venus bleibt weiter wie in den vergangenen Monaten Morgenstern. Am 7.1. treffen sich Venus, der Ringplanet Saturn und die schmale abnehmende Mondsichel am tiefen Südosthimmel im Sternbild Skorpion, und am 9.1. trennen Venus und Saturn nur eine sechstel Vollmondbreite (5 Bogenminuten) voneinander. Den  rötlichen Mars findet man ebenfalls am südöstlichen Morgenhimmel; er geht im Laufe des Monats von etwa 2:10 Uhr bis gegen 1:40 Uhr auf. Der Gasriese Jupiter erscheint gegen 22:50 Uhr am Osthorizont; am Monatsende geschieht dies bereits gegen 20:50 Uhr. Der Ringplanet Saturn wird ebenfalls am östlichen Morgenhimmel sichtbar; seine Aufgangszeiten verschieben sich rückwärts von 6:00 Uhr bis 4:15 Uhr am Monatsende.

Die Wintersternbilder stehen nun in voller Pracht am Himmel: Orion im Süden, darüber der Stier mit den Plejaden, noch weiter im Zenit Perseus. Am Osthimmel kommt der Löwe über den Horizont, am hohen Südosthimmel leuchten Kastor und Pollux in den Zwillingen. Am Nordosthimmel sehen wir den Großen Wagen, ihm gegenüber über den Himmelsnordpol hinweg, das Himmels-W, die Kassiopeia.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Lutz Zimmermann, RVST e.V

Der Sternenhimmel im Dezember

Spricht man vom Tierkreis, so meint man damit die zwölf Sternbilder, welche die Sonne im Laufe eines Jahres durchläuft. Seinen Namen verdankt der Tierkreis der Tatsache, dass sieben von den zwölf Sternbildern Tiernamen haben, nämlich Widder, Stier, Krebs, Löwe, Skorpion, Steinbock und Fische. Genaugenommen müßten es aber dreizehn Sternbilder sein, denn zwischen Skorpion und Schütze befindet sich der südliche Teil des Sternbildes Schlangenträger. (lat. = Ophiuchus). Um diesen Teil zu durchqueren, benötigt die Sonne jedes Jahr 18 Tage, nämlich vom 30.11. bis 18.12. In dem von den Babyloniern vor 2.500 Jahren geschaffenen Zwölfer-Tierkreis hatte der Schlangenträger als dreizehntes Bild aber keine astrologische Bedeutung. Die Sternbildfigur stellt eine Schlange dar, die sich um einen Mann windet, und dieses Bild wurde bei den Griechen mit Äskulap, dem Gott der Heilkunde in Verbindung gebracht, von dem angeblich der berühmteste Arzt der Antike, Hippokrates, abstammen soll. Das Grundgesetz des Arztberufes, der Eid des Hippokrates, geht auf ihn zurück. Ein von einer Schlange umwundener Stab, der sog. Äskulapstab, ist noch heute das Symbol des ärztlichen Standes.

Am 18.12. tritt die Sonne in das Sternbild Schütze und am 22.12. in das Tierkreiszeichen Steinbock. An diesem Tag beginnt nach der längsten Nacht des Jahres um 5:48 Uhr der astronomische Winter. Am 3.12. haben wir abnehmenden Halbmond, am 11.12. Neumond, am 18.12. zunehmenden Halbmond und am 25.12. Vollmond. Am 24.12. um 6:00 Uhr morgens bedeckt er Aldebaran, den Hauptstern im Stier. An den letzten fünf Tagen des Jahres zwischen 17:00 Uhr und 17:45 Uhr kann man den flinken Merkur am tiefen Westhimmel sehen. Am 7.12. gegen 6:00 Uhr sieht man am Osthimmel die helle Venus, die abnehmende Mondsichel, den roten Mars und den Gasriesen Jupiter wie auf einer Schnur aufgefädelt im Sternbild Jungfrau. Einen Tag vorher, am 6.12. gegen 3:00 Uhr, haben Mars und die Mondsichel ein engstehendes Rendezvous. Die Aufgänge des Jupiter wandern im Laufe des Monats in die Vormitternachtsstunden. Der Ringplanet Saturn steht in Sonnennähe und ist daher nicht zu sehen.

Am hohen Südosthimmel steht Orion, der Himmelsjäger, und etwas höher in Richtung Süd sieht man den Stier, an dessen rechter Seite der Diamantenhaufen der Plejaden glitzert. Nordöstlich über dem Orion kann man die Zwillinge erkennen. Im Zenit befindet sich Perseus und weiter nordwestlich das Himmels-W, die Kassiopeia. Am tiefen Nordwesthimmel nimmt das Sommersternbild Schwan seinen Abschied.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Der Sternenhimmel im November

Die astronomische Wissenschaft ist die älteste Wissenschaft überhaupt. Der Blick zum gestirnten Himmel diente unseren Altvorderen wegen der wiederkehrenden jährlichen Erscheinungsbilder zunächst als Kalender für religiöse Feste oder für die richtigen Zeitpunkte für Aussaat und Ernte. Weil der Mensch das himmlische Geschehen nicht beeinflussen kann, erkor er den Himmel zum Sitz seiner Götter. Die beweglichen Objekte (Planeten, die Sonne und der Mond) sollten als Götterrepräsentanten das Schicksal der Menschen steuern. Gleichmäßig wiederkehrende Ereignisse kann man aber vorausberechnen, und aus dieser Möglichkeit entwickelte sich die Astrologie. Astronomie als nach realen Wahrheiten suchende Wissenschaft und Astrologie als Deutungskunst waren bis weit in das ausgehende Mittelalter fest miteinander verbunden. Bis zur Mitte des 19. Jhdts. wurde Astronomie ausschließlich als Positionsastronomie betrieben, d.h. sie strebte nach möglichst genauen Angaben über die Örter der Objekte am Himmel. Die Frage nach der Physik der Sterne stellte sich nicht; sie entziehen sich ja wegen ihrer Unerreichbarkeit einer physikalischen Untersuchung. Die einzigen Boten, die uns erreichen, sind ihre unterschiedlichen Strahlungen. Mit modernen Strahlungsempfängern lassen sich aus dem sichtbaren und infraroten Sternenlicht sowie ihrer Radio- und Röntgenstrahlung ihre physikalischen Eigenschaften erkennen und berechnen.

Am 22.11. tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Schütze und einen Tag später in das Sternbild Skorpion sowie am 30.11. in das Sternbild Schlangenträger. Am 3.11. haben wir abnehmenden Halbmond, am 11.11. Neumond, am 19.11. zunehmenden Halbmond und am 25.11. Vollmond. Merkur bewegt sich z.Zt. hinter der Sonne ostwärts und ist daher unsichtbar. Venus ist auch im November Morgenstern. Am 1.11. geht sie gegen 2:50 Uhr auf, am 15.11. gegen 3:15 Uhr und am 30.11. gegen 3:50 Uhr. Am 3.11. hat sie ein Rendezvous in nur 0,7 Grad Abstand mit Mars. Am 7.11. kann man vor Sonnenaufgang am tiefen Osthimmel die helle Venus und den rötlichen Mars zusammen mit der schmalen abnehmenden Mondsichel bewundern. In dieser Zusammenkunft gesellt sich etwas höher der Gasriese Jupiter hinzu. Die Abstände der drei Planeten zueinander nehmen zwar zu, aber bis etwa zum 20.11. bleiben sie ein schöner Anblick am morgendlichen Osthimmel.

Herbststernbilder sind im Zenit das Himmels-W, die Kassiopeia sowie etwas südöstlich davon der Perseus und südwestlich die Andromeda. Am Südosthimmel zieht das Wintersternbild Orion herauf, während am Nordwesthimmel die Sommersternbilder Schwan und Leier den Himmel verlassen.

(Alle Uhrzeiten in MEZ)

Der Sternenhimmel im Oktober

Wer anläßlich der Mondfinsternis in den Morgenstunden des 28. September von 4:10 Uhr bis 5:25 Uhr den verdunkelten Mond gesehen hat, wird sich fragen, warum der Mond nicht ganz unsichtbar war. Er lief ja in dieser Zeit durch den Kernschatten der Erde, hätte also unsichtbar sein müssen. Stattdessen sah man einen kupferfarbenen Mond, der wegen dieses Aussehens auch Blutmond genannt wird. Diese tiefrote Färbung hat ihre Ursache in der Erdatmosphäre. Auf der sonnenbeschienenen Erdhälfte wird am Rand der Erdkugel durch die Erdatmosphäre der langwellige Rotanteil des weißen Sonnenlichtes in den dunklen Schattenkegel gebrochen. Ein Beobachter auf dem Mond würde zur gleichen Zeit eine Sonnenfinstermis sehen. Er sähe die dunkle Seite der Erdkugel, umgeben von einem rötlichen Farbsaum. Dieser rote Lichtanteil des Sonnenlichtes ist noch hell genug, um dem Mond bei einer Finsternis die tiefrote Farbe zu verleihen.

Am 23.10. verzeichnen die Horoskopleser den Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion. Astronomisch wechselt sie am 31.10. vom Sternbild Jungfrau in das Sternbild Waage. Am Sonntag, dem 25.10. endet die Sommerzeit, die Uhren werden um 3:00 Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Am 4.10. haben wir abnehmenden Halbmond, am 13.10. Neumond, am 20.10. zunehmenden Halbmond und am 27.10. Vollmond. Am 29.10. bedeckt der Mond mit seinem Ostrand (links) den rötlichen Hauptstern des Stiers, Aldebaran. Er wird wegen seiner Farbe auch das „Auge“ des Stiers genannt. Die Bedeckung dauert von ca. 22:50 Uhr bis 23:55 Uhr (Winterzeit!). Am 11.10. gibt es frühmorgens eine wahre Planetenparade am Osthimmel zu sehen. Gegen 3:30 Uhr steigt die helle Venus über den Osthorizont, gefolgt gegen 4:10 vom Mars, dem wiederum gegen 4:20 Uhr der Jupiter hinterher geht. Gegen 6:00Uhr kommt dann die schmale abnehmende Mondsichel über den Osthorizont, und endlich gegen 6:10 Uhr wird auch noch der scheue Merkur sichtbar. Das Schauspiel verliert sich gegen 6:45 Uhr in der aufkommenden Dämmerung. Der Ringplanet Saturn hat den Abendhimmel verlassen. Er wird erst im Januar wieder am östlichen Morgenhimmel zu sehen sein.

Am Osthimmel sieht man das Sternbild Stier mit dem hellen Aldebaran, während senkrecht über dem Beobachter das Himmels-W, die Kassiopeia steht. Ihr gegenüber, über den Himmelsnordpol hinweg, ist der Große Wagen, Teil des Sternbilds Großer Bär, zu sehen. Das Sommerdreieck, bestehend aus Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler neigt sich dem Westhimmel zu. Gegen Monatsende kündigt am Osthimmel das Sternbild Orion schon den nahenden Winter an.

(Alle Uhrzeiten bis 25.10. MESZ, danach MEZ)

 

                                   



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