Monatsvorschau

Info zur Vorschau Seite

Auf dieser Seite werden die Monatsvorschauen so vorgestellt, wie sie im UENA-Tip erscheinen. Ältere Vorschauen findet man weiter unten auf dieser Seite. Bei den Vorschauen findet man auch jeden Monat ein Sachthema über astronomisches Grundwissen; diese Sachthemen werden pro Kalenderjahr zusammengefasst. Dazu gibt es eine Übersicht aller bisher veröffentlichten Sachthemen, abzurufen rechts im Menü. Zur Bild Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.

Der Sternenhimmel im Juli

Im Jahr 1927 entdeckte der belgische Astrophysiker Georges Lemaitre (1894-1966),  dass sich das Universum ausdehnt. Die gegenseitige Anziehungskraft der darin enthaltenen Materie müsse allerdings früher oder später die Oberhand bekommen und daher die Expansion des Universums allmählich abbremsen. Doch im Jahre 1998 entdeckten zwei Astrophysikerteams etwas völlig Unerwartetes: Die Expansionsrate verlangsamt sich gar nicht, im Gegenteil, das Universum dehnt sich immer schneller aus. Berechnungen ergaben, dass diese Beschleunigung vor etwa sieben Milliarden Jahren begann und seitdem immer größer wird. Es muß also eine Art Anti-Schwerkraft geben, die der Anziehungskraft der Materie entgegenwirkt. Der amerikanische Astrophysiker Michael S. Turner (geb. 1946) prägte für diese unbekannte Kraft im Jahr 1998 den Begriff „Dunkle Energie“. Das Wort Dunkel bezieht sich dabei nicht auf die Sichtbarkeit, sondern auf das Nichtwissen der Astrophysiker über das Wesen der Dunklen Energie. Man hat bis heute nicht herausgefunden, was Dunkle Energie ist, man kennt nur ihre Wirkung und weiß daher, dass es sie gibt.

Am 20. Juli tritt die Sonne in das Sternbild Krebs, und für die Horoskopleser wechselt sie am 22. Juli in das Tierkreiszeichen Löwe. Den Mond sehen wir am 5. Juli als Vollmond, am 13. Juli als abnehmenden Halbmond; am 20. Juli haben wir Neumond und am 27. Juli zunehmenden Halbmond. Merkur ist ab dem 24. Juli bis zum Monatsende am tiefen Nordosthorizont von 4:45 Uhr an für eine halbe Stunde sichtbar. Unser Nachbarplanet, die helle Venus, ist seit Anfang des vorigen Monats Morgenstern, sie ist bis zum Jahresende am Ost- bzw. Ostsüdosthimmel zu sehen. Am 17. Juli hat sie eine Begegnung mit dem abnehmenden Halbmond. Mars wird ein Objekt der zweiten Nachthälfte, wir finden ihn ab Mitternacht gut sichtbar am Südosthimmel. Am 12. Juli trifft er sich mit dem abnehmenden Mond. Die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn stehen am tiefen Südosthimmel relativ nahe beieinander. Sie befinden sich der Sonne am Himmel genau gegenüber, man kann sie daher ab etwa 22:30 Uhr bis zum Verblassen in der Morgendämmerung am tiefen Südosthimmel beobachten.

Die dominierenden Sommersternbilder Schwan, Adler und Leier stehen nun hoch am Südhimmel. Etwas westlich der hellen Wega, Hauptstern in der Leier, sieht man das markante Quadrat des Herkules und noch weiter westlich glänzt der Arktur, Hauptstern im Sternbild Bootes oder auch Rinderhirte. Der Große Wagen ist an den Nordwesthimmel gewandert, während über den Himmelsnordpol hinweg am Nordosthimmel das Himmels-W, die Kassiopeia zu sehen ist.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de
Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag,  im Beig Verlag:

 

 

Der Sternenhimmel im Juni

Corona (lat.: Krone) beherrscht zur Zeit mit seinen unerfreulichen Begleiterscheinungen das öffentliche Leben. Am Himmel findet man gleich zwei Kronen, die, im Gegensatz zu den irdischen Viren, völlig harmlos sind. Es sind die Sternbilder Nördliche Krone (lat.: Corona Borealis) und die Südliche Krone (lat.: Corona Australis). Die Nördliche Krone ist ein relativ unscheinbares Sternbild; man findet dessen halbkreisförmig angeordnete Sternenkette zwischen den Sternbildern Bärenhüter und Herkules. Das Sternbild war schon in der Antike bekannt; nach der griechischen Mythologie ist es wegen seines halbkreisförmigen Aussehens die Krone der Ariadne, Tochter des Königs Minos von Kreta. Dementsprechend heißt der 76 Lichtjahre entfernte Hauptstern auch Gemma (lat.: Edelstein). Das in seiner Konfiguration gleich aussehende halbkreisförmige Gegenstück am Südhimmel, die Südliche Krone, war ebenfalls bereits in der Antike bekannt. Sie ist allerdings von Mitteleuropa aus nicht sichtbar.

Am 20. Juni um 23:44 Uhr tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Krebs. Dieser Zeitpunkt ist zugleich der Beginn des astronomischen Sommers. Zwölf Stunden später wechselt die Sonne vom Sternbild Stier in das Sternbild Zwillinge. Am 5. Juni haben wir Vollmond, am 13. Juni abnehmenden Halbmond, am 21. Juni Neumond und am 28. Juni zunehmenden Halbmond. In der ersten Juniwoche kann man den flinken Merkur ab etwa 22:00 Uhr sehr horizontnah am Nordwesthimmel für etwa 20 Minuten erspähen. Frühaufsteher können ab der zweiten Junihälfte unseren Nachbarplaneten Venus am tiefen Nordosthorizont vor Sonnenaufgang als Morgenstern ausmachen. Am 19. Juni trifft sie gegen 5:00 Uhr auf die schmale Mondsichel und ab 9:50 Uhr wird sie – leider am Tageshimmel, daher unsichtbar – für eine Stunde vom Mond bedeckt. Der rote Mars wird nach seinen Aufgängen am Südosthimmel eine Stunde nach Mitternacht ebenfalls ein Objekt für die zweite Nachthälfte. Jupiter und Saturn gehen auch nach Mitternacht am Südosthimmel auf. Sie wandern zum Südwesthimmel, bis sie in der aufkommenden Morgendämmerung allmählich verblassen.

Deneb, der Hauptstern des Schwans, bildet mit Wega, Hauptstern der Leier, und mit Atair, Hauptstern des Adlers, am hohen Südosthimmel die Figur des Sommerdreiecks. Ein dunkler, mondloser Himmel gibt am 21. Juni Gelegenheit, am hohen Südhimmel, ziemlich zenitnah,  die gebogene Sternenkette der Nördlichen Krone auszumachen. Während am Nordwesthimmel der Große Wagen, dessen Deichsel genau nach Süden zeigt, nicht zu übersehen ist, finden wir am Nordosthimmel das Himmels-W, die Kassiopeia.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de
Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag,  im Beig Verlag:

 

Der Sternenhimmel im Mai

Dreißig Jahre im All. Am 24. April 1990 brachte die NASA-Raumfähre Discovery das sechs Mrd. US-Dollar teure Weltraumteleskop Hubble (Namensgeber ist der amerikanische Astronom Edwin P. Hubble) in eine Umlaufbahn um die Erde. Seitdem umkreist das 11,6 Tonnen schwere, 13,1 Meter lange und 4,3 Meter durchmessende Teleskop in 545 Kilometer Höhe unseren Globus. Die ersten Bilder waren jedoch eine große Enttäuschung: Ein Fehler beim Schliff des 2,4 Meter großen Hauptspiegels hatte unscharfe verwaschene Bilder zur Folge, Hubble war optisch „kurzsichtig“. Im Dezember 1993 wurde im Zuge einer Wartungsmission dem Teleskop eine „Brille“ angepaßt. Seitdem liefert es gestochen scharfe Bilder aus dem All. Die Beobachtungszeit an dem Teleskop ist bei den Berufsastronomen sehr begehrt; es gehen zweieinhalb mal mehr Wünsche bei der NASA ein als zur Verfügung gestellt werden können. Weil das Shuttle-Programm 2011 eingestellt wurde, können auch keine Wartungsmissionen mehr durchgeführt werden. Die NASA hofft, dass das fliegende Auge im All noch mindestens bis zum Jahr 2024 für astronomische Forschungen genutzt werden kann.

Am 14. Mai wechselt die Sonne vom Sternbild Widder in das Sternbild Stier, und für die Horoskopleser tritt sie am 20. Mai in das Tierkreiszeichen Zwillinge. Am 7. Mai haben wir Vollmond, am 14. Mai abnehmenden Halbmond, am 22. Mai Vollmond und am 30. Mai zunehmenden Halbmond. Bei guten Sichtbedingungen kann man den flinken Merkur am 16. Mai am tiefen Nordwesthorizont gegen 21:30 Uhr auffinden. Die Venus verabschiedet sich aus der westlichen Abendsichtbarkeit, nach dem 28. Mai wird sie nicht mehr zu sehen sein. Der rote Mars wird ein Objekt für den tiefen südöstlichen Morgenhimmel. Seine Aufgänge verlagern sich von 3:30 Uhr am Monatsanfang auf 2:30 Uhr am Monatsende. Am 15. Mai zieht der abnehmende Halbmond in fünf Grad Abstand südlich an ihm vorbei. Die beiden Großplaneten Jupiter und Saturn findet man den ganzen Monat über mit fünf Grad Abstand voneinander während der zweiten Nachthälfte am tiefen Südosthimmel, bis sie in der aufziehenden Morgendämmerung unsichtbar werden.

Das Frühlingssternbild Löwe ist in den Südwesthimmel gewandert, während die Zwillinge sich am Westhorizont verabschieden. Am hohen Südhimmel leuchtet der helle Arktur, Hauptstern im Bärenhüter. Am Nordosthimmel künden die Sternbilder Leier und Schwan mit ihren Hauptsternen Wega und Deneb bereits den Sommer an. Genau senkrecht über dem Beobachter findet man im Zenit die Deichsel des Großen Wagens, während am tiefen Nordhimmel das Himmels-W, die Kassiopeia zu sehen ist.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de

Der Sternenhimmel im April

Alle Sterne, die wir am Himmel sehen, gehören ausnahmslos zu unserer Galaxis, der Milchstraße. Größere bewegliche Objekte am Himmel sind in der Regel Mitglieder unseres Sonnensystems, d.h. sie sind gravitativ an die Sonne gebunden. Es handelt sich um Planeten, Asteroiden und Kometen. Am 19. Oktober 2017 wurde am Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii ein Objekt entdeckt, das umfangreichen Bahnberechnungen zufolge eindeutig kein Mitglied des Sonnensystems ist. Das etwa 200 bis 400 Meter lange zigarrenförmige Objekt erhielt den Namen 1I/‘Oumuamua (hawaiisch, im übertragenen Sinn: „erster stellarer Bote“), wobei die Bezeichnung 1I als Klassifizierung das erste interstellare Objekt kennzeichnet. Am 30. August 2019 entdeckte der russische Amateurastronom Gennadij Borisov einen Kometen, dessen Flugbahn ebenfalls auf einen Besucher aus der Sternenfülle unserer Milchstraße hinwies. Entsprechend seiner interstellaren Herkunft erhielt er den Namen nach seinem Entdecker: 2I/Borisov. Beide interstellaren Objekte waren sozusagen nur auf der Durchreise; sie sind längst wieder in den Tiefen der Galaxis verschwunden, und wir werden sie nie wieder sehen können.

Am 18. April tritt die Sonne in das Sternbild Widder und einen Tag später in das Tierkreiszeichen Stier. Am 1. April haben wir zunehmenden Halbmond, am 8. April Vollmond, am 14. April abnehmenden Halbmond und am 23. April Neumond. Der flinke Merkur steht im April in relativer Sonnennähe und ist daher unbeobachtbar. Die helle Venus hingegen ist als strahlendes Objekt den ganzen Monat über am hohen westlichen Himmel bereits am späten Nachmittag zu sehen. Am 3. April berührt sie den südlichen Teil des Siebengestirns, die Plejaden. Fernglasbeobachter sollten sich das nicht entgehen lassen. Am Monatsanfang ist am tiefen Südosthorizont in der beginnenden Morgendämmerung unter der Voraussetzung eines offenen Himmels die Planetendreiergruppe Mars, Saturn und Jupiter zu sehen. Am 16. April gesellt sich der abnehmende Halbmond zu dieser Gruppe. Auch bei dieser Konstellation lohnt sich ein Blick durch das Fernglas.

Das Wintersternbild Orion verläßt nun den Westhimmel, die Zwillinge neigen sich ebenfalls dem Westhorizont zu. Das Frühlingssternbild Löwe steht hingegen hoch am Südhimmel. Sein Hauptstern Regulus (Königsstern) bildet mit dem Stern Spica (Kornähre) in der Jungfrau und dem Hauptstern Arktur im Bootes (Bärenhüter) das sog. Frühlingsdreieck. Im Zenit, senkrecht über dem Beobachter, sehen wir den Großen Wagen als Teil des Sternbildes Großer Bär, während am tiefen Nordhimmel noch das Himmels-W, die Kassiopeia, auszumachen ist.

Alle Uhrzeiten MESZ
Lutz Zimmermann, RVST e.V., www.sternwarte-tornesch.de

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Der Sternenhimmel im März

Unsere kosmische Heimat ist ein Karussell mit Namen Erde. Bekanntlich dreht sich unser Planet einmal täglich um seine Achse, d.h. nach 24 Stunden haben wir den gleichen Himmelsanblick wie am Tag zuvor. Genaugenommen dauert eine 360-Grad-Umdrehung aber nur 23 Stunden 56 Minuten und 4 Sekunden. Die fehlenden knapp 4 Minuten sind dem täglichen Weiterlauf der Erde um die Sonne geschuldet, weil nämlich erst nach dieser Zeitspanne der gleiche Himmelsanblick wie am Vortage zu sehen ist. Alle Planeten, gesehen von der Nordseite der Planetenebene, der sog. Ekliptik, rotieren gegen den Uhrzeigersinn sowohl um ihre Achsen wie auch um die Sonne, die sich in gut 25 Tagen im gleichen Drehsinn einmal um sich selbst dreht. Zusätzlich zu diesen Rotationen, jetzt aber im Uhrzeigersinn, wandert das ganze Sonnensystem mit all seinen Mitgliedern mit einer Geschwindigkeit von 240 km/Sek. in etwa 210 Millionen Jahren einmal um das 27.000 Lichtjahre entfernte Zentrum der 100.000 Lichtjahre durchmessenden Milchstraße. Sie selbst  gehört mit weiteren etwa 60 Mitgliedern zur sog. Lokalen Gruppe von Galaxien, die ihrerseits zu einer „Virgo-Superhaufen“ genannten Ansammlung von 100 bis 200 solcher Gruppen gehört.

Am 12. März geht die Sonne in das Sternbild Fische, und am 20. März um 4:50 Uhr passiert sie mit dem Übertritt in das Tierkreiszeichen Widder den Frühlingspunkt, es ist Frühlingsanfang.  Ab dem 29. März werden die Uhren wieder mit Beginn der Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt. Am 2. März haben wir zunehmenden Halbmond, am 9. März Vollmond, am 16. März abnehmenden Halbmond und am 24. März Neumond. Merkur bleibt den ganzen Monat über unter dem Horizont und ist daher nicht sichtbar. Unser Nachbarplanet Venus steht als helles Objekt am westlichen Abendhimmel, gegen Monatsende geht der Planet unter Berücksichtigung der Sommerzeit erst nach Mitternacht unter. Mars ist ein Objekt für den Morgenhimmel. Man findet ihn am südöstlichen Horizont. Am 20. März kann man ihn in unmittelbarer Nachbarschaft zusammen mit dem Gasriesen Jupiter in der Morgendämmerung beobachten. Ein wenig westlich (links) dieses Zusammentreffens gesellt sich der Ringplanet Saturn dazu.

Das Frühlingssternbild Löwe steht nun hoch am Südosthimmel, während das Wintersternbild Orion zum Nordwesthimmel wandert. Der Stier und mit ihm das Siebengestirn Plejaden stehen am Westhimmel. Die Zwillinge mit den zwei Hauptsternen Kastor und Pollux findet man etwas südwestlich vom Zenit, gegenüber im gleichen Abstand nordöstlich den Großen Wagen.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., www.sternwarte-tornesch.de

Der Sternenhimmel im Februar

Im Februar steigt nach Sonnenuntergang am Südosthimmel das dominierende Wintersternbild des Himmelsjägers Orion auf. Seine drei Gürtelsterne sind zum Aufsuchen ein gutes Orientierungsmerkmal. Der 640 Lichtjahre entfernte linke Schulterstern des Orion mit Namen Beteigeuze ist ein besonderer Stern. Schon mit bloßem Auge fällt seine rötliche Färbung auf. Er hat etwa die zwanzigfache Sonnenmasse und darüber hinaus eine gewaltige Ausdehnung. Stünde er an Stelle der Sonne, ginge sein Radius bis zur Jupiterbahn. Seine Leuchtkraft vom 50.000fachen der Sonne läßt ihn am Himmel besonders hell erscheinen. Beteigeuze ist ein sog. Roter Riese und damit ein potentieller Kandidat für eine Supernova. Er ist überdies der erste Stern, dessen Durchmesser gemessen werden konnte, alle anderen sichtbaren Sterne werden auch in den größten Teleskopen nur punktförmig abgebildet. Es stellte sich heraus, dass Beteigeuze mit einer halbregelmäßigen Periode von 2070 Tagen ein sog. Pulsationsveränderlicher ist. Dabei schwankt sein durchschnittlicher Durchmesser periodisch um etwa 15 Prozent.

Am 17. Februar tritt die Sonne in das Sternbild Wassermann und für die Horoskopleser wechselt sie am 19. Februar in das Tierkreiszeichen Fische. Am 2. Februar haben wir zunehmenden Halbmond, am 9. Februar Vollmond, am 15. Februar abnehmenden Halbmond und am 23. Februar Neumond. Vom 5. bis zum 15. Februar kann man den flinken Merkur gegen 18:00 Uhr für etwa eine Viertelstunde am West-Süd-West-Horizont erspähen. Unser Nachbarplanet Venus ist am Westhimmel den ganzen Monat über als strahlender Glanzpunkt nicht zu übersehen. Venus geht am Monatsende erst gegen 22:00 Uhr unter. Der rote Planet Mars ist ein Objekt für die Morgenstunden. Man findet ihn am Osthimmel ab etwa 5:30 Uhr bis zum Dämmerungsende gegen 7:00 Uhr. Der Gasriese Jupiter steigt am Monatsanfang gegen 7:15 Uhr fast genau über dem Südostpunkt über die Horizontlinie. Zum Monatsende geht er bereits gegen 5:45 Uhr auf. Der Ringplanet Saturn ergänzt am Monatsende als linkes Objekt eine Dreierkette Saturn-Jupiter-Mars am tiefen Südosthorizont.

Der Winterhimmel präsentiert etliche schöne Sternbilder. Am Osthorizont kündigt der Löwe den Frühling an. Im Zenit sehen wir die Zwillinge mit ihren zwei hellen Sternen Kastor und Pollux, während am Südosthimmel der Himmelsjäger Orion über das Firmament zieht. Am Nordosthimmel sehen wir den Großen Wagen, ihm gegenüber über den Himmelsnordpol hinweg das Himmels-W, die Kassiopeia. Nordwestlich über dem Orion erkennt man den Stier mit dem hellen Aldebaran, und ein Stück weiter nördlich unterhalb der Kassiopeia das Sternbild Perseus.

Lutz Zimmermann, RVST e.V

 

Der Sternenhimmel im Januar

Nachdem zu Beginn des 17. Jhdts. Johannes Kepler (1571-1630) herausgefunden hatte, dass die Planetenbahnen nicht kreisförmig, sondern Ellipsen sind, konnten die Astronomen mit diesen Kepler-Gesetzen und mit Isaac Newtons (1642-1727) Gravitationsgesetz die Bahnbewegungen und Standorte der Planeten sehr genau beschreiben und vorausberechnen. Der kürzeste Entfernungspunkt eines Planeten von der Sonne, das sog. Perihel, beschreibt dabei in sehr langen Zeiträumen einen Kreis um die Sonne, die sog. Perihel-Drehung. Das konnte man bei allen Planeten sehr genau berechnen – nur die Bahn des Merkur wich von der theoretischen Kepler-Ellipse ab. Der französische Mathematiker Urbain LeVerrier (1811-1877) hatte 1846 aus Bahnabweichungen des 1781 von Herschel (1738-1822) entdeckten Uranus den Standort des bis dahin unbekannten Planeten Neptun berechnet. Daher vermutete LeVerrier, dass die Ursache der Bahnstörung des Merkur ebenfalls von einem Planeten noch innerhalb der Merkurbahn zu suchen sei. Dieser unbekannte hypothetische Planet mit Namen Vulkan wurde aber nie gefunden. Erst Albert Einsteins (1879-1955) Allgemeine Relativitätstheorie konnte 1915 die Abweichung von der Theorie überzeugend erklären.

Die Sonne wechselt am 20. Januar vom Sternbild Schütze in das Sternbild Steinbock und für die Horoskopleser geht sie am gleichen Tag in das Tierkreiszeichen Wassermann. Unser Erdtrabant zeigt sich im Januar folgendermaßen: Am 3. Januar als zunehmender Halbmond, am 10. Januar als Vollmond, am 17. Januar als abnehmender Halbmond und am 24. Januar als Neumond. Mit den Planetensichtbarkeiten sieht es in diesem Monat nicht gut aus. Man kann nur zwei von ihnen sehen. Merkur steht in Sonnennähe am Tageshimmel und ist somit nicht sichtbar. Venus ist den ganzen Monat über am Südwesthimmel als heller Abendstern bis zu ihren Untergängen gegen 19:15 Uhr am Monatsanfang und 20:45 Uhr am Monatsende zu sehen. Der Mars läßt sich am morgendlichen Südost- bis Südhimmel in tiefer Horizontnähe bis Sonnenaufgang ausmachen. Jupiter und Saturn befinden sich am Tageshimmel und sind daher nicht sichtbar.

Das Wintersternbild Orion zeigt sich am Südosthimmel in seiner ganzen Pracht. Ein Blick mit dem Fernglas unterhalb der Gürtelsterne offenbart den Orionnebel als eine helle Fläche. Oberhalb des Orion findet man den Stier mit dem hellen Aldebaran, und in Richtung Osthimmel erkennt man die Zwillinge. Am tiefen Osthorizont kündigt sich bereits der Löwe als Frühlingssternbild an, während man am Nordosthimmel den Großen Wagen nicht übersehen kann.

Lutz Zimmermann, RVST e.V.

 

Der Sternenhimmel im Dezember

Alle Sterne (und auch die Sonne und die Planeten) geben elektromagnetische Wellen ab. Neben den Lichtwellen (die einzigen Wellen, die wir sehen können) gehören dazu auch Radiowellen. Kosmische Dunkelwolken und Staubansammlungen sind für Lichtwellen undurchdringlich, für Radiowellen sind sie dagegen kein Hindernis. Die dazu notwendigen Empfangsgeräte nennt man Radioteleskope. Weil Radiowellen größere Wellenlängen als Lichtwellen haben, müssen auch die Empfangsflächen der Radioteleskope größere Flächen gegenüber den Lichtteleskopen haben. Eines der größten Radioteleskope auf der Welt mit 300 Metern Durchmesser ist das 1963 fertggestellte, in einen natürlichen Talkessel eingebettete Radioteleskop von Arecibo auf der Insel Puerto Rico in der Karibik. Aufgrund der unbeweglichen Empfangsfläche kann mit einer beweglichen Antenneneinheit aber nur ein beschränkter Himmelsausschnitt in Zenitnähe beobachtet werden. Seit September 2019 steht den Radioastronomen das in Guizhou (Südwest-China) mit 520 Meter Durchmesser flächenmäßig größte Radioteleskop der Welt zur Verfügung. Mit seinem verformbaren Hauptspiegel kann ein wesentlich größeres Himmelsareal als mit dem Arecibo-Teleskop  erforscht werden.

Am 18. Dezember wechselt die Sonne in das Sternbild Schütze, und am 22. Dezember tritt sie in das Tierkreiszeichen Steinbock. Dies ist zugleich um 5:19 Uhr mit der Wintersonnenwende der astronomische Winteranfang. Von nun an werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Am 4. Dezember haben wir zunehmenden Halbmond, am 12. Dezember Vollmond, am 19. Dezember abnehmenden Halbmond und am 26. Dezember Neumond. An diesem Tag ist in Asien eine ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen. Venus kann man in der späten Abenddämmerung gegen 17:00 Uhr am tiefen Südwesthorizont ausmachen. Mars sieht man ab 6:00 Uhr bis Sonnenaufgang am tiefen Südosthimmel. Am 23. zieht der Mond in nur vier Grad Abstand am roten Planeten vorbei. Der Gasriese Jupiter steht unter dem Horizont und ist daher nicht sichtbar. Der Ringplanet Saturn ist mit guter Sicht noch bis Monatsmitte am tiefen Südwesthorizont zu erspähen. Am 11. Dezember trifft er in nur einem Grad Abstand auf die Venus.

Sechs helle Sterne bilden am westlichen Himmel das sog. Wintersechseck: Capella im Fuhrmann, dann weiter gegen den Uhrzeigersinn Pollux in den Zwillingen, Procyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier. Daneben gibt es auch das Winterdreieck, bestehend aus Procyon, Sirius und Beteigeuze, dem linken Schulterstern des Orion.

Lutz Zimmermann, RVST e.V.; www.sternwarte-tornesch.de

Der Sternenhimmel im November

Diesen Monat bietet uns der Himmel ein relativ seltenes Schauspiel: am 11. November zieht Merkur, der sonnennächste und zugleich kleinste aller acht Planeten von 13:35 Uhr bis 19:04 Uhr über die leuchtende Sonnenscheibe. Dieser Merkurtransit ist allerdings in Mitteleuropa nur bis zum Sonnenuntergang etwa gegen 16:30 Uhr zu verfolgen. Im 21. Jahrhundert gibt es nur 14 Merkurtransite, der nächste findet erst wieder am 13. November 2032 statt. Weil die Beobachtungsmöglichkeiten des Merkur in der Morgen- oder Abenddämmerung selten mehr als eine halbe Stunde dauern, ist so ein Transit die einzige Möglichkeit, den kleinen Planeten über mehrere Stunden zu beobachten. Jedoch sind während des Transits nur seine unbeleuchtete sonnenabgewandte Rückseite und damit keine Oberflächenmerkmale sichtbar. Er wandert dann als pechschwarzer kreisrunder Fleck, auch Neumerkur (wie Neumond) genannt, über die helle Sonnenscheibe. Weil zur Zeit des Transits sein Durchmesser etwa 194mal kleiner als der Sonnendurchmesser ist, kann man ihn ohne optische Hilfsmittel mit dem bloßen Auge nicht verfolgen. Unbedingt beachten: Nur mit geeignetem Sonnenschutz vor den Augen (Sonnenbrille reicht nicht!!!) in die Sonne schauen! Erblindungsgefahr!

Für die Horoskopleser beginnt am 22. November das Tierkreiszeichen Schütze. Am 23. November wandert die Sonne in das Sternbild Skorpion. Den Mond sehen wir am 4. November als zunehmenden Halbmond, am 12. November als Vollmond und am 19. November als abnehmenden Halbmond. Am 26. November ist er als Neumond nicht sichtbar. Merkur ist etwa vom 23. November bis zum 3. Dezember zwischen 6:30 Uhr und 7:00 Uhr am tiefen Südosthimmel zu sehen. Am 24. November gesellt sich der Mars und die schmale abnehmende Mondsichel am gleichen Ort dazu. Unseren Nachbarplaneten Venus und den Gasriesen Jupiter finden wir in der Abenddämmerung in enger Nachbarschaft am tiefen Südwesthimmel. Etwas höher und cirka 15 Grad westlich (links) dieses Treffens ist der Ringplanet Saturn über dem Horizont zu sehen.

Die Sommersternbilder Schwan, Adler und Leier wandern zum Westhimmel, während am Osthimmel schon die Wintersternbilder Zwillinge und Orion auftauchen. Genau senkrecht über dem Beobachter, im Zenit, steht unsere Nachbargalaxie, der Andromedanebel. Ohne störendes Mondlicht, weil Neumond, ergibt sich gegen Monatsende dafür die beste Beobachtungsmöglichkeit. Schon ein kleines Fernglas macht sie sichtbar. Ein Stück darüber findet man das Himmels-W, die Kassiopeia und am tiefen Nordhorizont den Großen Wagen.

Der Sternenhimmel im Oktober

Europa ist nicht nur der Kontinent, auf dem wir leben, sondern auch der Name des kleinsten der vier Galileischen Monde des Jupiter. Der 3121 km durchmessende Mond umkreist den Gasriesen in etwas mehr als dreieinhalb Tagen. Dabei wendet Europa Jupiter immer die gleiche Seite zu; er hat, wie unser Mond, eine gebundene Rotation. Seine Minus 160 Grad Celsius kalte Oberflächenschicht ist etwa 17 bis 20 km dick und besteht aus Eis. Als die 1989 von der NASA gestartete Sonde GALILEO nach sechsjähriger Flugzeit das Jupitersystem erreichte, entdeckte sie auf Europa ein Magnetfeld. Gleichzeitig ermittelte sie, dass der Mond mehr Energie abgibt, als er von der Sonne empfängt. Ursache ist die gewaltige Gezeitenreibung, die der Gasriese Jupiter mit seiner Gravitation auf den kleinen Mond ausübt, er wird regelrecht durchgewalkt. Die dadurch entstehende Wärme hat zur Folge, dass unter der Eisdecke flüssiges Wasser vorhanden ist. Weil es, außer auf der Erde und dem Mond Europa, nach derzeitigem Wissensstand im ganzen Sonnensystem nirgendwo flüssiges Wasser gibt, könnte sich dort Leben entwickelt haben, ähnlich dem, wie man es in der Umgebung von irdischen unterseeischen Thermalquellen, den sog. Schwarzen Rauchern, vorfindet.

Am 23. Oktober tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion und am 31. Oktober in das Sternbild Waage. Am 5. Oktober haben wir zunehmenden Halbmond, am 13. Oktober Vollmond, am 21. Oktober abnehmenden Halbmond und am 28. Oktober Neumond. In der Nacht vom 26. zum 27. Oktober endet die Sommerzeit, die Uhren werden wieder um eine Stunde zurückgestellt. Die Merkurbahn verläuft in den Oktobernächten unter dem Horizont, der Planet ist daher nicht sichtbar. Venus befindet sich in den Oktoberabenden zwar noch knapp über dem Westhorizont, sie ist aber in der hellen Dämmerung nicht auszumachen. Mars bewegt sich in etwa 15 Grad Abstand westlich von der Sonne, das ist zu hell für eine Sichtbarkeit. Mit dem Gasriesen Jupiter haben wir mehr Glück, er ist am tiefen Südwesthorizont gegen 18:00 Uhr für etwa eine Stunde bis zu seinem Untergang zu beobachten. Den Ringplaneten Saturn finden wir ebenfalls am tiefen Südwesthimmel, man kann ihn bis etwa 21:30 Uhr bis zu seinem Untergang verfolgen.

Die Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler wandern zum Westhimmel, während am Osthimmel das Herbststernbild Stier auftaucht. Am hohen Südhimmel ist das Herbstviereck, bestehend aus vier Sternen des Sternbildes Pegasus, zu sehen. Im Zenit, senkrecht über dem Beobachter, finden wir das Himmels-W, die Kassiopeia, und am tiefen Nordhorizont zieht der Große Wagen, Teil des Sternbildes Großer Bär, seine Bahn.

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Der Sternenhimmel im September

Die gesamte stoffliche Welt – zu der auch wir Menschen zählen – setzt sich aus 92 natürlichen Elementen zusammen, angefangen mit Nummer eins, dem Wasserstoff und endend mit Nummer 92, dem Uran. Diese Elemente werden teilweise im Inneren von Sternen durch Kernfusion erzeugt. Dabei werden leichtere Atomkerne zu immer schwereren verschmolzen. Die Fusionskette beginnt mit Wasserstoff, sie geht weiter zu Helium, Kohlenstoff, Sauerstoff, Neon, Silizium. Bei Nummer 26, dem Eisen, ist Schluß, schwerere Elemente kann ein Stern nicht erzeugen, seine Energie reicht dazu nicht mehr aus. Hat ein Stern das Eisenstadium erreicht, kollabiert seine Gashülle, er stürzt unter seiner eigenen Schwerkraft zusammen. Der Stern explodiert, und es entsteht eine Supernova. Dabei wird eine ungeheure Menge Energie frei, die groß genug ist, um die restlichen 66 Elemente zu bilden, die dann mit der expandierenden Gashülle in die Umgebung geblasen werden. Aus diesem Elementenmix entstehen wieder neue Sterne wie unsere Sonne und mit ihnen Planeten und im Falle der Erde auch wir Menschen. Ohne Sternentod gäbe es uns gar nicht.

Am 17. September tritt die Sonne in das Sternbild Jungfrau, und am 23. September um 9:50 Uhr wechselt sie in das Tierkreiszeichen Waage. Das ist zugleich der Beginn des astronomischen Herbstes, ab jetzt werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. Am 6. September haben wir zunehmenden Halbmond, am 14. September Vollmond, am 22. September abnehmenden Halbmond und am 28. September Neumond. Die Merkurbahn verläuft im September unterhalb des Horizonts, der Merkur ist daher nicht sichtbar. Unser Nachbarplanet, die Venus, steht – von der Erde aus gesehen – hinter der Sonne am Tageshimmel, sie ist daher ebenfalls nicht zu sehen. Mit dem Mars verhält es sich ebenso, auch er steht am Tageshimmel und ist daher ebenfalls nicht zu beobachten. Der Riesenplanet Jupiter ist nur noch in der ersten Nachthälfte zu sehen. Am Monatsanfang geht er gegen 23:40 Uhr unter, am Monatsende bereits gegen 21:00 Uhr. Der Ringplanet Saturn ist ebenfalls nur in der ersten Nachthälfte sichtbar, zum Monatsende geht er gegen 23:30 Uhr im Südwesthorizont unter.

Das Sommerdreieck am Südwesthimmel, bestehend aus den Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler, rückt weiter nach Westen, während das markante Viereck des Pegasus hoch am Südhimmel zu erkennen ist. Der Große Wagen steht tief am Nordhimmel, ihm gegenüber, über den Polarstern hinweg, sieht man das Himmels-W, die Kassiopeia. Besitzer eines Fernglases können bei ausreichender Dunkelheit etwas unterhalb dieses Sternbildes unsere  zweienhalb Millionen Lichtjahre entfernte Nachbargalaxis, den Andromedanebel, erspähen.

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Der Sternenhimmel im August

Iapetus ist der drittgrößte der über 60 bekannten Monde des Ringplaneten Saturn. Der etwa 1490 km durchmessende und aus Eis bestehende Trabant wurde am 25. Oktober 1671 an der königlichen Sternwarte von Paris von dem italienisch-französischen Astronomen Dominique Cassini (1625-1712) entdeckt. Als nach einer sechstägigen Bewölkung der Himmel wieder klar wurde, war der Mond jedoch nicht mehr auffindbar. Erst am 6. Februar 1673 sah ihn Cassini wieder, und mit weiteren Beobachtungen errechnete er eine Umlaufzeit um den Saturn von 80 Tagen und eine Eigenrotation der gleichen Länge. 1677 beschrieb Cassini eine Eigentümlichkeit des Saturnbegleiters: Befindet sich der Mond östlich (links) des Saturn, so ist er für fast einen Monat unsichtbar, westlich (rechts) des Planeten hingegen strahlt er sehr hell. Dieses Phänomen konnte erst Anfang des 21. Jhdts. hinreichend geklärt werden. Wegen seiner gebundenen Rotation befindet sich immer dieselbe Oberflächenregion in Umlaufrichtung „vorne“ wie der Bug eines Schiffes. Diese Region ist es, die man von der Erde aus sieht, wenn sich Iapetus östlich vom Saturn befindet. Auf der „Bugseite“ kollidierende Mikrometeorite und Staub haben Erosionen zur Folge, wobei durch chemische Prozesse u.a. dunkles kohlenstoffhaltiges Material freigelegt wird. Dies hat dann die extreme Dunkelfärbung und damit Unsichtbarkeit zur Folge.

Am 11. August tritt die Sonne in das Sternbild Löwe und am 23. August in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Der Mond zeigt folgende Phasen: am 7. August zunehmender Halbmond, am 15. August Vollmond, am 23. August abnehmender Halbmond und am 30. August Neumond. Merkur ist am Monatsende gegen 4:30 Uhr am tiefen Osthimmel für ein paar Minuten vor Sonnenaufgang auszumachen. Venus befindet sich in Sonnennähe am Tageshimmel und ist daher nicht zu sehen. Mars geht in der noch hellen Abenddämmerung unter und ist daher ebenfalls unsichtbar. Jupiter ist am Süd- bzw. Südwesthimmel von Sonnenuntergang bis gegen Mitternacht der dominierende Planet. Der Ringplanet Saturn ist von Sonnenuntergang bis gegen 3:00 Uhr am tiefen Südhimmel sichtbar.

Alle Jahre wieder kreuzt die Erde Mitte August den Meteorstrom der Perseiden. Am 13. August sollte man in den Stunden nach Mitternacht Sternschnuppen am hohen Nordosthimmel sehen können. Sie kommen scheinbar aus dem namengebenden Sternbild Perseus. Leider wird die Beobachtungsfreude durch das Licht des immer voller werdenden Mondes getrübt, so dass nur die hellsten Meteore zu sehen sind. Wenn bei zu hellem Himmel die Perseiden nicht auszumachen sind, ist auch das Sommerdreieck Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler am hohen Südhimmel ein schöner Anblick.

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Lutz Zimmermann, RVST e.V.; www.sternwarte-tornesch.de

Der Sternenhimmel im Juli

Direkte Beobachtung der Sonne mit ungeschützten Augen haben Augenschäden bis hin zur Erblindung zur Folge. Um dennoch unser Tagesgestirn visuell studieren zu können, versieht man Teleskope mit geeigneten Filtern. So blendet z.B. ein sog. H-alpha-Filter bis auf einen winzigen Rotanteil das Sonnenlicht total aus, man sieht in so einem Teleskop die Sonne in einem dunklen intensiven Rot. Diese Methode macht es möglich, die Sonne ohne Augenschäden zu beobachten. Aufgrund des äußerst aktiven und sehr komplexen Magnetfeldes der Sonne sieht man am Sonnenrand ab und zu meist bogenförmige und manchmal mehrere hundertausend Kilometer lange Bögen und bis zu 40.000 km sich über den Sonnenrand erhebende Plasmaauswürfe, die sog Protuberanzen. Es kann dabei Materie mit bis zu 1.000 km pro Sekunde von der Sonne weggeschleudert werden. Erreichen solche Teilchen nach zwei bis vier Tagen die Erde, sehen wir vermehrt Polarlichter. Beobachtet man solche Materieauswürfe auf der Sonnenoberfläche, so erscheinen sie wegen ihrer niedrigeren Temperatur als dunkle Fäden oder gewundene Linien. Hier nennt man sie jedoch Filamente.

Die Sonne wechselt am 21. Juli vom Sternbild Zwillinge in das Sternbild Krebs, und für die Horoskopleser tritt sie am 23. Juli in das Tierkreiszeichen Löwe. Am 2. Juli haben wir Neumond; in Südamerika ist an diesem Tag eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Am 9. Juli haben wir zunehmenden Halbmond. Am 16. Juli tritt der Vollmond gegen 22:00 Uhr in den Kernschatten der Erde, das ist der Beginn einer partiellen Mondfinsternis; gegen 23:30 Uhr sind dann 66 % der Mondscheibe im Erdschatten, und gegen 1:00 Uhr ist die partielle Mondfinsternis zu Ende. Am 25. Juli haben wir zunehmenden Halbmond. Die Planeten Merkur, Venus und Mars sind nicht zu beobachten: während Merkur und Venus sich in Sonnennähe befinden, zieht der Planet Mars unterhalb des Horizontes seine Bahn. Der Gasriese Jupiter ist von etwa 22:30 Uhr bis gegen 2:30 Uhr am tiefen Südwesthimmel gut zu sehen, am 14. Juli trifft er mit dem fast vollen Mond zusammen. Den Ringplaneten Saturn kann man die ganze Nacht am tiefen Südhimmel sehen.

Die klassischen Sommersternbilder stehen jetzt hoch am Südhimmel. Die hellen Sterne Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler bilden das markante Sommerdreieck. Am Osthimmel kann man das Viereck des Pegasus sehen. Der Große Wagen steht am tiefen Nordwesthimmel. Verlängert man die drei Deichselsterne nach Westen, trift man auf den hellen Arktur, den Hauptstern im Bootes. Dieses Sternbild wird auch Rinderhirte genannt.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., www.sternwarte-tornesch.de
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Der Sternenhimmel im Juni

Der Planet Jupiter ist mit 143.000 km Äquatordurchmesser das größte Objekt in unserem Sonnensystem, welches mit  778 Mill. km Abstand die Sonne umkreist (Erde = 150 Mill. km). Ein Jupitertag dauert etwa 10 Stunden, ein Jupiterjahr hingegen nicht ganz 12 Erdenjahre. Seine Eigenmasse von etwa 318 Erdmassen entspricht knapp der 2,5fachen Masse aller anderen Objekte zusammen im Sonnensystem. Wegen seiner Größe ist er schon in einem Fernglas als Kugel zu sehen. Das reizvollste bei seinem Anblick sind seine im Jahr 1610 von Galileo Galilei (1564-1642) entdeckten und nach ihm benannten vier großen sog. Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Wegen ihrer Bahnlage in der Jupiteräquatorebene und wegen ihrer relativ kurzen Umlaufzeiten (z.B. Io mit nur 1,77 Tagen) kann man neben wandernen Mondschatten auf der Jupiteroberfläche, Bedeckungen der Monde durch den Planetenkörper und Verfinsterungen der Monde durch den Jupiterschatten beobachten. Ein kleines Teleskop zeigt bereits Oberflächenmerkmale wie seine äquatorparallelen Wolkenbänder und auf der Südhalbkugel den sog. Großen Roten Fleck, ein seit Jahrhunderten bekannter Wirbelsturm.

Am 21. Juni um 17:54 Uhr MESZ tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Krebs. Dies ist zugleich der Beginn des astronomischen Sommers. Am 22. Juni wechselt die Sonne in das Sternbild Zwillinge. Der Mond präsentiert sich folgendermaßen: 3. Juni Neumond, 10. Juni zunehmender Halbmond, 17. Juni Vollmond, 25. Juni abnehmender Halbmond. Merkur kann man mit Glück zwischen dem 9. und 14. Juni gegen 22:30 Uhr MESZ am tiefen Westhimmel erwischen. Die Sichtbarkeit der Venus als Morgenstern wird selbst mit guten Sichtbedingungen in der heller werdenden Morgendämmerung am tiefen Osthimmel immer schlechter. Mars geht ebenfalls in der Abenddämmerung am tiefen Westhimmel unter den Horizont, er ist ab dem 15. Juni nicht mehr auszumachen. Die beiden Gasplaneten Jupiter und Saturn sind im Juni die dominierenden Planeten. Jupiter ist ab etwa 22:00 Uhr MESZ und Saturn ab etwa Mitternacht am tiefen Südosthimmel die ganze Nacht sichtbar. Am 16. Juni gegen 22:30 Uhr MESZ begegnen sich Mond und Jupiter.

Juninächte sind kurz, die Sonne geht nicht sehr tief unter den Horizont. Richtig dunkel ist es nur von etwa 22:00 Uhr bis 2:00 Uhr. Das Sommerdreieck, bestehend aus den Sternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler, beherrscht den Südosthimmel. Das Frühlingssternbild Löwe verläßt den Himmel am Westhorizont. Die sieben hellen Sterne des Großen Wagens rücken vom Zenit an den Nordwesthimmel, während das Himmels-W, die Kassiopeia, am Nordosthimmel zu sehen ist.

Lutz Zimmermann, RVST eV., www.sternwarte–tornesch.de

Der Sternenhimmel im Mai

Jede Masse eines Körpers, z.B. die eines Sterns, hat Gravitationskräfte zur Folge. Je kleiner das Volumen bei gleicher Masse ist, umso stärker wirkt seine Gravitationskraft in Richtung zum Mittelpunkt dieses Körpers, d.h. der Körper wird komprimiert. Wirkt jedoch eine Kraft gleicher Größe, wie z.B. der Strahlungsdruck im Inneren des Sterns, gegen diese Richtung,  entsteht ein Gleichgewicht zwischen Gravitation und Strahlungsdruck. Die meisten Sterne  befinden sich annähernd in diesem stabilen Zustand. Im Kern des Sternes fusioniert Wasserstoff zu Helium, durch diesen Prozess steigt die Kerntemperatur rapide an. Unsere Sonne wird sich am Ende ihres Lebens dadurch zu einem Roten Riesen aufblähen und dann ihre äußere Gashülle abstoßen. Anschließend fällt der Rest in sich zusammen und die Sonne kollabiert zu einem Weißen Zwerg. Ist die Ursprungsmasse wesentlich größer als eine  Sonnenmasse, entsteht durch den Kollaps ein Neutronenstern von etwa 10 bis 20 km Durchmesser, jedoch mit der gleichen Ursprungsmasse. Ab etwa vierzigfacher Sonnenmasse wird daraus ein Schwarzes Loch, von dem weder Materie noch Strahlung und Licht entweichen können. Es ist damit zwar unsichtbar, es verrät sich aber durch seine gravitative Wirkung auf benachbarte Sterne und Gaswolken.

Am 14. Mai tritt die Sonne in das Sternbild Stier und am 21. Mai in das Tierkreiszeichen Zwillinge. Am 4. Mai haben wir Neumond, am 12. Mai zunehmenden Halbmond, am 18. Mai Vollmond und am 26. Mai abnehmenden Halbmond. Der flinke Merkur befindet sich in Sonnennähe und ist daher nicht sichtbar. Die Venusaufgänge wandern im Laufe des Monats aus der östlichen Morgendämmerung in den Tageshimmel, unser innerer Nachbarplanet wird damit ebenfalls unsichtbar. Der rote Mars ist mit viel Glück und guter Sicht am tiefen Westhorizont bis etwa zur Monatsmitte zu sehen, danach verschwindet er in der Abenddämmerung. Der Gasriese Jupiter geht um die Monatsmitte gegen Mitternacht im Südosten auf und bleibt bis Monatsende ein Objekt der zweiten Nachthälfte. Am 21. Mai erhält er Besuch vom Mond. Der Ringplanet Saturn ist den ganzen Monat über gegen 4:30 Uhr am tiefen Südhimmel zu sehen; er hat am 23. Mai eine Begegnung mit dem Mond.

Das Frühlingssternbild Löwe wandert zum Westhimmel, und am Osthimmel tauchen die Sommersternbilder Schwan, Adler und Leier auf. Ihre hellen Hauptsterne Deneb, Atair und Wega bilden das markante Sommerdreieck. Etwas östlich von der Leier finden wir das Viereck des Herkules, und am Südhimmel dominiert das Sternbild Jungfrau. Der Große Wagen bleibt in Zenitnähe, und am tiefen Nordhorizont sehen wir das Himmels-W, die Kassiopeia.

Lutz Zimmermann, RVST,  sternwarte-tornesch.de
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Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag,  im Beig Verlag:

Der Sternenhimmel im April

Alle Sterne, die wir am nächtlichen Himmel mit bloßem Auge sehen können, gehören ausnahmslos zu unserer Galaxis, der Milchstraße. Aber es gibt drei Ausnahmen. Das sind zum einen die nur am Himmel der Südhalbkugel zu sehenden zwei kleinen Satellitengalaxien unserer Milchstraße. Es handelt sich um die Große und die Kleine Magellansche Wolke (Entfernung 170.000 bzw. 200.000 Lichtjahre). Zum anderen kann man am Himmel der Nordhalbkugel bei optimalen Sichtverhältnissen (kein Vollmond, keine Lichtverschmutzung durch Großstadtbeleuchtung u.ä.) im Sternbild Andromeda ein schwach leuchtendes Nebelfleckchen sehen. Es ist die Andromedagalaxie, die mit ca. 2,5 Mill. Lichtjahre Abstand das entfernste Objekt am Himmel ist, das wir mit bloßem Auge noch sehen können. Der amerikanische Astronom Edwin P. Hubble (1889-1953) konnte im Jahre 1923 an dieser Galaxie, die auch M31 genannt wird, den Nachweis erbringen, dass sie kein Mitglied unserer Milchstraße ist, sondern ein weit außerhalb liegendes Objekt. Allerdings war Hubbles berechnete Entfernungsangabe von ca. 900.000 Lichtjahren fehlerhaft. Der deutsche Astronom Walter Baade (1893-1960) fand im Jahre 1952 heraus, dass die bis dahin geltenden Entfernungsangaben zu extragalaktischen Objekten mindestens verdoppelt werden müssten.

Am 19. April tritt die Sonne in das Sternbild Widder, und am 20. April verzeichnen die Horoskopleser den Sonnenwechsel in das Tierkreiszeichen Stier. Am 5. April haben wir Neumond, am 12. April zunehmenden Halbmond, am 19. April Vollmond und am 26. April abnehmenden Halbmond. Der flinke Merkur erreicht zwar mit 27 Grad einen großen westlichen Abstand von der Sonne, befindet sich aber 13 Grad unterhalb des Horizonts und ist daher unsichtbar. Unseren Nachbarplaneten Venus kann man bestenfalls noch bis Monatsmitte am tiefen Osthorizont in der Morgendämmerung ausmachen. Der rote Mars ist am tiefen abendlichen Westhimmel bis Mitternacht zu sehen. Den Gasriesen Jupiter beobachtet man in der zweiten Nachthälfte, seine Aufgänge verlagern sich im Monatslauf von 2:15 Uhr auf 0:15 Uhr. Am 23. April gegen 4:30 Uhr treffen Jupiter und der Mond in zwei Grad Abstand aufeinander. Den Ringplaneten Saturn findet man ebenfalls in der zweiten Nachthälfte am tiefen Südosthimmel, um den 25. April begegnet er dem Mond.

Das Wintersternbild Orion verlässt im Westen den Nachthimmel, ihm folgt bis Monatsende das Sternbild Zwillinge. Dagegen dominiert am hohen Südhimmel das relativ große Sternbild Löwe, und senkrecht über dem Beobachter sieht man im Zenit im markanten Sternbild Großer Bär seine sieben hellen Hauptsterne, die wir den Großen Wagen nennen. Am tiefen Nordhimmel ist das Himmels-W, das Sternbild Kassiopeia zu sehen.

Lutz Zimmermann, RVST,  sternwarte-tornesch.de
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Der Sternenhimmel im März

Die Planeten des Sonnensystems teilen sich in zwei Gruppen ein: die vier inneren Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde, Mars, und die vier äußeren Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun. Warum es diese Trennung gibt, ist bis heute nicht eindeutig verstanden. Die am 5. Mai 2018 gestartete Marssonde InSight soll dazu Erkenntnisse liefern. Sie landete am 26. November 2018 erfolgreich auf dem Mars. Ziel der Mission ist die Erforschung der Entwicklungsprozesse, welche die inneren Gesteinsplaneten formten. Der Mars eignet sich besonders gut dafür, weil sich auf seiner Oberfläche genügend Spuren dieser Prozesse finden lassen. Das mitgeführte Seismometer soll über eventuell registrierte Marsbeben Rückschlüsse auf die innere Struktur des roten Planeten geben, aus denen wiederum Rückschlüsse für die anderen drei Gesteinsplaneten gewonnen werden können. Ein sog. „Maulwurf“ soll einen Bohrer bis etwa fünf Meter tief in den Marsboden treiben und dabei Wärmemessungen vornehmen. Die hierbei gemessenen Temperaturunterschiede zur Marsoberfläche lassen ebenfalls Rückschlüsse auf die Entstehung der Gesteinsplaneten zu.

Am 12. März geht die Sonne in das Sternbild Fische und am 20. März um 22:58 Uhr in das Tierkreiszeichen Widder. Dies ist zugleich der astronomische Frühlingsbeginn, von nun an werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Am 6. März haben wir Neumond, am 14. März zunehmenden Halbmond, am 21. März Vollmond und am 28. März abnehmenden Halbmond. Am 31. März beginnt die Sommerzeit, die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt. Der flinke Merkur beendet seine Abendsichtbarkeit, er ist den ganzen Monat über nicht zu sehen. Die helle Venus als Morgenstern nähert sich im Südosten immer tiefer dem Horizont, am Monatsende verblasst sie in der Morgendämmerung. Der rote Mars bleibt Abendhimmelplanet. Man findet ihn den ganzen Monat über am tiefen Westhimmel. Der Gasriese Jupiter ist ein Objekt der zweiten Nachthälfte. Seine Aufgänge am Monatsanfang im Südosten gegen 3:50 Uhr verfrühen sich bis 1:20 Uhr am Monatsende. Am 27. März zieht der abnehmende Mond mit einem Grad Abstand nördlich von Jupiter vorbei. Den Ringplaneten Saturn kann man ebenfalls in den frühen Morgenstunden am Südosthimmel erspähen; am 29. März passiert ihn der Mond mit einer Vollmondbreite Abstand.

Das Frühlingssternbild Löwe steht nun hoch am Südhimmel. Die Zwillinge sind westwärts gewandert, und der Himmelsjäger Orion steht am Nordwesthimmel. Links unterhalb des Orion funkelt Sirius, der hellste Fixstern des gesamten Himmels. Der Große Wagen steht fast im Zenit, während das Himmels-W, die Kassiopeia, am Nordwesthimmel zu sehen ist.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de

Der Sternenhimmel im Februar

Alle Informationen und daraus folgernde Erkenntnisse über die Physik der Sterne stützen sich auf die Strahlung der elektromagnetischen Wellen. Das sind u.a. Mikrowellen, Lichtwellen (die einzigen Wellen, die wir sehen können), sowie Röntgenstrahlen und Gammastrahlen. Von der gesamten im Universum vorhandenen Materie ist gerade mal ein Prozent strahlende Materie, der Rest verrät sich nur durch seine gravitative Wirkung. Am 14. September 2015 wurden erstmals die von Albert Einstein 1916 in der Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagten Gravitationswellen entdeckt. Sie entstehen, wenn zwei massereiche Objekte, wie z.B. Neutronensterne oder Schwarze Löcher, miteinander zu einem neuen größeren Objekt verschmelzen. Dabei wird Materie in reine Energie umgewandelt (E = mc²), die das umgebende Raumzeitgefüge in wellenförmige Schwingungen versetzt, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten und dabei auch die Erde erreichen. Mit diesem neuen Fenster in das Universum erhoffen sich die Astrophysiker Erkenntnisse über die Dunkle Materie zu bekommen. Von ihr wissen wir bis heute nur, dass es sie gibt, aber ihre physikalische Natur liegt noch völlig im Dunklen.

Am 16. Februar tritt die Sonne in das Sternbild Wassermann und für die Horoskopleser am 19. Februar in das Tierkreiszeichen Fische. Am 4. Februar haben wir Neumond, am 12. Februar zunehmenden Halbmond, am 19. Februar Vollmond und am 26. Februar abnehmenden Halbmond. Der flinke Merkur ist vom 22. bis 27. Februar am tiefen abendlichen Westhimmel etwa zwischen 18:45 Uhr und 19:15 Uhr zu sehen. Die helle Venus bleibt vorerst strahlender Morgenstern am Osthimmel, am 18. Februar zieht sie mit einem Grad Abstand nördlich am Ringplaneten Saturn vorbei. Der rote Mars ist am hohen westlichen Abendhimmel nicht zu übersehen, er geht gegen 23:30 Uhr unter. Am 27. Februar gegen 6:30 Uhr bilden von Südost über Süd nach Südwest am tiefen Horizont Venus, Saturn, Jupiter und der Mond eine hübsche Kette. Dabei stehen Jupiter und der Mond dicht beieinander. Der Gasriese Jupiter baut seine Morgensichtbarkeit aus, am Monatsende geht er bereits gegen 4:00 Uhr auf. Am 2. Februar wird der Ringplanet Saturn von 6:40 Uhr bis 7:35 Uhr vom Mond bedeckt. Mit einer geeigneten Optik kann man das Wiedererscheinen des Ringplaneten am nördlichen Mondrand beobachten.

Das Frühlingssternbild Löwe rückt in den Südosthimmel vor. Am hohen Südhimmel sehen wir die Zwillinge, und am Südwesthimmel glänzt immer noch das Wintersternbild Orion, etwas rechts darüber der Stier. Am Nordosthimmel steht der Große Wagen, ihm gegenüber über den Himmelsnordpol hinweg sieht man am Nordwesthimmel das Himmels-W, die Kassiopeia.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., www.sternwarte-tornesch.de

Der Sternenhimmel im Januar

Am 8. September 2016 startete die NASA von Cape Canaveral mit einer Atlas-V-Rakete die Raumsonde OSIRIS-REx. Ziel war der 1999 entdeckte, nur knapp 500 m durchmessende  Asteroid „1999 RQ36“. Nach einem Wettbewerb, an dem sich 8000 Schüler aus 25 Ländern beteiligten, erhielt er den von dem neunjährigen Michael Puzio vorgeschlagenen Namen „Bennu“, einem göttlichen Vogel aus der altägyptischen Mythologie. Seine offizielle Katalogbezeichnung lautet nun (101955) Bennu. Am 3. Dezember 2018 erreichte OSIRIS-REx den Asteroiden. Zunächst sammelt die Raumsonde mit ihren fünf Fernerkundungsgeräten Daten von der Oberfläche, um u.a. auch eine geeignete Stelle für eine  Bodenprobenentnahme zu finden. Für diesen im Juli 2019 stattfindenden Versuch wird mit einem 2,8 Meter langen Roboterarm ein Probensammler auf die Oberfläche gedrückt und anschließend mit komprimierten Stickstoffgas aufgewirbeltes Oberflächenmaterial in einen kleinen Behälter gepreßt. Die NASA hofft auf mindestens 60 Gramm Oberflächenmaterial. Im März 2021 verläßt OSIRIS-REx den Asteroiden wieder in Richtung Erde. Am 24. September 2023 wird bei einem Vorbeiflug an der Erde die Probenkapsel abgeworfen. Sie soll im Bundesstaat Utah auf der Erde landen.

Am 20. Januar tritt die Sonne in das Sternbild Steinbock und zugleich in das Tierkreiszeichen Wassermann. Am 6. Januar haben wir Neumond, am 14. Januar zunehmenden Halbmond, am 21. Januar Vollmond und am 27. Januar abnehmenden Halbmond. Am 21. Januar können Frühaufsteher eine totale Mondfinsternis sehen. Der Vollmond tritt um 4:34 Uhr in den Kernschatten der Erde, um 6:12 Uhr erreicht die Finsternis ihre Mitte, und um 7:51 Uhr wird der Vollmond den Erdschatten wieder verlassen. Der flinke Merkur steht am Tageshimmel in Sonnennähe und ist daher nicht zu sehen. Venus bleibt den ganzen Monat über am tiefen Südosthimmel strahlender Morgenstern. Am 22. Januar trifft sie in nur zwei Grad Abstand auf den Gasriesen Jupiter, und am 31. Januar gesellt sich noch die schmale abnehmende Mondsichel hinzu. Mars ist ein Objekt der ersten Nachthälfte, er geht gegen 23:40 Uhr im Westen unter. Der Gasriese Jupiter ist den ganzen Monat über am Südosthorizont in Venusnähe zu sehen. Der Ringplanet Saturn steht wie Merkur in Sonnennähe und ist daher nicht zu sehen.

Am Fixsternhimmel gibt es viel zu sehen. Hoch am Südhimmel dominiert das Sternbild des  Orion. Nordöstlich über dem Himmelsjäger sehen wir die Zwillinge mit den Hauptsternen Kastor und Pollux. Unterhalb der Zwillinge steht der hellste Stern des gesamten Himmels, der Sirius im Sternbild Großer Hund. In Richtung Zenith glüht das rote Auge des Stier, der Aldebaran. Am Osthimmel kündigt sich mit dem Löwen schon das erste Frühlingssternbild an.

Lutz Zimmermann, RVST e.V.

 

 

 

 

 

 

 



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