Der Sternenhimmel im August 2024

Neben Planeten und Asteroiden umkreisen auch Kometen die Sonne. Die einige Kilometer Durchmesser großen Objekte sind Überreste, die bei der Entstehung des Sonnensystems entstanden sind. Man unterscheidet zwei grundsätzliche Umlaufzeiten: kurzperiodische mit bis zu 200 Jahren und langperiodische mit über 200 Jahren. Sie bestehen aus Eis, Staub und lockerem Gestein, die in Sonnennähe ausgasen und damit den mehr oder weniger langen Schweif bilden. Wegen dieser losen Zusammenballung kommt es vor, dass ein Komet zerfällt und auseinanderbricht. Er hinterlässt dann eine Staub- und Trümmerspur, die sich auf seiner ursprünglichen Bahn um die Sonne verteilt. Die Erde kreuzt auf ihrer Umlaufbahn um den 12. bis 15. August die Auflösungsprodukte des Kometen Swift/Tuttle. Wenn die Staubteilchen auf die Atmosphäre treffen, bringen sie durch ihre Eintrittsgeschwindigkeit die Luftmoleküle zum Leuchten, die wir dann als Sternschnuppen sehen. Da sie scheinbar aus dem Sternbild Perseus kommen, nennt man die Auguststernschnuppen auch Perseiden.

Am 10. August verlässt die Sonne das Sternbild Krebs, um in das Sternbild Löwe zu wechseln. Für die Horoskopleser geht sie am 22. August in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Der Mond zeigt sich im August mit folgenden Phasen: am 4. August als Neumond, am 12. August als zunehmender Halbmond, am 19. August als Vollmond und am 26. August als abnehmender Halbmond. Der flinke Merkur ist den ganzen Monat unsichtbar. Unser Nachbarplanet, die helle Venus, taucht am tiefen westlichen Abendhimmel auf, ist aber schwer auszumachen, weil er schon in der noch hellen Abenddämmerung untergeht. Der rote Mars und der Gasriese Jupiter sind Objekte des östlichen Morgenhimmels. Von etwa drei Uhr bis zum Beginn der Morgendämmerung stehen beide Planeten relativ nahe zusammen, wobei sie sich am 15. August eng begegnen. Mit einem Fernglas sollte das gut zu beobachten sein. Ebenfalls ein schöner Anblick mit dem Fernglas ist am 21. August ab 5:35 die etwa 55 Minuten dauernde Bedeckung des Ringplaneten Saturn durch den Mond.

Das Sommerdreieck, bestehend aus Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler, steht im August in Zenitnähe und ist daher nicht zu übersehen. Am Nordwesthimmel steht der Große Wagen, die Verlängerung seiner Deichsel zielt auf Arktur, dem Hauptstern im Bärenhüter. Er ist mit 37 Lichtjahren Entfernung der hellste Stern des Nordhimmels und der Vierthellste des gesamten Firmamentes. Etwa ab Mitternacht sollte man den Nordosthimmel näher betrachten: aus dem Sternbild Perseus sind dann mit Glück die Sternschnuppen der Perseiden zu sehen.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de

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