Der Sternenhimmel im Dezember 2024

Nirgendwo auf unserem Planeten gibt es so viele Großobservatorien wie auf den Hochplateaus der Atacama-Wüste im Norden Chiles. Hier können Wissenschaftler in bis zu 6000 m Höhe betriebene Observatorien, ungestört von Lichtverschmutzung, die Objekte des Himmels beobachten und erforschen. In diesen Höhen liegt bereits über die Hälfte der Luftmassenmenge der Atmosphäre unterhalb der Beobachter, so dass hier auch erdgebundene Infrarotbeobachtung möglich ist; eine Technik, die sonst nur Weltraumteleskope wahrnehmen können. Über 350 klare Nächte gewähren den Astronomen das ganze Jahr über die besten Arbeitsbedingungen. Fast alle weltweit betriebenen astronomischen Institute und Universitäten sind hier an Forschungsunternehmen beteiligt. Man schätzt, dass bis zu 70 Prozent der weltweiten Teleskopinfrastruktur in der Atacama-Wüste vorgehalten wird. Allerdings gibt es auch nicht unerhebliche Schattenseiten der Arbeitsbedingungen: Nirgendwo auf der Welt ist für die dort arbeitenden Forscher die Strahlenbelastung so extrem hoch wie auf den Gipfeln der Andenberge. Es ist angeraten, sich nicht ohne Schutzmaßnahmen außerhalb der Gebäude aufzuhalten.

Am 18. Dezember wandert die Sonne in das Sternbild Schütze, und für die Horoskopleser tritt sie am 21. Dezember um 10:21 Uhr in das Tierkreiszeichen Steinbock. Dieses Datum ist zugleich der Beginn des astronomischen Winters. Der Mond zeigt folgende Phasen: Am 1. Dezember als Neumond, am 8. Dezember als zunehmenden Halbmond, am 15. Dezember als Vollmond, am 22. Dezember als abnehmenden Halbmond und am 30. Dezember wieder als Neumond. Den in unseren Breiten schwer zu beobachtenden Merkur könnte man zwischen dem 19. und 24. Dezember gegen 7:15 Uhr am tiefen morgendlichen Südosthimmel ausmachen (Fernglas). Unser innerer Nachbarplanet Venus ist als Abendstern am tiefen Südwesthimmel als sehr helles Objekt gut zu sehen. Der äußere Nachbarplanet Mars ist ab etwa 21:15 Uhr am Nordosthimmel zu sehen. Im Laufe des Monats klettert er auf 30 Grad in die Höhe, er wird dann als hellstes Objekt nach dem Mond nicht zu übersehen sein. Am 18./19. Dezember begegnet er dem abnehmenden Mond. Der Gasriese Jupiter steht der Sonne am Himmel gegenüber und ist somit die ganze Nacht am hohen Südosthimmel präsent. Der Ringplanet Saturn ist ein Objekt am tiefen südwestlichen Abendhimmel. Sein Ring ist, auch beim Blick durch ein Teleskop, nicht sichtbar; etwa alle 15 Jahre blicken wir nur auf die dünne Kante des Ringes.

Am Osthimmel steigen die Sternbilder Orion und Zwillinge hoch, während am Westhimmel die Sommersternbilder Schwan und Leier die Himmelsbühne verlassen. Fast im Zenit sehen wir das Himmels-W, die Kassiopeia, und am tiefen Nordhimmel glänzen die sieben hellen Sterne des Großen Wagens.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de

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