Der Sternenhimmel im Januar 2025

Wenn in den Medien gelegentlich vom Sonnenwind die Rede ist, so hat das nichts mit dem Begriff Wind der Meteorologie zu tun. Die 5500 Grad Celsius heiße Oberfläche der Sonne, die Photosphäre, ist der sichtbare Teil der Sonnenatmosphäre. Nur bei einer totalen Sonnenfinsternis, wenn der Neumond die Sonnenscheibe voll bedeckt, sieht man einen ringförmigen weißglühenden Kranz, die Sonnenkorona. Sie ist im Gegensatz zur Sonnenoberflächentemperatur drei Millionen Grad Celsius heiß. Ihre Wärmestrahlung wird auf die Teilchen der Sonnenumgebung übertragen, die die sich dann von der Schwerkraft der Sonne lösen können. Diese freigesetzten elektrisch geladenen Teilchen werden als Sonnenwind bezeichnet. Nach etwa zwei bis vier Tagen erreichen sie die Erde und bescheren uns hier durch Wechselwirkungen mit der irdischen Magnetosphäre die farbenprächtigen Polarlichter.

Am 19. Januar tritt die Sonne in das Sternbild Steinbock und für die Horoskopleser am selben Tag in das Tierkreiszeichen Wassermann. Wegen ihrer leicht elliptischen Bahn ist die Erde um den 3. Januar mit 147,1 Mill. km der Sonne am nächsten, während sie um den 5. Juli mit 152,1 Mill. km den größten Abstand hat. Den Mond sehen wir am 7. Januar als zunehmenden Halbmond, am 13. Januar als Vollmond, am 21. Januar als abnehmenden Halbmond und am 29. Januar als Neumond. Mit einem Fernglas kann man den flinken Merkur gegen 7:00 Uhr für 20 Minuten knapp über dem Südosthorizont erspähen, bevor er von der aufkommenden Morgendämmerung verschluckt wird. Venus wird am Südwesthimmel als hellstrahlender Abendstern nicht zu übersehen sein. Am 3. Januar hat unser Nachbarplanet eine enge Begegnung mit der zunehmenden Mondsichel, und um den 18. Januar treffen Saturn und Venus zusammen. Der rote Mars zeigt sich in voller Pracht am abendlichen Nordosthimmel. Er steht der Sonne am Himmel gegenüber und ist somit die ganze Nacht über sichtbar. Auch der Gasriese Jupiter ist am hohen Osthimmel bis gegen 4:00 Uhr zu sehen. Der Ringplanet Saturn ist nur noch in den frühen Abendstunden am Südwesthimmel zu erkennen. Am 4. Januar wird er von etwa 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr vom zunehmenden Mond bedeckt.

Die Hauptsterne von sechs Wintersternbildern bilden das Wintersechseck; es sind dies (im Uhrzeigersinn) Sirius im Großen Hund, Procyon im Kleinen Hund, Pollux in den Zwillingen, Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier und Rigel im Orion. Der Große Wagen steht am Nordosthimmel; die fünffache Verlängerung seiner hinteren Kastensterne treffen auf den Polarstern. Ein Stück weiter Richtung Westen ist das Himmels-W, das Sternbild Kassiopeia, nicht zu übersehen.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de
Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag im Beig Verlag:

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