Der Sternenhimmel im Juni 2024

Freitag, der 13. April 2029, wird für die Astronomen ein besonderer Tag werden. Der Asteroid (99942) Apophis, ein etwa 350 Meter großer Gesteinsbrocken mit einer Masse von rund 50 Millionen Tonnen, wird in etwa 31500 Kilometer Abstand an der Erde vorbeifliegen, eine Distanz, die noch unterhalb der geostationären Fernsehsatelliten liegt. Zunächst schien es, dass der am 19. Juni 2004 entdeckte Asteroid mit der Erde kollidieren würde, aber nachdem man ihn auch auf älteren Fotos nachweisen konnte, wurde seine Bahn erneut berechnet, und eine Kollision mit der Erde konnte ausgeschlossen werden. Um einen Asteroiden in so geringer Erddistanz untersuchen zu können, plant die europäische Weltraumbehörde ESA mit einer Mission mit Namen RAMSES den Asteroiden anzufliegen, zumal man auf eine schon vorhandene Hardware zugreifen kann: die Sonde HERA, die im Oktober 2024 zum Asteroidendoppelsystem (65803) Didymos starten soll. Sie wird in einer leicht modifizierten Form nachgebaut. Weil die umfangreiche Planungsphase entfällt, wird das Unternehmen RAMSES damit ganz erheblich kostengünstig werden.

Am 20. Juni tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Krebs, dies ist zugleich der Beginn des astronomischen Sommers. Einen Tag später, am 21. Juni, wandert sie in das Sternbild Zwillinge. Am 6. Juni haben wir Neumond, am 14. Juni zunehmenden Halbmond, am 22. Juni Vollmond und am 28. Juni abnehmenden Halbmond. Der flinke Merkur steht in Sonnennähe am Tageshimmel und ist daher nicht zu beobachten. Die Venus steht hinter der Sonne, es kommt am 6. Juni zu einer Venusbedeckung durch die Sonne, ein Ereignis, das erst am 2. Juni 2032 wieder stattfindet. Unser Nachbarplanet ist daher auch nicht sichtbar. Der rote Mars steht zwar am tiefen morgendlichen Osthimmel, er wird aber wegen der hellen Dämmerung nur sehr schwer zu sehen sein. Der Gasriese Jupiter geht ab der Monatsmitte wieder am tiefen morgendlichen Nordosthorizont auf, aber auch hier verhindert die helle Dämmerung eine Beobachtung. Der Ringplanet Saturn ist ein Objekt für die zweite Nachthälfte, er ist sehr gut vor Sonnenaufgang am Südosthimmel zu beobachten.

Der Juni ist der Monat der hellen Nächte, am Firmament sind daher nur die hellsten Sterne zu sehen. Das Frühlingssternbild Löwe wandert zum Westhimmel, am Osthimmel bilden Deneb, Hauptstern des Sternbilder Schwan, Atair, Hauptstern des Sternbildes Adler und Wega, Hauptstern des Sternbildes Leier, das Sommerdreieck. Am Südhimmel kann man während der dunkelsten Nachtstunden das schwach silbrig schimmernde Band der Milchstraße wahrnehmen.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de
Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag im Beig Verlag

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