Der Sternenhimmel im Mai 2024

Von den vier Galileischen Jupitermonden Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist der innerste Mond Io zweifellos der Interessanteste. Mit einem Durchmesser von 3643 km ist er der drittgrößte Mond Jupiters und der viertgrößte Mond im Sonnensystem. Io hat eine Umlaufzeit um den Gasriesen Jupiter von 1,769 Tagen. Seine Eigenrotation ist genauso lange, d.h. er wendet Jupiter stets die gleiche Seite seiner Oberfläche zu. Seine Besonderheit ist sein ausgeprägter Vulkanismus, der von keinem anderen Objekt unseres Sonnensystems übertroffen wird. Hervorgerufen wird dies durch seine Nähe zum Jupiter. Der Trabant ist den enormen Gravitationskräften Jupiters ausgesetzt, er wird dabei regelrecht durchgeknetet. Dies hat auch bis zu 500 Meter hohe Gezeitenberge zur Folge. Ein weiteres besonderes Merkmal ist seine hellgelbe Oberflächenfarbe. Durch den Vulkanismus wird sehr viel Schwefel an die Oberfläche befördert, der sich hier in unterschiedlichen Gelbvarianten niederschlägt. Wegen seiner zahlreichen durch die von abgelagerten Schwefelflecken überzogene Oberfläche wird er auch scherzhaft Pizzamond genannt.

Am 14. Mai tritt die Sonne in das Sternbild Stier und für die Horoskopleser geht sie am 20. Mai in das Tierkreiszeichen Zwillinge. Am 1. Mai haben wir abnehmenden Halbmond, am 8. Mai Neumond, am 15. Mai zunehmenden Halbmond, am 23. Mai Vollmond und am 30. Mai wieder abnehmenden Halbmond. Der flinke Merkur hat zwar einen großen Winkelabstand von der Sonne, aber die Horizontnähe und die Morgendämmerung machen ihn unsichtbar. Unser Nachbarplanet Venus steht am Tageshimmel in Sonnennähe und ist daher ebenfalls unsichtbar. Der rote Mars erscheint am Monatsende am tiefen Osthorizont, allerdings erschwert auch hier die morgendliche Dämmerung die Beobachtungsmöglichkeit. Der Gasriese Jupiter bevorzugt im Mai den Tageshimmel, er entzieht sich daher ebenfalls der Beobachtung. Der Ringplanet Saturn ist im Mai am Südosthimmel ein Objekt der frühen Morgenstunden, allerdings ist auch hier die helle Morgendämmerung ein Sichtbarkeitshindernis.

Auch am nächtlichen Frühlingshimmel findet sich eine markante Konstellation, das sog. Frühlingsdreieck. Seine drei Eckpunkte werden durch die Hauptsterne Arktur im Bärenhüter, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau gebildet. Die sieben hellen Sterne des Sternbildes Großer Bär, die den Großen Wagen bilden, stehen senkrecht über dem Beobachter im Zenit. Der ruhende Löwe ist das dominante Frühlingssternbild. Man findet es am hohen Südhimmel. Am tiefen Nordhimmel ist das Himmels-W, das Sternbild Kassiopeia, nicht zu übersehen.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de

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