Der Sternenhimmel im September 2024

Begeisterte Science-Fiction-Fans kennen den 1968 entstandenen Film von Stanley Kubrick „2001 – Odyssee im Weltraum“, in welchem ein Flug mit dem Raumschiff „Discovery One“ zum Jupiter dargestellt wird. In Anlehnung an den Filmtitel nennt die NASA eine am 7. April 2001 gestartete Raumsonde zur Erforschung des Planeten Mars „2001 – Mars Odyssee“. Am 23. Oktober 2001 schwenkte die Sonde erfolgreich in einen Orbit um den roten Planeten ein. Für die Dauer der Mission wurden ca. zweieinhalb Jahre veranschlagt. Weil die Sonde nach Ablauf dieser als Primärmission genannten Zeit ihre Aufgaben in einer orbitalen Umlaufbahn um den Planeten erfolgreich erledigt hatte und noch voll funktionsfähig war, wurde die Mission zunächst um weitere zwei Jahre verlängert. Die Sonde dient nun als Relaisstation zur Datenübertragung vom im August 2012 erfolgreich gelandeten Mars-Rover „Curiosity“ zum weltumspannenden Netz „Deep Space Network“. Sie übermittelt über diesen Weg noch immer täglich Bilder vom Mars zur Erde. Am 30. Juni 2024 hat sie den roten Planeten einhundertausendmal umrundet.

Am 16. September tritt die Sonne in das Sternbild Jungfrau, und am 22. September um 13:44 Uhr wechselt sie in das Tierkreiszeichen Waage. Dies ist zugleich der astronomische Herbstanfang, von nun an werden die Tage allmählich kürzer und die Nächte wieder länger. Am 3. September haben wir Neumond, am 11. September zunehmenden Halbmond, am 18. September Vollmond und am 24. September abnehmenden Halbmond. Wer den flinken Merkur sehen will, sollte am 5. September morgens ab 5:30 Uhr für eine halbe Stunde den tiefen Osthimmel mit einem Fernglas beobachten. Die Sichtbarkeit unseres Nachbarplaneten Venus ist ebenfalls sehr eingeschränkt, sie zeigt sich am Monatsanfang gegen 19:30 Uhr am tiefen abendlichen Westhimmel. Der rote Mars ist ein Objekt der zweiten Nachthälfte. Man kann ihn ab dem 7. September bis Monatsende in den frühen Morgenstunden gut am Osthimmel ausmachen. Der Gasriese Jupiter hält sich nicht weit vom Mars auf, Ende September ist er das hellste Objekt am morgendlichen Osthimmel. Der Ringplanet Saturn ist ebenfalls in den frühen Morgenstunden am Südwesthimmel zu sehen. Am 17. September hat er eine Begegnung mit dem fast vollen Mond.

Das Sommerdreieck, bestehend aus Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler, steht immer noch hoch in Zenitnähe am Himmel. Den Großen Wagen findet man am Nordhimmel. Verlängert man den Schwung seiner Deichsel zum Westhimmel, trifft man auf Arktur, Hauptstern im Bootes. Mit der fünffachen Verlängerung der zwei hinteren Kastensterne erreicht man den Polarstern Polaris, und etwas weiter Richtung Osten ist das markante Sternbild Kassiopeia, das Himmels-W, nicht zu übersehen.

Lutz Zimmerman, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de

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