Der Sternenhimmel im Januar 2024

Im Kern der Sonne herrschen Temperaturen von 15 bis 20 Millionen Grad Kelvin. Aufgrund dieser Temperatur werden durch Kernfusion vier Wasserstoffkerne in einen Heliumkern umgewandelt. Bei diesem Prozess werden in der Sonne pro Sekunde vier Millionen Tonnen Materie in reine Strahlungsenergie umgewandelt (E=mc²). Durch Strahlungsdruck und Konvektion gelangt diese Energie bis an die sichtbare Oberfläche der Sonne, die Chromosphäre. Hier beträgt die Temperatur dann nur noch etwa 5.600 Kelvin. Bei einer totalen Sonnenfinsternis wird um die durch den Mond verdeckte Sonne der äußerste Teil der Sonnenatmosphäre, der Korona, sichtbar. Sie ist typischerweise bis zu mehreren Millionen Kelvin heiß. Diese Temperaturdiskrepanz zwischen der Sonnenoberfläche und der weiter außenliegenden Korona konnte erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch magnetische Aktivitäten der Sonne annähernd erklärt werden, ist jedoch noch immer im Detail nicht verstanden.

Am 20. Januar tritt die Sonne in das Sternbild Steinbock (lat. Capricornus) und am gleichen Tag in das Tierkreiszeichen Wassermann (lat. Aquarius). Den Mond sieht man folgendermaßen: am 4. Januar als abnehmenden Halbmond, (am 11. Januar ist er unsichtbar als Neumond), am 18. Januar als zunehmenden Halbmond und am 25. Januar als Vollmond. Der flinke Merkur ist mit Glück und einem Fernglas um den 12. Januar am tiefen südöstlichen Horizont für eine knappe halbe Stunde zu sehen, bevor er in der Morgendämmerung verschwindet. Unser Nachbarplanet, die Venus, steht nur ein paar Grad Richtung Süden neben Merkur ebenfalls am tiefen morgendlichen Südosthorizont. Sie wird gegen 08:15 Uhr ebenfalls in der aufkommenden Morgendämmerung unsichtbar. Der rote Mars bleibt wegen seines Aufenthaltes unter dem Horizont im Januar unsichtbar. Der Gasriese Jupiter als hellstes Objekt ist den ganzen Monat am westlichen Abendhimmels präsent; am 18. Januar steht er nahe des zunehmenden Halbmondes. Der Ringplanet Saturn ist am tiefen abendlichen Südwesthimmel auszumachen, seine Sichtbarkeit endet gegen 20:15 Uhr im Horizontdunst.

Der nächtliche Sternenhimmel wird nun von den Wintersternbildern beherrscht. Das Wintersechseck, beginnend im Südwesten mit Sirius im Großen Hund, dann im Uhrzeigersinn weiter mit Procyon im Kleinen Hund, mit Pollux in den Zwillingen, weiter mit Capella im Fuhrmann, dann über Aldebaran im Stier zu Rigel im Orion und dann zurück zu Sirius im Großen Hund. (siehe auch in der Sternkarte). Am tiefen Osthorizont kündigt sich mit dem Löwen bereits das erste Frühlingssternbild an.

Lutz Zimmermann, RVST e.V., sternwarte-tornesch.de Dazu die Vorschau veröffentlicht im TIP am Sonntag,  im Beig Verlag:

Schreibe einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..